Diversity- und Queerbeauftragte

Lichtenberger Rathaus mit Regenbogenflagge

Inhaltsverzeichnis

Willkommen auf den Seiten der Diversity- und Queer-Beauftragten

Der Bezirk Lichtenberg ist seit je her ein bunter und vielfältiger Bezirk – genauso wie die Menschen, die hier leben, arbeiten und lieben. Dies noch stärker sichtbar zu machen, ist eine Aufgabe, der sich der Bezirk stellen will. Dabei bekennt sich das Bezirksamt Lichtenberg zur Vielfältigkeit im Bezirk, akzeptiert und respektiert die unterschiedlichsten Lebensentwürfe und setzt somit ein deutliches Zeichen für Vielfalt und gegen Diskriminierung.

Zu den Aufgaben der Diversity- und Queer-Beauftragten zählt u. a. die Stärkung der Akzeptanz und Sichtbarkeit von Diversity (Vielfalt) und LSBTIQ*-Personen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Bezirksverwaltung, die Unterstützung freier Träger und Netzwerke und das Erstellen von Berichten und Konzepten zu den Themenfeldern Diversity und Queer.

Rechtliche Grundlagen auf Landesebene….

Aktuelles

Tag der lesbischen* Sichtbarkeit

Seit 2008 wird der Aktionstag am 26. April jeden Jahres gefeiert. Auch der Bezirk Lichtenberg setzt sich für die Sichtbarkeit von lesbischen Leben, lesbischen Beziehungen und Kultur im öffentlichen Raum ein. Dies um so mehr, da es zunehmend Gewalt gegenüber lesbischen Frauen und Trans* Frauen auch in unserem Bezirk gibt. Dagegen wollen wir gemeinsam ein Zeichen setzen und werden bereits am 24. April 2026, 11 Uhr vor dem Rathaus Lichtenberg zusammen mit dem Verein Lesben* Leben Familie e.V. Aktivistinnen und Akteure zum Hissen der Fahne „Lesbische Sichtbarkeit“ einladen.

Bezirksbürgermeister Martin Schaefer (CDU): „In den letzten Jahren konnten lesbische und queere Strukturen wie mit dem Regenbogenfamilienzentrum und dem Q-BeL im Bezirk geschaffen werden. Diese Projekte, aber vor allem die lesbischen Frauen darin, prägen unseren Bezirk positiv und nachhaltig, wie z.B. im Rahmen der Lichtenberger Frauenwoche oder der kommenden Queeren Aktionswoche im Mai. Trotzdem müssen sich lesbische Frauen noch heute mit Diskriminierung, Sexismus, Homophobie und anderen Formen der Ausgrenzung auseinandersetzen. Für mich ist dieser Tag ein Tag der Solidarität mit lesbischen Frauen und auch ein Tag „Danke zu sagen.“

Durch den Verein Lesben* Leben Familie e.V. werden anlässlich des Aktionstages folgende Veranstaltung organisiert:

Community goes Kaktus Comedy in Lichtenberg

Datum: Donnerstag, 23. April 2026
Treffpunkt: 18:30 Uhr, Q*BeL, Eitelstraße 85, 10317 Berlin
Show-Zeit: 20 bis 22 Uhr
Show-Ort: Interkosmos Bar, Fanningerstraße 47, 10365 Berlin

Queeres Kino Treptow-Köpenick: Die jüngste Tochter

Datum: Freitag, 24. April 2026
Sektempfang: 18 Uhr
Filmstart: 18:30 bis ca. 20:30 Uhr
Sprache: in deutscher Synchronfassung
Ort: Kino Casablanca Friedenstraße 12-13, 12489 Berlin
Tickets direkt bei der Kino-Kasse Casablanca erhältlich.

5. Dyke*Talk – Generationencafé

Glitter glue und Widerstand: DIY als queere Praxis
Datum: Samstag, 25. April 2026
Uhrzeit: 14 bis 17:30 Uhr
Ort: Café Maggie, Frankfurter Allee 205, 10365 Berlin
Kooperation von Lesbisch*.Sichtbar.Berlin, L-Support, Spinnbodenarchiv, Sonntagsclub

Queeres Kino Marzahn-Hellersdorf: 15 Liebesbeweise

Datum: Montag, 27. April 2026
Uhrzeit: 19 bis ca. 21 Uhr
Ort: Cinestar Berlin-Hellersdorf, Stendaler Str. 25, 12627 Berlin
Tickets an der Kinokasse vor Ort oder über online-Verlosung auf Instagram erhältlich.

Weitere Veranstaltungen berlinweit finden Sie hier: https://www.berlin.de/ba-treptow-koepenick/politik-und-verwaltung/beauftragte/integration/veranstaltungen/artikel.1659059.php

4. Queere Aktionswoche 2026

Zum vierten Mal wird das Bezirksamt Lichtenberg die Queere Aktionswoche in Lichtenberg vom 11. bis 26. Mai 2026 durchführen.

Martin Schaefer (CDU): „Trotz der vielen Feiertage rund um den Magnus Hirschfeld Tag und dem Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit ist diese Queere Aktionswoche wieder ein Zeichen von Gemeinschaft und Solidarität. Dank zahlreicher engagierter Träger, Vereine, Initiativen und Kolleg:innen erwartet die Bürgerinnen und Bürger, aber auch den Besucher:innen von Lichtenberg ein abwechslungsreiches Programm, das von kulturellen Highlights bis hin zu nachbarschaftlichen Begegnungen reicht. Hervorheben möchte ich die Veranstaltungen im Museum Lichtenberg und auf dem Gelände des Zentralfriedhofs Lichtenberg. Beide Veranstaltungen setzen das Projekt „100 Jahre queer Lichtenberg“ fort und machen so das „Queeres Lichtenberg von gestern und heute“ erlebbar.
Mein besonderer Fokus liegt in diesem Jahr auf der Wertschätzung derer, die dieses Angebot/Programm erst möglich machen. Hinter jeder Veranstaltung stehen Menschen, die mit Herzblut und oft unter großem Einsatz Ressourcen bereitstellen. Ihr Engagement schafft Räume für Begegnungen und Inklusion – gerade in dieser Zeit ist dieser Einsatz unbezahlbar. Ich danke allen Beteiligten für die wertvolle Arbeit und die vertrauensvolle Zusammenarbeit.“

Das Programm zur Aktionswoche startet am 11. Mai 2026, 12:00 Uhr mit dem Hissen der Regenbogenfahne vor dem Rathaus Lichtenberg, in der Möllendorffstraße 6, 10367 Berlin. Mittendrin in der Queeren Woche lädt der Tierpark zusammen mit dem Bezirk am 16. Mai 2026, 13 Uhr zum 4. PINK DAY (Führung) in den Tierpark Berlin ein (Anmeldung: sabine.poehl@lichtenberg.berlin.de).

  • Programmheft Queere Aktionswoche 2026

    PDF-Dokument (2.3 MB)

  • Poster A3 Queere Aktionswoche 2026

    PDF-Dokument (2.8 MB)

Queer Guide Pankow-Lichtenberg erschienen

Pünktlich zu den diesjährigen Queeren Aktionstagen ist der Queer Guide, der erstmal die beiden Bezirke Berlin Pankow und Lichtenberg von seiner vielfältigen Seite darstellt, erschienen. Damit sind diese beiden Bezirke einmal mehr Vorreiter, wenn es um die Belange der queeren Community geht. Gleichzeitig hoffe ich, dass mit Erscheinen des Queer Guides weitere Unternehmen oder Gewerbetreibende in Lichtenberg sich zu Vielfalt und Akzeptanz und dies nicht nur ggü. der queeren Community, bekennen. Der Queer Guide wird in gedruckter Form zweisprachig angeboten (deutsch/englisch).

  • Queer City Guide Pankow-Lichtenberg - Orte, Menschen und Geschichten queerer Vielfalt in Berlin Pankow & Lichtenberg

    PDF-Dokument (7.2 MB)

NEIN ZU GEWALT AN FRAUEN und QUEEREN MENSCHEN

Bereits am Samstag, den 14. Dezember 2025 kam es zu einem homophob beleidigenden und körperlichen Angriff auf zwei Frauen.
Die drei männlichen Täter schlugen und traten auf die Frauen ein und flüchteten nach der Tat.
Als Diversity- und Queerbeauftragte sage ich, es reicht. Ich spreche mich klar gegen Gewalt und Hass gegen queere Menschen und generell gegen jede Gewalt an Menschen aus.
Lichtenberg ist ein Bezirk der Vielfalt. Jedoch muss auch ich eingestehen, dass nicht alle Menschen im Bezirk dieser Vielfalt respektvoll entgegentreten.
Stimmen aus den BVV- Fraktionen in Lichtenberg und der AG Queer Lichtenberg zeigen, wie erschrocken, verletzlich und auch zornig die Lichtenberger Queere Community auf diese Straftat reagiert. Noch immer fehlen Angebote und Schutzräume für Sie und eine Gesellschaft, Nachbarschaft die frei von Vorurteilen und Ablehnung gegenüber queeren Menschen ist. Diese erneute Gewalt gegen Frauen macht mich betroffen, aber nicht sprachlos. Ich danke der AG Queer Lichtenberg, die entschieden gegen Queerfeindlichkeit im Bezirk eintritt und allen Partner:innen, die für queere Menschen ein Angebot im Bezirk schaffen oder bereits vorhalten. Gemeinsam werden wir auch in 2026 zeigen, dass der Bezirk Lichtenberg ein weltoffener und vielfältiger Bezirk ist, wo Hass, Hetze und Diskriminierung wie Gewalt keinen Platz haben.
Ich wünsche den beiden betroffenen Frauen eine schnelle Genesung und stehe für ein Gespräch bereit.

Bezirksamtsehrung mit gemeinsamer Preisverleihung

Das Bezirksamt Lichtenberg von Berlin hat auch im Jahr 2025 den Lichtenberger Frauenpreis sowie den Integrations-, Queer- und Demokratiepreis ausgelobt. Überreicht wurden die vier Auszeichnungen in einer gemeinsamen Preisverleihung am Donnerstag, 9. Oktober 2025 im Kulturhaus Karlshorst, Treskowallee 112, 10318 Berlin.

Bezirksbürgermeister Martin Schaefer (CDU): „Gegenseitige Wertschätzung ist ein wichtiger Bestandteil in unserer Zivilgesellschaft – den Einsatz für unsere Gemeinschaft und unsere freiheitlich-demokratischen Grundwerte können wir kaum genug wertschätzen. Lichtenberg ehrt mit diesen Preisen auch 2025 Menschen, die sich in ganz besonderem Maße auf unterschiedliche Weise für unser Miteinander einsetzen. Danke für die Vorschläge und vor allem Danke für Ihre fantastische Arbeit hier im Bezirk!“

Der Queer Preis Lichtenberg 2025 ging an die AG Queer Lichtenberg. Vor vier Jahren gründete sich diese Gruppe aus engagierten Lichtenbergerinnen und Lichtenbergern, um queeres Leben im Bezirk zu zeigen und erlebbar zu machen. Seitdem unterstützen sie Feste und Aktivitäten im Bezirk, wie z. B. die „Queeren Filmnächte“, die „Queeren Kunst- und Kulturtage“, den Familienrenntag oder den Lichtermarkt. Außerdem setzen sie eigene Ideen, wie z. B. die Aktionen zum Welt Aids Tag, den Vernetzungsabend mit der AHA-Berlin oder die Queere Lesebühne um. Die Laudatio hielt Jan Lübbe (SPD Queer), der im Namen der SPD Queer die AG Queer vorschlug und ihre Arbeit als Leuchtturmprojekt Lichtenbergs hervorhob.

Reidebeitrag

  • Laudatio zum Preisträger des Queer Preises Lichtenberg 2025

    PDF-Dokument (114.9 kB)
    Dokument: Jan Lübbe, AG „SPDqueer“ der SPD Lichtenberg

Bildliche Eindrücke der Preisverleihungen am 9. Oktober 2025

von links nach rechts: Mitglieder der AG Queer Lichtenberg und die Diversity- und Queerbeauftragte, Sabine Pöhl, bei der Übergabe des Queer Preises Lichtenberg 2025.

von links nach rechts: Mitglieder der AG Queer Lichtenberg und die Diversity- und Queerbeauftragte, Sabine Pöhl, bei der Übergabe des Queer Preises Lichtenberg 2025.

von links nach rechts: Bezirksbürgermeister Martin Schaefer (CDU), Mitglieder der AG Queer Lichtenberg, Diversity- und Queerbeauftragte Sabine Pöhl und Gregor Hoffmann, Vorsteher der BVV Lichtenberg bei der Preisübergabe des Queer Preises Lichtenberg 2025

von links nach rechts: Bezirksbürgermeister Martin Schaefer (CDU), Mitglieder der AG Queer Lichtenberg, Diversity- und Queerbeauftragte Sabine Pöhl und Gregor Hoffmann, Vorsteher der BVV Lichtenberg bei der Preisübergabe des Queer Preises Lichtenberg 2025

Mitglieder der AG Queer, die Diversity- und Queer-Beauftragte des Bezirksamtes, Sabine Pöhl, die stellvertretende Vorsitzende der BVV, Kerstin Zimmer, die Bezirksstadträtin Filiz Keküllüoğlu, Constanze Körner von LesLeFam e.V. und Dana Wetzel, BiBerlin e.V., bei der Flaggenhissung vor dem Rathaus.

Flaggenhissung zum Tag der bisexuellen Sichtbarkeit

Redebeitrag von Dana Wetzel, BiBerlin e.V.:
“Herzlichen Dank für die Einladung zur Flaggenhissung anlässlich des Bi+ Visibility Day.

(Der 23. September ist zugleich auch der Internationale Tag der Gebärdensprachen. Lasst uns zusammen sichtbar sein!)

Inspiriert von der US-amerikan. Bi+ Aktivistin Bailey Merlin, möchte ich heute nicht über Sichtbarkeit sprechen, sondern über Anerkennung und Teilhabe.

Mein Name ist Dana Wetzel, ich spreche heute für BiBerlin e.V. und die Fachstelle Bi+, die von der Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung, kurz LADS, gefördert wird.

Die Fachstelle Bi+ ist gerade ein Jahr alt und schon steht ihre Zukunft auf dem Spiel. Sie ist die erste und einzige spezialisierte Einrichtung für die Bi+ Community und ihre Angehörigen in Berlin. Wir bieten psychosoziale Beratung, Empowerment-Angebote sowie Schulungen für Verwaltung, Politik und Institutionen.

Bi+ Personen stellen mit rund 60 % die Mehrheit der queeren Community. Es gibt ein einziges Bi+ Projekt. Dabei umfasst unsere Zielgruppe allein in Berlin potenziell schon ca. 800.000 Menschen.

Wir haben Haushaltsverhandlungen. Die Fachstelle Bi+ soll ab 2026 nur noch mit einem reduzierten Sockelbetrag finanziert werden, der um 1/3 geringer ist.

1,2 % für Bi+ Projekte! Denn 1,2 % ist der Anteil am Gesamtbudget 2026, das für LSBTI-Projekte in Berlin geplant ist. 1,2 % für die größte Gruppe der queeren Community. 1,2 % für 60 % der queeren Community.

Das ist ein Schlag ins Gesicht und zeigt deutlich, dass das B in LSBTIQ nicht
das gleiche Maß an Finanzierung oder Anerkennung erhält, wie andere queere Organisationen.

Die aktuelle qualitative Befragung der Fachstelle Bi+ zeigt:
Bi+ Menschen erleben spezifische Ausschlüsse und Diskriminierungen, die von Politik, Verwaltung und Fachpraxis noch immer vernachlässigt werden.

Unsere Bedürfnisse werden konsequent minimiert und in den Hintergrund gedrängt.
Meine Kollegin Carolin Reiß und ich, spüren täglich wie groß der Bedarf an sicheren, fachlich qualifizierten Beratungsangeboten mit Peer-Perspektive ist. Unsere Erfahrungen zeigen klar, dass vorhandene Strukturen längst nicht ausreichen, um das Ausmaß an Unsichtbarkeit, Ängsten und Ausschlüssen aufzufangen.

Wenn Bi+ Menschen Teilhabe einfordern, wird uns oft signalisiert, wir sollten still sein, weil es Themen gibt, die wichtiger sind – etwa Trans* Themen, die absolut wichtig sind. Lange erkämpfte Trans* Rechte sind in Gefahr.

Über 40% der Trans* Menschen identifizieren sich als Bi+. Zählt nur der Trans* Teil dieser Identität und ist der Bi+ Teil nicht relevant? Trans* Themen sind Bi+ Themen und Bi+ Themen sind Trans* Themen. Identitäten sind intersektional. Es sind die unterschwelligen kleinen Nadelstiche, die sich summieren.

Wenn von Homo- und Transfeindlichkeit die Rede ist: Das blendet nicht nur Bi+, sondern auch intergeschlechtliche Menschen aus. Dabei ist Queerfeindlichkeit die kürzere und inklusive Alternative.

Wir spüren das innere Naserümpfen, wenn wir bei queeren Veranstaltungen
mit einem Infostand vor Ort sind und sich abgewendet wird, wenn klar ist,
dass wir die Bi+ Community repräsentieren. Manchmal noch mit einer abfälligen Handbewegung. Bi+ Probleme scheinen nicht existent zu sein, weil sie vermeintlich nicht ernst genug sind.

Aber Statistiken zeigen, dass Bi+ Menschen – im Vergleich zu den monosexuellen Angehörigen der queeren Community – die höchste Rate an Angstzuständen, Depressionen, Suizidalität und Substanzkonsum aufweisen. Bi+ Jugendliche haben ein noch höheres Risiko: Die Suizidgefahr ist hier noch größer.

Es geht aber nicht nur um Statistiken. Hier geht es um einen Mangel an Ressourcen.

Beratungsangebote spielen eine zentrale Rolle bei der Bewältigung von Diskriminierungserfahrungen und Unsicherheit. Diese Angebote können jedoch gleichzeitig Diskriminierung und Stereotype reproduzieren. Aus diesem Grund ist ein essenzielles Anliegen, dass die Angebote bi+ sensibel und intersektional sind.

Aktuell kann die Fachstelle Bi+ nur einen Teil dieser Bedarfe decken.
Wir brauchen gesicherte Strukturen, und eine klare politische Entscheidung für die Bi+ Community.

Uns ist in keiner Weise daran gelegen unrealistische Forderungen zu stellen.
Wir wollen aktuell lediglich den Status quo erhalten.

Für das B, für die Fachstelle Bi+ bedeutet Status quo einen Anteil von 1,8 % der Haushaltssumme für LSBTI. Wir halten trotz der ständigen Hindernisse durch, nicht wegen ihnen.

Der Bi+ Aktivismus reicht in Berlin Jahrzehnte zurück. Ehrenamtlich. Neben Jobs, neben Familien. Das ist keine Wohlfühlgeschichte. Ehrenamt kann aber nicht alles tragen und leisten.

Wenn Berlin uns unterfinanziert, wenn Berlin uns ignoriert, lässt die Regenbogenhauptstadt die Mehrheit der queeren Community im Stich.

Heute bitte ich nicht um Sichtbarkeit, sondern um etwas, das viel mehr Arbeit erfordert: Ich bitte darum, anerkannt zu werden. Ich bitte um echte ganzjährige Anerkennung von Bi+ Menschen. Das bedeutet, dass mindestens der Status quo, also die Zuwendungssumme 2025, für die Fachstelle Bi+ sichergestellt werden muss.

Berlin darf sich nicht länger Regenbogenhauptstadt nennen, wenn es die queere Mehrheit im Stich lässt. Berlin darf sich nicht mit Vielfalt schmücken, während es Bi+ Menschen an den Rand drängt.

Ich bitte um Anerkennung, und Anerkennung zeigt sich in Taten.
Vielen Dank.”

Bezirksbürgermeister Martin Schaefer und Bezirksstadträtin Filiz Keküllüoğlu mit der Diversity- und Queerbeauftragten, Sabine Pöhl, Mitgliedern des Queer-Beirates und der AG Queer Lichtenberg zum Start der 3. Queeren Woche Lichtenberg.

3. Queere Aktionswoche 2025

Zum Start der Queeren Aktionswoche wurde am Montag, 12. Mai 2025, 9 Uhr die Regenbogenfahne vor dem Rathaus Lichtenberg, in der Möllendorffstraße 6, 10367 Berlin gehisst. Direkt im Anschluss fand der Workshop „Einführung in diversitätssensible Organisationsentwicklung in der Pflege“ statt. Zum Abschluss der Queeren Woche lädt der Tierpark zusammen mit dem Bezirk am Sonntag, 18. Mai 2025, 15 Uhr zum 3. PINK DAY in den Tierpark Berlin ein (Anmeldung: sabine.poehl@lichtenberg.berlin.de).

  • Programm Lichtenberger Queere Woche 12. Mai bis 18. Mai 2025

    PDF-Dokument (512.8 kB)

von links nach rechts: Sabine Pöhl, Diversity- und Queerbeauftragte; Anto Damm, LesLeFam e. V.; Bezirksbürgermeister Martin Schaefer und René Powilleit, LSU Berlin mit der Fahne zur lesbischen Sichtbarkeit.

Fahnenhissung zum Tag der lesbischen Sichtbarkeit

Am 25. April 2025 wurde im Beisein des Bezirksbürgermeisters, Martin Schaefer (CDU) und der Diversity- und Queerbeauftragten die Fahne für Lesbische Sichtbarkeit gehisst.
Anwesend waren Vertreter:innen aus der BVV Lichtenberg, der LSU, Kolleg:innen aus dem Rathaus und Vertreter:innen aus der Trägerlandschaft. Den Redebeitrag von Anto Damm (LesLeFam e.V.) möchten wir an dieser Stelle mit veröffentlichen. Wir wünschen allen morgen einen erlebnisreichen Aktionstag und denken bei allem auch an die, die morgen Abschied von Papst Franziskus nehmen.

Redebeitrag von Anto Damm, Projektleitung Lesbisch.Sichtbar.Berlin bei LesLeFam e. V.:
„„Alle Lesben müssen sterben
Diesen Satz hat uns vor drei Wochen ein Mann entgegen gebrüllt, als wir während einem Workshop vor unseren Räumen standen.
Offensichtlich wusste er, wer wir sind und offensichtlich kannte er keine Scheu uns seinen Hass in dieser Massivität offen zu zeigen.
Dieses Beispiel zeigt – Lesben*feindlichkeit ist real. Sie äußert sich in abfälligen Kommentaren, in Ignoranz, in Ausschlüssen bis hin zu Hass – sei es in der Schule, auf der Straße, am Arbeitsplatz oder leider auch innerhalb der queeren Szene.
Diese Aggressionen gegen marginalisierte Gruppen nehmen von Tag zu Tag zu und sind Ergebnis einer gesellschaftlichen Stimmung, in der das Hetzten, die Diskriminierung und der Hass immer salonfähiger werden.
Lesben*feindlichkeit ist auch ein strukturelles Problem, das sich nicht nur auf heteronormative Vorstellungen stützt, sondern auch auf patriarchale Machtverhältnisse, in denen lesbische, nicht-binäre und trans Menschen keinen Platz bekommen sollen – besonders dann, wenn sie sich selbstbewusst zeigen und wenn sie Raum einfordern. Sichtbarkeit bedeutet in so einem Klima nicht nur Stärke – sie bedeutet auch Risiko.
Deshalb ist lesbische* Sichtbarkeit ein Akt des Widerstands. Es geht nicht nur darum, gesehen zu werden – es geht darum, anerkannt zu werden. In all unserer Vielfalt. In unseren Selbstdefinitionen, in unseren Körpern, in unseren Beziehungen, in unserer Geschichte. Lesbische* Sichtbarkeit heißt: nicht mehr weggelächelt zu werden, nicht mehr sexualisiert, nicht mehr ignoriert, sondern ernst genommen zu werden. Als politisches Subjekt. Als Teil der Gesellschaft.

Berlin ist nach wie vor eine queere Stadt – wir haben hier Sichtbarkeit, wir haben Orte der Begegnung, wir haben viele und vielfältige Projekte die sich für queere Belange stark machen. Doch durch die drohenden Kürzungen sind die Strukturen, die die queeren Communities stärken, unterstützten und empowernden, die alltäglich queere Sichtbarkeit herstellen, diese Projekte, die das Fundament für die Regenhauptstadt Berlin stellen, sind gefährdet. Und damit appellieren ich ganz klar an alle, die in der Politik und in der Verwaltung ein kleines Rädchen drehen können, nutzt euren Einfluss um, diesen Kürzungswahn aufzuhalten. Wir brauchen starke Strukturen, um dem immer stärker werdenden Hass etwas entgegen zu setzten!
Wir brauchen ein Miteinander, das solidarisch ist – nicht nur innerhalb der lesbischen Community, sondern über alle Identitäten hinweg. Lesbenfeindlichkeit betrifft uns alle. Denn wenn eine Identität unsichtbar gemacht wird, ist keine mehr wirklich sicher.“

Bezirksstadträtin Sandy Mattes, Philipp Ahrens, Bezirksstadträtin Filiz Keküllüoğlu, Anto Damm und Alfonso Pantisano zur Fahnenhissung zum Internationalen Tag der Transsichtbarkeit am 31. März 2025

Flaggenhissung zum Coming-Out Day

Wir feiern am 31. März 2025 den „Internationalen Tag der Transsichtbarkeit (Transgender Day of Visibility). Er ist ein wichtiger Aktionstag, der die Anliegen und Rechte von trans Menschen ins öffentliche Bewusstsein rückt, diese sind z. B.:
  1. Sichtbarkeit und Anerkennung: Trans* Menschen sind oft mit Vorurteilen, Diskriminierung und mangelnder Akzeptanz konfrontiert. Der Tag der Trans*Sichtbarkeit dient dazu, ihre Existenz und Vielfalt sichtbar zu machen und ihre Rechte anzuerkennen.
  2. Aufklärung und Sensibilisierung: Der Tag bietet eine Plattform, um über die Lebensrealitäten von trans* Menschen aufzuklären und das Bewusstsein für ihre Herausforderungen zu schärfen.
  3. Solidarität und Unterstützung: Er stärkt das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der trans* Community und zeigt, dass sie nicht allein sind. Gleichzeitig ruft er Verbündete dazu auf, sich für die Rechte von trans* Menschen einzusetzen.
  4. Gegen Diskriminierung und Gewalt: Trans* Menschen sind weltweit und auch in Deutschland und Berlin von Diskriminierung und Gewalt betroffen. Der Aktionstag soll dazu beitragen, diese Missstände zu bekämpfen.
    Noch immer werden Trans*Menschen in Berlin, in Deutschland und weltweit Tag täglich diskriminiert.
    Dazu gehören:
    • Beleidigungen und Hassreden
    • Ausgrenzung und Mobbing
    • Diskriminierung am Arbeitsplatz und bei der Wohnungssuche
    • Gewalt und Übergriffe.

In Lichtenberg können sich Trans*Menschen im Q-BeL (LesLeFam e.V.) oder im Kieztreff der Undine (VaV) beraten lassen bzw. finden einen Raum, um sich zu vernetzen oder Aktivitäten gemeinsam zu planen.

Kontakt

Diversity- und Queer-Beauftragte

Sabine Pöhl