Lichtenberger Klimaschutzprojekte

European Energy Award (eea) für Lichtenberg

Das Bezirksamt Lichtenberg hat die Teilnahme am Pilotprojekt eea per Drucksache DS/0539/VIII am 18.1.2018 beschlossen. In Zusammenarbeit mit weiteren Berliner Pilotbezirken und der regionalen Geschäftsstelle des eea erfolgte 2018/2019 die Anpassung des Kriterienkatalogs des European Energy Awards an die Berliner Gegebenheiten sowie die Erarbeitung eines Fördermittelantrages.
Das Bezirksamt Lichtenberg nimmt seit Mai 2020 am standardisierten europäischen Programm zur Einführung des Zertifizierungs- und Qualitätsmanagement, dem European Energy Award (eea) teil. Dieser Award ist ein europäisches Klimaschutzlabel für klima- und energiebewusste Verwaltungen. Per BA Beschluss vom 27.05.2020 wurde beschlossen, den Titel „eea Kommune“ anzustreben und mit Akteuren aus der Lichtenberger Verwaltung und Politik auf Basis einer Ist-Analyse einen Maßnahmenkatalog zu entwickeln.

Projektzeitraum: 15. Mai 2020 bis zum 30.06.2023

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Projektfinanzierung:

Erfolgreich konnte für die erstmalige Durchführung des European Energy Award Lichtenberg (Projektkennziffer: 1298-B3-C) eine finanzielle Förderung in Höhe von 80 Prozent über das Berliner Programm für nachhaltige Entwicklung (BENE) einwerben. Dieses Berliner Programm erhält seine Mittel von der Europäischen Union (EFRE). Eine weitere Finanzierung erfolgt über das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm 2030 der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Programmträger für das BENE-Programm ist B&SU.

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Eine weitere Finanzierung erfolgt über das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm 2030 der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Programmträger für das BENE-Programm ist B&SU.

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Der eea-Prozess ist ein Managementsystem, das Verwaltungen unterstützt, Klimaschutz- und Energiepolitik durch entsprechende Konzepte und Maßnahmen systematisch und effektiv interdisziplinär umzusetzen. Fachliche Unterstützung erhält das Bezirksamt durch den eea-Berater Jürgen Uhlig, Geschäftsführer der KEM Kommunalentwicklung Mitteldeutschland GmbH. Mit dem eea wird in der Lichtenberger Verwaltung ein Prozess eingeführt, der dafür sorgt, Klima- und Energiemaßnahmen sowie Planungen der verschiedenen Fachabteilungen abzubilden und konkrete Maßnahmenumsetzungen strukturiert und abteilungsübergreifend zu planen. Damit sollen Projektpartnerschaften gebildet, Zuständigkeiten verdeutlicht, Handlungsbedarfe und Defizite identifiziert, sowie eine effiziente Arbeitsweise und ein Wissenstransfer unterstützt, werden. Bestandteil des Prozesses ist die Einführung eines Managementtools zur Beratung und Begleitung der Analysen und Maßnahmenplanung und -umsetzung. Nach drei Jahren erfolgt eine Auditierung und öffentliche Auszeichnung.

Der dreijährige eea-Prozesses gliedert sich in mehrere Arbeitsschritte:
  • Klärung von Arbeitsstrukturen (Juni/Juli 2020)
  • Ist – Analyse im Bezirk anhand des Kriterienkatalogs des European Energy Award; Vorlegen eines eea-Berichtes und Präsentation und Diskussion vor verschiedenen bezirklichen Gremien (Juli 2020 – Juni 2021)
  • Erarbeitung eines verbindlichen kurz- und mittelfristigen energie- und klimapolitischen Arbeitsprogramms, dieser Maßnahmenkatalog weist pro festgelegtem Handlungsfeld Maßnahmen aus, die gemeinsam umzusetzen sind (Juni 2021 – August 2021)
  • Internes Audit: Prioritätenliste, Entwicklung von Umsetzungsstrategien, personelle und sachliche Ressourcen (September 2021)
  • Fortlaufender Umsetzungsprozess, themenspezifische Coachings (August 2021 – Februar 2023)
  • Externes Audit, Zertifizierungsverfahren (März 2023 – Juni 2023)

Mit der Teilnahme am eea können die Bemühungen des Bezirks für den Klimaschutz strukturiert und stärker als bisher nach außen kommuniziert werden. Die Vergleichsmöglichkeit mit hunderten eea-Teilnehmenden führt die eigenen Schwächen und Stärken auf. Durch das Pandemiegeschehen seit März 2020 konnten keine Auftaktveranstaltung oder größere Abstimmungsrunden organisiert werden. Vielmehr fanden sehr effiziente Arbeitsgespräche als kleine Präsensveranstaltung sowie ergänzende zahlreiche telefonische Abstimmungen mit den einzelnen Fachämtern statt. Basierend auf der Ist-Analyse soll bis zum August 2021 das energie- und klimapolitische Arbeitsprogramm für die Bezirksverwaltung im Entwurf vorliegen und intern abgestimmt werden.

Anlagen
BA-Beschluss vom 27.05.2020
Fachgespraeche im Rahmen der Ist-Analyse
Plakat zum Fördermittelprojekt

LSK-Projekt „Mobilitätsführerschein Plus – Bist Du nachhaltig mobil?“

Kamera auf weißem Hintergrund

Träger:
Kiezspinne FAS-Nachbarschaftlicher Interssenverbund e.V.
Kooperationspartner:
Susanne Thomeier (Dipl. Geographin)
Jördis Schön (Dipl. Medien- und Kulturpädagogin)
Kirsten Schindler (Klimaschutzbeauftragte, BA-Lichtenberg)

Projektlaufzeit: 1.11.2016 – 30.8.2017

Durch das Programm „Lokales Soziales Kapital“ werden im Land Berlin Mikroprojekte finanziell unterstützt, die lokale Beschäftigungschancen für arbeitslose und nicht erwerbstätige Personen entwickeln und soziale Kompetenzen bei der Zielgruppe fördern. Die Projektteilnehmer erhielten durch dieses Projekt Kenntnisse aus dem Bereich nachhaltige Mobilitätsangebote und erlangten Kompetenzen im Bereich Medien- und Videobearbeitung.

Im Bezirk Lichtenberg gibt es bereits verschiedene Angebote klimafreundlich unterwegs zu sein. Es besteht ein Bedarf an Informations- und Erlebnisangeboten im Bereich Mobilität für Jung und Alt. Die Projektteilnehmer haben unter fachlicher Anleitung einen Videoclip angefertigt, der die unterschiedlichen Akteure und Angebote im Bezirk beschreibt und erläutert. Ein weiteres Ergebnis ist ein humorvoller Werbefilm für das Radfahren. Die Videos sind auf einem You Tube-Kanal hochgeladen und sind damit für interessierte Personen zugänglich.

Film1

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Formate: video/youtube

https://www.youtube.com/user/Luecketreff

Film 2

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Formate: video/youtube

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Klimafreundlichste IKEA-Einrichtungshaus

IKEA-Einrichtungshaus Abwasserwärmekonzept

IKEA-Einrichtungshaus Abwasserwärmekonzept

Bei der Errichtung der Lichtenberger IKEA-Verkaufsfiliale (21.000 qm Verkaufsfläche) im Jahre 2010 an der Landsberger Allee 364 wurde ein innovatives Energiekonzept umgesetzt. Die größte Abwasserwärmenutzungsanlage Europas kommt hier zum Einsatz.

IKEA nutzt die Wärme des kommunalen Abwassers zum Beheizen und Kühlen des Gebäudes. Dafür wurde eine unterirdisch verlegte 200 Meter lange Abwasserdruckleitung verlegt und an das kommunale Abwassernetz angeschlossen. Durch sie strömt eine Abwassermenge von 500.000 bis 1,4 Millionen Liter pro Stunde. Die Technologie der Abwasserwärmenutzung wurde kombiniert mit einer Photovoltaikanlage und einer Regenwassersammelanlage für die Toilettenspülung.

Im Winter wird mit Hilfe von Wärmepumpen dem Abwasser Wärme entzogen und für die Gebäudebeheizung auf rund 35 Grad Celsius erhitzt. Im Sommer wird zur Kühlung die Wärme des Einrichtungshauses wiederum ins Abwasser geleitet. Hocheffiziente Wärme- und Kälterückgewinnungsanlagen entziehen der Gebäudeluft Energie, die sonst ungenutzt an die Außenluft abgegeben wird. Mit dieser Energie wird die Zuluft im Winter vorgewärmt und im Sommer gekühlt. Mit dieser Art der Energienutzung kann der Jahresenergiebedarf im Sommer zu 100 Prozent und im Winter bis zu 70 Prozent abgedeckt werden. In der kalten Jahreszeit kann ein Gaskessel die Anlage unterstützen.

Die Verlegung der Abwasserdruckleitung inklusive der vorbereitenden Maßnahmen hat 460.000 Euro gekostet. Insgesamt investierte IKEA rund 1,6 Millionen Euro in die Abwasserwärmenutzung.

Die CO2-Ersparnis beträgt bis zu 700 Tonnen jährlich.

Für Rückfragen steht Ihnen die Pressereferentin Simone Settergren, IKEA Deutschland GmbH & Co. KG, Tel.: 06122 585 6173 zur Verfügung.

Erste unterirdische Abfallsammelplätze

Unterirdische Abfallsammelplätze

Unterirdische Abfallsammelplätze

Die Wohnungsbaugesellschaft „Neues Berlin“ geht gemeinsam mit der Berliner Stadtreinigung (BSR) und Berlin Recycling berlinweit neue Wege bei der Abfallsammlung. Alle Müllabwurfanlagen in den elfgeschossigen Plattenbauten werden geschlossen und durch unterirdische Anlagen ersetzt. Die ersten beiden Unterflursysteme wurden 2011 bereits an der Ahrenshopper/Wustrower Str. in Betrieb genommen. 2012 folgen die Häuser an der Malchower Aue, am Mühlengrund und am Dorfkern Hohenschönhausen.

Gegenüber der alten gesplitteten Variante mit Müllabwurfanlage für Restmüll auf der Wohnetage und Recyclingplatz in einigen Metern Entfernung vom Wohngebäude, findet nun die Müllsammlung an einem zentralen Ort statt.

Sichtbar ist die individuell gestaltbare etwa 1 Meter hohe abschließbare Einwurfsäule. Der unterirdische Container umfasst ein Fassungsvermögen von fünf Kubikmetern (entspricht fünf großen Müllbehältern a 1.100 Liter). Der Mieter kann mit seinem Wohnungsschlüssel den Einwurfschacht öffnen und seinen Abfall bequem entsorgen.

Zahlreiche Vorteile bietet das unterirdische System:
  • Platzersparnis
  • Barrierefreier Einwurf
  • Leichtere Bedienbarkeit
  • Saubere Umwelt
  • Erhöhte Recyclingquoten
  • Attraktives Erscheinungsbild
  • Größeres Fassungsvermögen
  • Geringere Geruchsbelästigung
  • Keine Fremdeinwürfe (abschließbar)
  • Erhöhte Sicherheit (keine dunklen Ecken)

Der finanzielle Mehraufwand für die Errichtung von insgesamt 16 Unterfluranlagen betrug rund eine Million Euro im Vergleich zur Erhaltung der Müllabwurfanlagen nach den neuen gesetzlichen Anforderungen. Die Ersparnis durch weniger Aufwand für Hauswartleistungen und weniger Restmüll beträgt etwas ein Viertel Million je Jahr, so dass sich nach etwa vier Jahren diese Investition amortisiert hat.

Durch das neue Sammelsystem hat sich die Recyclingquote stark erhöht. Bei Papier um fast 20 Prozent. Die Einsparungen beim Restmüll liegen bei etwa 40 bis 50 Prozent.

Für Rückfragen steht Ihnen die Kundenberaterin Christiane Gericke bei der BSR, Tel.: 7592 6615 zur Verfügung.

Wärmerückgewinnung aus häuslichem Abwasser

HOWOGE Abwasserwärmenutzung

HOWOGE Abwasserwärmenutzung

In dem Doppelhochhaus Seefelder Str. 48/50 wurde von der HOWOGE Wärme GmbH im Dezember 2008 eine Pilotanlage zur Wärmerückgewinnung aus häuslichem Abwasser realisiert.

Die Abwasserwärme wird in den zwei abgehenden Sammelrohren innerhalb des Gebäudes zurückgewonnen und mittels einer Wärmepumpe (8 kW) zur Trinkwasservorwärmung nutzbar gemacht. Messwerte können durch eine Gebäudeleittechnik jederzeit online abgerufen werden.

Zur Visualisierung wurde im Eingangsbereich der beiden Hochhäuser eine Anzeigetafel angebracht. Sie veranschaulicht die Wärmerückgewinnung aus dem Abwasser durch Angaben der aktuellen Abwassertemperaturen in den beiden Sammelleitungen und der durchschnittlichen Anzahl der Wohnungen, die momentan durch die bereitgestellte Wärmemenge mit Warmwasser versorgt werden.

Für Rückfragen steht Ihnen der Geschäftsführer Steffen Liebmann der HOWOGE Wärme GmbH, Tel.: 54 64 36 00 zur Verfügung.

ökologisches Modellprojekt Frankfurter Allee Nord

Kleinwindrad auf der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW)

Kleinwindrad auf der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW)

Windrad auf dem Dach (Forschungsprojekt abgeschlossen)

Im September 2011 wurde auf dem bezirkseigenen Gebäude Zum Hechtgraben 1 eine Kleinwindanlage des Typs Venco-Twister installiert. Das Windrad wurde im Rahmen eines Forschungsprojektes der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin aufgestellt und durch das Umweltentlastungsprogramm II des Berliner Senats sowie Mitteln aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung gefördert. Der Bezirk stellte die Dachfläche zur Verfügung. Ziel der Untersuchung war es, zunächst Erkenntnisse über die Windströmung auf dem Gebäude zu gewinnen. Dafür wurden im Rahmen des Forschungsprojektes berlinweit fünf Kleinwindanlagen für drei Jahre in unterschiedlichen Höhen auf Dächern installiert und mit entsprechender Messtechnik ausgestattet. Das Forschungsprojekt ist mittlerweile beendet und die Kleinwindanlage abgebaut. Gegenwärtig lohnt sich auf Grund der hohen Investitionskosten und im Verhältnis dazu stehenden geringen Stromproduktion die Installation von städtischen Kleinwindanlagen nicht.