Gewaltprävention

Depressiver kleiner Junge
Bild: bramgino - Fotolia.com

Konflikte lassen sich auch an Schulen nicht vermeiden – aber deren Lösung ohne Gewalt muss das Ziel sein. Viele Initiativen, Projekte und Programme zum sozialen Lernen helfen, das Schulklima zu verbessern und die Kompetenz im Umgang mit Krisensituationen zu stärken. Gewalt vorzubeugen ist eine wichtige Aufgabe der Schulentwicklung. Gewaltprävention ist bereits in vielen Schulprogrammen verankert.

Desperation Paragraphs

Jugendgerichtsprojekt

Das Jugendgerichtsprojekt ist ein Präventionsangebot für Schulen zum Jugendstrafrecht. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit dem Thema Gewalt und deren juristischen Folgen und werden so in ihrer Sozialkompetenz und in ihrem Rechtsbewußtsein gestärkt und lernen auch alternative Konfliktlösungen kennen.

Von der Straftat bis zum Urteil

Während des Projektes werden alle Stationen eines Jugendstrafverfahrens – von der fiktiven Straftat bis zum Urteil durch das Jugendgericht – von den Schülerinnen und Schülern nachgespielt. Anhand der jeweiligen Rolle als Täter, Opfer oder Zeuge werden die Jugendlichen angeregt, sich mit Straftaten und deren Verurteilung vor dem Jugendgericht auseinander zu setzen.

Gerichtsverhandlung

Gleichzeitig befassen sich die Schülerinnen und Schüler in der fünftägigen Projektwoche mit dem Rechtssystem der Bundesrepublik Deutschland und speziell mit dem Jugendstrafverfahren. Höhepunkt ist dann die gespielte Verhandlung der Straftat im Amtsgericht Tiergarten. Die Besonderheit des Jugendgerichtsprojekt besteht in der Mitwirkung realer Akteure aus den Bereichen Polizei, Jugendhilfe und Justiz, die in authentischer und anschaulicher Weise ihre Rollen und ihre Aufgaben im Rahmen von Jugendstrafverfahren vermitteln.

Während der Vorbereitung und in der Nachbereitungsphase lernen die Jugendlichen zudem die Arbeitsinhalte und Qualifikationswege von Berufen in den Bereichen Jugendhilfe/Soziale Arbeit, Sicherheit und Ordnung sowie Justiz kennen. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur Förderung der Berufsorientierung und der Berufswahlkompetenz der Schülerinnen und Schüler.

Ziele

Die Jugendlichen sollen durch das Jugendgerichtsprojekt

  • das Rechtssystem der Bundesrepublik Deutschland und das Jugendstrafverfahren kennenlernen,
  • dabei unterstützt werden, geltende Rechtsnormen zu akzeptieren,
  • in ihrem Rechtsbewusstsein und ihrer Sozialkompetenz gestärkt werden,
  • alternative Konfliktlösungsstrategien zur Vermeidung von Gewalt aufgezeigt bekommen
  • in ihrer Berufsorientierung und Berufswahlkompetenz gestärkt werden.

Die Ursprünge des Projektes gehen zurück auf das von der Landeskommission Berlin gegen Gewalt entwickelte Konzept „ Rechtskundepaket – Recht aufschlussreich“ und wird von freien Träger der Jugendhilfe und Honorarkräften durchgeführt. Sie gestalten und organisieren die Jugendgerichtsprojekte mit den interessierten Schulen und in Zusammenarbeit mit den Präventionsbeauftragten der Polizei Berlin, Jugendgerichtshelfern, Staatsanwälten, Richtern, Rechtsanwältinnen und Diversionsmittlerinnen der Stiftung SPI.

In allen Berliner Bezirken werden jährlich rund 74 Jugendgerichtsprojekte umgesetzt.

Mehr Informationen zum Jugendgerichtsprojekt finden Sie auf der projekteigenen Website www.rechtskunde-projekt.de sowie unter www.stiftung-spi.de .

Tat - Ausgleich in der Schule

Grafik Gesichter als Scherenschnitt
Bild: SenBJW

Was ist ein Tat-Ausgleich?

Der Tat-Ausgleich ist ein Gesprächsangebot, um Konflikte in der Schule wie Diebstahl, Beleidigungen, Bedrohungen, Mobbing oder Gewalt so zu lösen, dass man sich „wieder in die Augen schauen kann”, dass Vorfälle aufgearbeitet und mögliche Wiedergutmachungen geregelt werden können.

Wird eine neutrale Vermittlungsperson von den Betroffenen gewünscht, bieten neben den Schulen auch die Schulpsychologen und die Integrationshilfe des Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerks ihre Unterstützung und Hilfe zur Schlichtung an.

Unterstützungsangebote in der Gewaltprävention

Antigewaltfibel
Bild: LISUM

Die Berlin Brandenburger Anti-Gewalt-Fibel

Die Anti-Gewalt-Fibel bietet für aktuelle Gewaltsituationen direkt einsetzbare Hilfe und benennt außerdem Ansprechpartnerinnen und -partner für Berliner und Brandenburger Schulen, die bei der Gewaltprävention und -intervention beratend tätig sind.

Anti-Mobbing-Fibel
Bild: LISUM

Die Berlin-Brandenburger Anti-Mobbing-Fibel

Der Ratgeber gegen Mobbing zeigt Methoden und Strategien auf, bietet Fallbeispiele an, beschreibt präventive Wege, benennt Empfehlungen für Cyber-Mobbing und listet die Ansprechpartner auf.

Logo pax an
Bild: LISUM

pax-an!

Hinter diesem Namen verbirgt sich ein engagiertes Team von Lehrkräften und Sozialpädagogen, die seit über 10 Jahren die Idee der konstruktiven, gewaltfreien pax-an! – Schulkultur in Fortbildungen an Teilnehmerinnen und Teilnehmern aller Schularten weitergeben.

Logo Polizei Berlin
Bild: Polizei Berlin

Polizei

Die Berliner Polizei führt regelmäßig Anti-Gewalt-Veranstaltungen in den 5. bis 8. Klassen durch. Das sind Unterrichtseinheiten, die sich um spezielle Themen oder Probleme drehen, z. B. zur Drogenproblematik oder Rechtsextremismus.

Logo Schule ohne Rassismus
Bild: Schule ohne Rassismus

Schule ohne Rassismus

An 43 Schulen setzen sich Schülerinnen und Schüler für einen Klimawechsel an ihrer Schule und für ein demokratisches Miteinander ein. Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage ist ein Projekt von und für Schüler, um das Schulklima aktiv mitzugestalten und sich bewusst gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt einzusetzen.