Gegenstand des Wettbewerbes war der Umbau und die Erweiterung der Wolfgang-Borchert-Schule als Integrierte Sekundarschule am Standort Blumenstraße 13 in 13585 Berlin Spandau.
Die zurzeit auf zwei Standorte aufgeteilte Wolfgang-Borchert-Schule soll am Standort Blumenstraße 13 zusammengeführt werden. Die 1957 als Hauptschule errichteten Gebäude in der Blumenstraße entsprechen jedoch nicht mehr den heutigen Anforderungen. Zudem sind weder eine Aula bzw. ein Mehrzweckraum noch die für ein Ganztagsangebot erforderlichen Bereiche (Mensa, Freizeiträume) vorhanden.
Im Jahr 2016 wurde auf dem Grundstück des angrenzenden Bolzplatzes an der Falkenseer Chaussee bereits ein 3-geschossiger modularer Ergänzungsbau (MEB) mit 12 Klassen-/Unterrichtsräumen errichtet.
Am Standort Blumenstraße wird nach Fertigstellung der Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen einschließlich des bereits errichteten MEB ca. 780 Schülerinnen und Schüler in einer 6-zügigen Mittelstufe SEK I sowie einer 2-zügigen gymnasialen Oberstufe SEK II unterrichtet werden.
Kunst-am-Bau-Wettbewerb
Obwohl die Schule den Namen eines Schriftstellers Wolfgang Borchert (1921-47) trägt, ist sie heute eher naturwissenschaftlich ausgerichtet und orientiert sich mit Ihrer Leitidee an dem italienischen Mathematiker, Physiker und Philosoph Galileo Galilei (1564-1642).
Das Zitat von ihm: „Man kann einen Menschen nichts lehren; man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken“ soll als Thema für die Kunst-am Bau-Arbeit stehen, um diesen Leitgedanken der Schule noch fester im Schulalltag zu verankern.
Der Entwurf von Maria Anwander und Ruben Aubrecht reagiert auf dieses Anforderungsprofil mit einem klaren Konzept, das sich letztendlich beim Preisgericht durchsetzte:
Zwölf zahlenförmige Solarpaneele auf dem Dach des Eingangsbereichs und eine Lichtinstallation im Inneren der Schule sind symbiotisch miteinander verbunden. Die LED-Installation im Foyer leuchtet immer dann, wenn Licht auf die Solarzellen trifft, je nach Intensität der Sonneneinstrahlung mal heller mal dunkler oder eben gar nicht. Auf den ersten Blick scheint die Zeitangabe im Inneren – abgesehen vom gemeinsamen Schriftbild – nicht viel mit der Zahlenreihe auf dem Vordach gemein zu haben und doch weisen sie auf unterschiedliche Art und Weise auf die Entfernung zur Sonne hin.
Während die Zahlenreihe auf dem Vordach die mittlere Entfernung zur Sonne als astronomische Einheit von einem AE beschreibt, die per definitionem 149 597 870 700 Meter beträgt, verweist die Lichtinstallation mit acht Minuten und 19 Sekunden auf die Dauer, die das Licht von der Sonne zur Erde benötigt.
Zwei Lesarten, die auf unterschiedliche Weise die Distanz der Erde zur Sonne beschreiben – einmal zeitlich und einmal räumlich. In den naturwissenschaftlichen Fächern werden diese zwei physikalischen Größen sicherlich irgendwann besprochen. Und besonders in der Informatik spielt auch die Latenz, also die Dauer der Übertragung von Information über verschiedene Entfernungen, eine große Rolle. Die Umwandlung von Sonnenlicht in elektrisches Licht und die hohe Lichtausbeute verweisen gleichzeitig auf den heutigen Stand der Technik und lassen vor Ort das Prinzip von Ursache und Wirkung beobachten.
Eingeladener Wettbewerb für Kunst am Bau Teilnehmer:innen:
Maria Anwander/Ruben Aubrecht (Wettbewerbsgewinn)
Oliver Arendt/Fritz Poppenberg
Olaf Bastigkeit
Daniele Comani
Kerstin Ergenzinger
Thorsten Goldberg
Thomas Henninger
Sven Kalden
Yves Mettler
Lorenz Pasch