03 Newsletter - Jahresrückblick 2025 - Danke für ein gemeinsames Jahr für Lichtenberg

01 Titelbild Newsletter

Liebe Lichtenberger:innen, liebe Ehrenamtliche, liebe Ideengeber:innen,

das neue Jahr 2026 hat längst begonnen. Der Alltag ist wieder da. Gerade deshalb möchte ich einen Moment innehalten und mit Ihnen auf das Jahr 2025 zurückblicken.
2025 hat viel von uns allen verlangt. Ich habe abgewogen, Gespräche geführt, Entscheidungen getroffen und Verantwortung übernommen. Manche Schritte fielen leicht, andere waren herausfordernd. Viele davon sind wir gemeinsam gegangen. Politik schafft nur dann Vertrauen, wenn Menschen verstehen, warum wir entscheiden, wie wir entscheiden und wofür wir stehen. Genau darum geht es mir in meiner Arbeit als Bezirksstadträtin.

In einer Statistik für das Jahr 2025 haben wir für meinen Geschäftsbereich Verkehr, Grünflächen, Ordnung, Umwelt- und Naturschutz das Jahr in Zahlen zusammengefasst.

Zuhören, erklären abwägen - Wie Beteiligung bei uns funktioniert

Mit meinem Amtsantritt habe ich zugesagt, Bürger:innen ernsthaft zu beteiligen. Das ist bis heute Leitlinie meiner Arbeit. Nicht als Schlagwort, sondern als täglicher Auftrag. Mir ist wichtig, dass Menschen wissen, was geplant ist, warum wir handeln und an welchen Stellen ihre Hinweise Wirkung zeigen. Politik soll verständlich sein und im Dialog stattfinden. Mir ist klar, dass dies nicht immer im Einvernehmen erfolgen kann, aber mit Respekt und gegenseitigem Verstehen.

02 Große-Leege-Straße

Ergebnispräsentation Machbarkeitsstudie zur Große-Leege-Straße

Im vergangenen Jahr haben wir Bürger:innen an vielen Stellen beteiligt. Dazu gehörten die Fahrradstraße in der Hentigstraße und Cäsarstraße in Karlshorst, die Machbarkeitsstudie zur Große-Leege-Straße mit dem Ziel von mehr Grün, mehr Bäumen und weniger Versiegelung, Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung im Weitlingkiez sowie die Planung des Spielplatzes an der Ingelheimer Straße / Andernacher Straße. Auch bei der Entschlammung des Obersees haben Rückmeldungen aus der Nachbarschaft eine wichtige Rolle gespielt, damit Tiere, Pflanzen und Menschen dort wieder bessere Bedingungen vorfinden.

Mir ist wichtig, klar zu sagen: Beteiligung heißt nicht, dass am Ende alle genau das bekommen, was sie sich wünschen. Das ist ja – gerade bei sich unterscheidenden Erwartungen – nicht möglich. Aber sie bedeutet, dass Ideen und Bedenken gehört werden und in Entscheidungen einfließen. Entscheidend ist, dass wir verständlich informieren, zuhören und Entscheidungen nachvollziehbar treffen.

Sicher unterwegs im Alltag – auf Rad und zu Fuß, Schulwege und notwendige Abwägungen

03 Anradeln

Anradeln Scheffelstraße

Ich erinnere mich gern an das Anradeln in der Siegfriedstraße und in der Scheffelstraße. Viele von Ihnen waren dabei. Das war ein sehr besonderer Moment für mich! Diese Radwege gibt es vor allem, weil Engagierte aus der Zivilgesellschaft über Jahre drangeblieben sind. Nach dem Radwegestopp der CDU-Verkehrssenatorin war für mich klar: Ich setze mich als Bezirksstadträtin gemeinsam mit Initiativen aus dem Bezirk konsequent für die Umsetzung ein. Das hat dankenswerterweise Wirkung gezeigt. Heute lässt sich sagen: Es hat sich gelohnt.

Doch das ist noch nicht genug! Wir brauchen mehr sichere Radwege. Jeder neue Meter für Radfahrende erhöht die Verkehrssicherheit, schützt die Gesundheit und steigert die Lebensqualität. Deshalb setze ich mich weiter mit voller Kraft dafür ein, dass Planungen für mehr Radverkehrssicherheit vorankommen. Das Ergebnis sehen Sie konkret: Im Frühjahr 2026 kommen neue Fahrradstraßen – u.a. in der Hentigstraße in Karlshorst und in der Rüdickenstraße in Hohenschönhausen. Darauf freue ich mich sehr.

04 Rathausstraße mit Filiz

Sichere Querungen an der Rathausstraße

In meiner Arbeit lege ich meinen Schwerpunkt besonders auf sichere Schulwege. Uns allen ist wichtig, dass Kinder selbstständig und sicher zur Schule kommen können. So haben wir in 2025 unter anderem einen Zebrastreifen an der Sewanstraße eingerichtet, uns für einen temporären Zebrastreifen in der Schleizer Straße eingesetzt, Querungen an der Rathausstraße verbessert und Kreuzungen so angepasst, dass Sichtbeziehungen klarer werden. Ich bin morgens vor Unterrichtsbeginn oft gemeinsam mit dem Ordnungsamt unterwegs und komme u.a. hier regelmäßig mit Eltern und Schüler:innen ins Gespräch zur Schulwegsicherheit. Die Sorgen von Eltern nehme ich sehr ernst. Genau diese Rückmeldungen fließen in unsere Arbeit ein. Und wir setzen die notwendigen Maßnahmen nach und nach um.

Im Kaskelkiez haben wir auf Grundlage eines Einwohnerantrags und eines Beschlusses der Bezirksverordnetenversammlung den Durchgangsverkehr nachweislich reduziert. Das macht den Kiez verkehrssicherer. Doch der Poller in der Stadthausstraße sorgt weiterhin für Diskussionen. Viele Anwohner:innen berichten mir, dass sich ihr Wohnumfeld spürbar beruhigt hat. Andere empfinden die kurzen Umwege als belastend. Diese unterschiedlichen Perspektiven gehören zu einer ehrlichen Debatte. Entscheidend bleibt: Verkehrssicherheit, Aufenthaltsqualität und Klimaanpassung betreffen unseren Alltag ganz konkret. Gleichzeitig behalten wir größere Zusammenhänge im Blick, etwa die Verkehrsachse am Ostkreuz. Hierzu stehe ich im Austausch mit dem zuständigen Staatssekretär und Initiativen aus dem Kiez.

Öffentlicher Raum für alle - Parks, Spielplätze, Grün und Abkühlung

Wenn wir einen Park oder einen Spielplatz eröffnen, ist das Ergebnis sichtbar. Die Details auf dem Weg dorthin bleiben oft unsichtbar. Planung, Sicherung der Finanzierung, Vergaben und Bauphasen u.v.m. gehen vielen Projekten voraus. Beteiligung gehört selbstverständlich auch dazu und prägt die Planung.

05 Rudolf-Seiffert-Park

Plansche Rudolf-Seiffert-Park

Der 2025 neu eröffnete Rudolf-Seiffert-Park zeigt, was dahintersteckt. Abwägungen, politische Debatten, witterungsbedingte Bauverzögerungen, Gespräche mit Anwohner:innen. Das alles braucht Zeit. Am Ende entsteht ein Ort, den Menschen schätzen und sehr gern nutzen. Und das ist der Teil meines Jobs, der mich sehr glücklich macht.

Trotz knapper Mittel und unterschiedlicher Erwartungen, die nicht alle miteinander vereinbar waren, haben wir Projekte umgesetzt, die den Bezirk spürbar verbessern. Das zeigt: Wir kommen voran!

Auch die neue Grünanlage und der Spielplatz in der Parkstadt Karlshorst, der neugestaltete Spielplatz in der Huronseestraße, die Fitnessanlage im Rosenfelder Ring sowie die neue Hundefreilauffläche in der Gürtelstraße gehören zu diesen sichtbaren Verbesserungen. Außerdem freue ich mich sehr über unseren neu gebauten Wasserspielplatz in der Wilhelm-Guddorf-Straße; viele Familien erzählen mir, wie sehr sie ihn gerade an heißen Tagen schätzen. Und davon gibt es ja bekanntlich durch den Klimawandels leider immer mehr. Deshalb haben wir auf mehreren Spielplätzen Sonnensegel aufgestellt, damit Kinder auch an heißen Tagen ihre Spielplätze genießen können. Klimaanpassung beginnt im Kiez.

Für mich ist klar: Aufenthaltsqualität heißt auch, wenn Sie sich im öffentlichen Raum mal ausruhen können. Deshalb freue ich mich über 50 neue Sitzbänke in unserem Bezirk – und genauso wichtig: Viele weitere Bänke hat der Werkhof instand gesetzt. Das sind zwar kleine, aber spürbare Verbesserungen im Alltag.

Auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde haben wir die Kanalstraße erneuert, 2.640 Quadratmeter entsiegelt und rund 9.000 Blumenzwiebeln gepflanzt. Das verbessert das Mikroklima und stärkt die Schwammstadt. Ich freue mich schon sehr auf den Frühling, wenn die Pflanzen farbenfroh blühen werden!

07 Baum gießen

Jungbäume gießen

Jeder Baum zählt

Ich freue mich über jeden Baum, den wir pflanzen. Angesichts von Trockenheit und Extremwetterereignissen ist jeder Baum, den wir erhalten, pflegen oder neu pflanzen können, wertvoll. Hinter jeder Baumpflanzung steckt viel Arbeit und großes Engagement der Mitarbeitenden im Straßen- und Grünflächenamt. Unsere Baumbilanz ist leider weiterhin negativ, was mich sehr beschäftigt. Für die Pflanzsaison 2025/2026 planen wir die Pflanzung von 188 Bäumen. Wir arbeiten weiter daran, diese Zahl zu erhöhen. Jeder gepflanzte Baum ist ein konkreter Beitrag zu Klimaanpassung, Gesundheitsschutz und mehr Lebensqualität.

Das Katzenwäldchen - Wenn Nachbarschaft etwas bewegt

Im Gebiet Frankfurter Allee Süd liegt das sogenannte Katzenwäldchen. Viele Anwohner:innen haben mich darauf angesprochen. Dort parkten lange Zeit Autos und so war der Boden mit Schotter befestigt. Das hatte Folgen: Gärtnern war kaum möglich, und die Nachbar:innen hielten sich hier ungern auf. Im Austausch mit dem Mieterbeirat FAS wurde deutlich, wie wichtig dieser Ort für das Wohnumfeld ist. Wir haben gemeinsam überlegt, was möglich ist. Daraufhin haben wir bereits Sitzbänke aufgestellt und neue Pflanzen gesetzt. Weitere Maßnahmen sind geplant: Der Schotter wird entfernt, die Böschung abgeflacht, eine Kompostschicht aufgebracht und eine Wildblumenmischung eingesät. Dieses Projekt zeigt: Wenn Menschen sich einbringen und Verwaltung zuhört, lassen sich Orte vor der eigenen Haustür merklich verbessern.

06 Graffiti

Graffitiwand in Alt-Hohenschönhausen

Jugend braucht Raum

Ein besonderes Highlight war für mich die Legalisierung der Graffitiwand zwischen der Altenhofer Straße und der Landsberger Allee. Was zuvor nur geduldet war, haben wir nun offiziell erlaubt. Damit haben wir einen klaren Raum für kreativen Ausdruck geschaffen. Zwei weitere Orte im Bezirk (Zu den Krugwiesen, 13057 & ehemalige Freeclimbingwand Am Berl) stehen seit 2025 dauerhaft für legales Sprayen zur Verfügung. Für mich zeigen diese Projekte, wie Teilhabe von Jugendlichen im öffentlichen Raum ganz konkret gelingt – so, dass junge Menschen ihren Platz selbstverständlich nutzen können.

Ordnung und Sauberkeit als gemeinsame Aufgabe

Illegal entsorgter Sperrmüll ist ein berlinweites Problem. Gemeinsam mit der BSR geht unser Ordnungsamt engagiert dagegen vor. Waste Watcher versuchen, Verursachende zu ermitteln und zur Rechenschaft zu ziehen, wann immer dies möglich ist. Eine weitere Strategie gegen illegalen Sperrmüll sind die BSR-Kieztage, die den Recyclinghof in die Nachbarschaften bringen. Hier zeigt sich, wie wichtig niedrigschwellige Angebote für einen sauberen Kiez sind. Oft bin ich dort vor Ort, denn hier trifft sich der Kiez und es entstehen wertvolle Begegnungen mit Anwohnenden.

Stadtnatur erleben und Ehrenamt würdigen

Umweltbildung und Stadtnatur liegen mir sehr am Herzen. 2025 gehörten dazu die Pflanzaktion zum 130. Jubiläum von Karlshorst, der Lichtenberger Gartenwettbewerb, der Tag der Umweltbildung an Schulen, der Tag des Gartens mit Kleingärtner:innen sowie der Lange Tag der Stadtnatur mit Führungen der Stadtnaturranger:innen am Malchower See. Was mir noch Freude bereitet hat, sind die neuen Blühwiesen, die wir unter anderem an der Ribnitzer Straße und auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde angelegt haben. Diese Maßnahmen stärken Insekten, kühlen die Umgebung und verbessern die Aufenthaltsqualität.

08 Preisträger

Preisträger:innen

Ehrenamt hält unseren Bezirk zusammen. Mir ist wichtig, dieses Engagement sichtbar zu würdigen. 2025 durfte ich den Lichtenberger Tierschutzpreis an die Berliner Tiertafel e. V. und den Umwelt- und Naturschutzpreis an die NABU-AG Rummelsburger Bucht verleihen. Beide Initiativen zeigen, wie viel Verantwortung Lichtenberger:innen freiwillig übernehmen. Dafür danke ich sehr.

Im Austausch bleiben

Ich bekomme viele Mails, führe viele Gespräche mit Lichtenberger:innen auf Veranstaltungen und auf der Straße. Ganz besonders freuen mich natürlich die vielen schönen Rückmeldungen von Bürger:innen, die in ihren Kiezen positive Veränderungen wahrnehmen. Aber nicht jede Rückmeldung ist freundlich. Auch das gehört dazu. Mir ist wichtig, dass jede eine Antwort bekommt.

Bezirkspolitik besteht aus vielen unsichtbaren Aufgaben – z.B. aus Abstimmungen, rechtlichen Prüfungen, Haushaltsgesprächen, Verhandlungen, Telefonaten, Stellungnahmen, schriftlicher Kommunikation und Sitzungen bis spät in den Abend. Mir ist wichtig, das offen zu sagen. So entsteht ein realistisches Bild kommunaler Verantwortung.

Dafür stehe ich gern ein, weil mir Lichtenberg und die Menschen hier am Herzen liegen.

09 Vision Filiz rutscht

Unser gemeinsamer Weg nach vorn

Mich treibt an, dass wir den öffentliche Raum in Lichtenberg gerecht nutzen. Mir ist bewusst, dass es dazu unterschiedliche Vorstellungen gibt. Deshalb ist mir wichtig, Veränderungen gut zu erklären und verständlich zu machen. Unser Ziel bleibt klar: Wir machen Lichtenberg klimaresilienter, barrierefreier und lebenswerter. Wir stärken den Zusammenhalt und bleiben als Politik ansprechbar und verlässlich.
2025 hat mir erneut gezeigt: Gute Politik braucht Haltung, Dialog und Ausdauer. Mit diesem Elan gehe ich auch in 2026.
Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen, Ihre Kritik, Ihre Geduld und Ihre Beteiligung. Bleiben wir im Gespräch. So bringen wir Lichtenberg gemeinsam weiter voran.

Herzlich
Filiz Keküllüoğlu
Bezirksstadträtin für Verkehr, Grünflächen, Ordnung, Umwelt und Naturschutz