Grundschule

Drei Schüler in der Grundschule
Bild: SenBJW

Mit der Einschulung beginnt für die Kinder ein neuer Lebensabschnitt, in dem ihnen nicht nur Wissen, sondern insbesondere die Fähigkeit zu lebenslangem Lernen mit allen Sinnen vermittelt werden soll. Informieren Sie sich hier über die Grundschulzeit Ihres Kindes. Sie erfahren, was Ihr Kind in der Grundschule lernt, wie Sie als Eltern mitwirken können und welche besonderen Angebote es in den Schulen gibt.

Aktuelles zur Einschulung

Mädchen mit Ranzen bei Einschulung
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Zum Schuljahr 2017/2018 werden alle Kinder schulpflichtig, die vom 1. Januar bis 30. September 2011 geboren sind.

  • Kinder, die vom 1. Oktober 2011 bis 31. März 2012 geboren sind, können auf Wunsch der Eltern vorzeitig in die Schule (zum Schuljahr 2017/2018) aufgenommen werden, sofern kein Sprachförderbedarf besteht.
  • Wenn Sie eine spätere Einschulung Ihres Kindes wünschen, können Sie die Zurückstellung von der Schulpflicht beantragen. Die Zurückstellung um ein Jahr kann nur genehmigt werden, wenn der Entwicklungsstand Ihres Kindes eine bessere Förderung in einer Kindertagesstätte erwarten lässt.

Die Schulaufsicht entscheidet dann über Ihren Antrag und berücksichtigt dabei die Stellungnahme der Kita und das Gutachten des Schularztes oder des Schulpsychologischen Dienstes.

Bitte beachten Sie, dass Sie für eine Zurückstellung Ihres Kindes bis Februar 2017 einen Termin zur schulärztlichen Untersuchung wahrnehmen müssen. Eine Zurückstellung nach Schulbeginn ist ausgeschlossen.

Diese Änderungen des Schulgesetzes treten am 15. August 2016 in Kraft.

Schulbeginn 2017

lachendes Schulkind
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Für Kinder, die vom 1. Januar bis 30. September 2011 geboren sind, beginnt die Schulpflicht am 1. August 2017.

Für den Schulbeginn müssen Sie Ihr Kind in der Zeit vom  30. September 2016 bis 14. Oktober 2016 in der für Sie zuständigen Grundschule anmelden. Diese ist in der Regel die Ihrer Wohnung nächstgelegene öffentliche Grundschule.

Das Heft “Schulbeginn 2017” gibt Ihnen ausführliche Informationen zum Schulanfang, zur Ganztagsschule oder zum Jahrgangsübergreifenden Lernen (JÜL) und bietet Ihnen eine gute Vorbereitung auf die Schulzeit und den Schulalltag ihres Kindes.

Außerdem finden Sie darin die Schulen mit speziellen Angeboten, die Sie abweichend von ihrer Einzugsschule wählen können. Zum Beispiel, wenn sie für Ihr Kind eine gebundene Ganztagsschule, Französisch als erste Fremdsprache, eine Europaschule, eine Inklusive Schule oder besondere Schwerpunkte und Förderangebote wünschen.

Alle Berliner Grundschulen sind Ganztagsschulen

Schulhof
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Die kontinuierliche Verbesserung der Lehr- und Lernkultur ist ein Schwerpunkt der Berliner Gundschulen: Schulische Ganztagsangebote schaffen Zeit, Bildungsangebote inhaltlich und methodisch zu verändern und alle Schüler individuell zu fördern.

Unterricht und außerunterrichtliche Angebote richten sich nach den Lern- und Lebensbedürfnissen der Schüler und beziehen sich inhaltlich und organisatorisch aufeinander.

Mit der verlässlichen Halbtagsgrundschule und der offenen bzw. gebundenen Ganztagsgrundschule stehen Eltern konzeptionell und zeitlich unterschiedlich ausgerichtete schulische Angebote zur Verfügung: Die Eltern können so das für ihr Kind gewünschte Ganztagsmodell wählen.

Die flexible Schulanfangsphase

Grundschüler im Klassenraum
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Wenn jüngere Kinder in die Schule kommen, muss sich natürlich auch die Schule verändern: So wird das 1. und 2. Schuljahr als eine Einheit gesehen und findet in der flexiblen Schulanfangsphase seinen Ausdruck.

Schulanfänger sind keine Lernanfänger: Aber was die Kinder bereits können, ist sehr unterschiedlich. Jedes Kind hat Stärken und Schwächen, doch mit dem Schulbeginn können die Kinder voneinander lernen. Dabei geht es nicht nur um Wissen, sondern um persönliche und soziale Stärken.

Der Anspruch der Berliner Schule ist es, jede Schülerin und jeden Schüler individuell zu fördern und stärker die unterschiedlichen Voraussetzungen und Bedürfnisse zu berücksichtigen. Deshalb stützen sich die Lehrer in der Schulanfangsphase auf folgende Annahmen:

  • Jedes Kind hat schon vor Schuleintritt vieles mit Erfolg gelernt.
  • Jedes Kind will lernen.
  • Kinder sind aktive Konstrukteure ihres Wissens und Könnens.
  • Jedes Kind geht beim Lernen seinen eigenen Weg.
  • Jedes Kind benötigt für sein Lernen seine Zeit und passende Angebote

In der Schulanfangsphase lernen alle Kinder gemeinsam. Für Schülerinnen und Schüler, die besondere Unterstützung brauchen, stehen Stunden für sonderpädagogische Förderung zur Verfügung: Diese können für spezifische Fördernangebote in der Klasse, aber auch in temporären Kleingruppen oder für einzelne Kinder genutzt werden.

Auch nach der Schulanfangsphase gilt für Eltern, deren Kinder sonderpädagogischen Förderbedarf haben, die freie Wahl der Schule. Denn Integration hat in der Berliner Schule Vorrang.

Die flexible Schulanfangsphase

Förderung durch individuelles, gemeinsames und jahrgangsübergreifendes Lernen

PDF-Dokument (1.6 MB) - Stand: August 2010 Dokument: SenBWF

Wochenstundentafel für Grundschulen

PDF-Dokument (40.2 kB)

Das Jahrgangsübergreifende Lernen (JÜL)

Bildvergrößerung: Grafik Jahrgangsübergreifendes Lernen
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Nach dem Motto: “Zeig mir mal wie du das machst”! sind das 1. und 2. Schuljahr jahrgangsgemischt und die Regelform an der Berliner Grundschule.
Das bedeutet, die meisten Kinder werden zwei Jahre in der Schulanfangsphase bleiben, um die Inhalte nach den Rahmenlehrplänen zu lernen und die Ziele des Unterrichts zu erreichen.

Mehr Zeit zum Lernen
Wer mehr Zeit braucht, kann auch ein drittes Schuljahr in der Anfangsphase bleiben. Das dritte Jahr wird nicht auf die allgemeine Schulbesuchspflicht angerechnet: Die Kinder haben dadurch keine Nachteile und gelten auch nicht als Sitzenbleiber.

Schneller beim Lernen
Kinder, die vielleicht aufgrund besonderer Begabungen schneller lernen, rücken bereits nach einem Jahr in die 3. Klasse auf. Der Vorteil dieser flexiblen Regelung in beide Richtungen ist: Jedes Kind lernt nach seinem eigenen Tempo und muss nicht die gesamte Lerngruppe wechseln.

Ganz gleich, ob es zwei oder drei Jahre in der Schulanfangsphase lernt, Ihr Kind bleibt immer mit einigen Freunden und vertrauten Bezugspersonen zusammen.

Was ist Rhythmisierung?

Grundschülerin schneidet mit Schere Papier
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An vielen Grundschulen hat sich die offene Gestaltung des Tages durchgesetzt, die sogenannte Rhythmisierung. Jede Schule kann ihren Schulalltag nach ihren Bedürfnissen strukturieren und so gibt es vielfältige Möglichkeiten den Tagesablauf in der Ganztagsgrundschule zu gestalten:

  • Gleitender Beginn
  • Unterrichtsblöcke statt 45-Minuten-Stunden
  • Offene Schlussphasen
  • Aktive Pausen
  • Wochenbeginn und -abschluss

Die erste Fremdsprache lernen

Schüler mit Baskenmütze sitzt im Französischunterricht
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Das Sprechen mehrerer Sprachen ist nicht nur ein wichtiges Element in der Schulausbildung, sondern vergrößert auch die späteren beruflichen Chancen.

Deshalb wird in Berlin in der 3. Klasse mit dem Fremdsprachenunterricht begonnen: Die Schüler können zwischen Englisch oder Französisch als 1. Fremdsprache wählen. Der Unterricht findet mit zwei Stunden pro Woche statt, in einigen Schulen sogar als freiwillige Arbeitsgemeinschaft schon in der Schulanfangsphase. In der 4.-6. Jahrgangsstufe ist es jeweils eine Wochenstunde mehr.

Besondere sprachliche Angebote in der Grundschule

Lernaufgaben

Rechenaufgabe an der Kreidetafel
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Lernaufgaben (Hausaufgaben) sollen die im Unterricht begonnenen Lernprozesse unterstützen und vertiefen. Sie können aber auch der Unterrichtsvorbereitung dienen. Im Allgemeinen werden die Übungen zum Vertiefen und Anwenden des Gelernten schon in der Schule bearbeitet.

Über den Umfang der Lernaufgaben entscheiden die Schulen in ihrer Schulkonferenz (Gremium aus Lehrern und Elternvertretern). Die Lernaufgaben sollen den Grundschülern nicht nur helfen, Gelerntes selbständig zu üben und zu vertiefen, sondern die Aufgaben sollen von den Schülerinnen und Schülern
auch selbständig gelöst werden können.

Natürlich können die Eltern ihre Kinder unterstützen, aber die Aufgaben sollten die Kinder eigenständig lösen: Denn wer keine Fehler macht, lernt nicht. Als Strafe oder als disziplinarisches Mittel sind sie pädagogisch nicht vertretbar und nicht zulässig.

Der Grundwortschatz

Grundwortschatz
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Mit Beginn des Schuljahrs 2011/2012 erhalten Grundschulkinder ein Heft mit dem ihrem Alter entsprechenden Grundwortschatz. Von “Abend bis zwölf” für die Klassen 1 und 2, von “Arzt bis Zukunft” für die Klassen 3 und 4 gibt der Grundwortschatz Schülern, Eltern und Lehrkräften eine Orientierung, welche Sprachbildung in den verschiedenen Entwicklungsphasen beherrscht werden sollte. Zu den Schülerheften ist auch eine Handreichung für Lehrkräfte zum Umgang mit dem Grundwortschatz im Unterricht erschienen.

Grundwortschatz für die Klassen 1 und 2

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Grundwortschatz für die Klassen 3 und 4

PDF-Dokument (944.2 kB) Dokument: SenBJW

Grundwortschatz - Handreichung für Lehrkräfte

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Fragebogen zur Selbsteinschätzung in der Grundschule

Um bei den Kindern die Selbsterfah­rung und -beurteilung ihres Lernens zu fördern, gibt es den „Fragebogen zur Selbstein­schätzung in der Grundschule“. Er wurde in der Praxis erar­beitet und bereits in vielen Grundschulen erprobt.

Die auf das Können ausgerichteten Fragen sollen Schülerinnen der 4. und 5. Klassen dazu anregen, ihre Interessen, Kompetenzen und Lernleistungen selbst einzuschätzen. Die Lehrerin kann Aufschluss darüber erhalten, wie gut die Schüler ihre eigene Lernentwicklung be­o­b­achten können.

Leistungsbewertung: Das indikatorenorientierte Zeugnis

In der Schulanfangsphase erhalten alle Schülerinnen und Schüler am Ende eines Schuljahres ein Zeugnis mit einer verbalen Beurteilung ihrer Lern-, Leistungs- und Kompetenzentwicklung: Diese Beurteilung kann in Form eines freien Textes oder in Form eines indikatorenorientierten Zeugnisses erfolgen.

Durch die Auflistung in tabellarischer Form für alle Fächer in den Jahrgangsstufen 1 und 2 wird der herkömmliche Text einer verbalen Beurteilung ergänzt oder ersetzt. Die Leistungsbewertung folgt einem kompetenzorientierten Ansatz und bildet wesentliche Lern-und Entwicklungsziele ab: Die Bewertung erfolgt in Bezug auf die Rahmenlehrpläne, die Lernausgangslagenuntersuchung (LauBe) der Schulanfangsphase und der Lerndokumentationen Mathematik und Sprache.

In den Klassen 3 bis 6 werden jeweils zum Ende eines Schulhalbjahres Zeugnisse erteilt. In den Jahrgangsstufen 3 und 4 kann die Klassenelternversammlung mehrheitlich beschließen, dass statt Noten weiterhin eine verbale Beurteilung erteilt wird. In den Jahrgangsstufen 5 und 6 werden dann ausschließlich Notenzeugnisse erteilt.

In jahrgangsgemischten Klassen, in denen Kinder der Schulanfangsphase (1. und 2. Jahrgangsstufe) gemeinsam mit Kindern der 3. Jahrgangsstufe lernen, erhalten alle Kinder dieselbe Zeugnisart: Eine verbale Beurteilung, die aber auch in Form des indikatorenorientierten Zeugnisses erteilt werden kann.

Vergleichsarbeiten
Seit dem Schuljahr 2007/2008 werden in allen Berliner Grundschulen – wie in allen Bundesländern- am Ende der 3.Klasse zeitgleich die Vergleichsarbeiten in Deutsch und Mathematik geschrieben.

Diese Vergleichsarbeiten bilden die Leistungsentwicklung der einzelnen Schülerinnen und Schüler ab. Aber auch das Leistungsvermögen der gesamten Klasse wird innerhalb der Schule und auch mit den Schulen aus dem Einzugsgebiet verglichen. Die Vergleichsarbeiten orientieren sich an den bundesweit verbindlichen Bildungsstandards für den Grundschulbereich.

Zeugnismuster Mathematik

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