Wohin nach der Grundschule?

Berliner Schueler auf U-Bahn-Station
Bild: SenBJW

Im sechsten Schuljahr steht für die Kinder und ihre Eltern eine wichtige Entscheidung an: die Wahl der weiterführenden Schule.

Die Grundschulen helfen den Eltern bei dieser Entscheidung, denn jedes Kind soll die Schule besuchen, die seinen Fertigkeiten und Fähigkeiten am besten entspricht. Auch wenn die beiden Schularten Integrierte Sekundarschule und Gymnasium sich in einigen Angeboten und Regelungen unterscheiden, haben sie doch gemeinsam, dass alle Schulabschlüsse erreicht werden können.

Die Anmeldung für die weiterführenden Schulen

Der Anmeldezeitraum für den Übergang in die Jahrgangsstufe 7 an weiterführenden Schulen ist vom 7. Februar bis 21. Februar 2017.

  • In dieser Zeit melden die Eltern ihr Kind in der Erstwunschschule an. Sie können auch einen Zweit- und Drittwunsch angeben. Bei der Anmeldung müssen der Anmeldebogen und die Förderprognose vorgelegt werden.

Berliner Schulwegweiser

Titelbild Schulwegweiser
Bild: SenBJW

Im Berliner Schulwegweiser finden Schüler und Eltern alle Informationen für den Übergang von der Grundschule auf die weiterführenden Schulen.

Die Broschüre informiert über die verschiedenen Schularten, Ganztagsangebote und das Anmeldeverfahren. Außerdem beinhaltet es ein Verzeichnis aller weiterführenden Schulen. So kann leicht das passende Schulprofil und Fremdsprachenangebot gefunden werden.

Die Schule berät - die Eltern entscheiden

Um die richtige Wahl der weiterführenden Schule treffen zu können, werden die Eltern und ihre Kinder frühzeitig, individuell und verbindlich durch die Grundschule beraten, in welcher Schulart der Schüler voraussichtlich die beste Förderung erhalten wird.

Förderprognose
In einer schriftlichen Förderprognose empfiehlt die Grundschule den Besuch einer Integrierten Sekundarschule oder eines Gymnasiums. Grundlage dieser Empfehlung sind das Leistungsvermögen, die Lernkompetenzen, der Neigungen der Schülerin sowie die dazu passenden Angebote der jeweiligen Schulart.

Die Förderprognose beinhaltet eine Durchschnittsnote, die aus den Zeugnisnoten des   2. Halbjahres der 5. Klasse und des 1. Halbjahres der 6. Klasse gebildet wird. Hierbei zählen die Noten für Deutsch, Mathematik, Fremdsprache und Naturwissenschaften doppelt. Im untenstehenden Beispiel ist die Durchnittsnote 68 : (13 + 13) = 2,6 .

Aus der Durschnittsnote ergibt sich folgende Empfehlung:

  • bis 2,2 : Gymnasium oder Integrierte Sekundarschule
  • ab 2,8 : Integrierte Sekundarschule

Im Zwischenbereich von 2,3 bis 2,7 werden als Entscheidung für die Förderprognose weitere Merkmale individueller Kompetenzen des Kindes (z. B. Belastbarkeit, Reflexion des Lernprozesses) herangezogen.

Grafik Förderprognose
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Schulwahl
Die Eltern können die für ihr Kind gewünschte weiterführende Schule frei wählen, sie kann auch in einem anderen Bezirk als der Wohnort liegen. Auch bei der Schulart besteht Wahlfreiheit. Es ist aber sinnvoll, sich an der Förderprognose zu orientieren, damit das Kind nicht unter- oder überfordert wird.

Beratungsgespräch
Bei einer Anmeldung am Gymnasium trotz einer Empfehlung für die Integrierte Sekundarschule und einer Durchschnittsnote, die nicht besser als 3,0 ist, müssen die Eltern ein zusätzliches Beratungsgespräch an einem Gymnasium wahrnehmen. Dafür vereinbaren Sie einen Termin mit einem Gymnasium Ihrer Wahl.

Im Gespräch vertieft die Schulleitung ihre Erwartungen an die Gymnasiasten und geht auf die Unterschiede zwischen den beiden Schularten ein. Das Beratungsgespräch wird anschließend durch das Gymnasium auf einem Formular bestätigt. Diese Bestätigung muss der Erstwunschschule vorgelegt werden.

Wie finde ich die richtige Schule für mein Kind?

Fragen der Eltern an die Grundschule
  • Welche Durchschnittsnote hat die Grundschule ermittelt? Welche Förderprognose ergibt sich daraus?
  • Was empfiehlt die Klassenlehrerin im persönlichen Gespräch?
  • Hat mein Kind bisher selbstständig und ohne größere Schwierigkeiten gelernt, wie es das Gymnasium voraussetzt?
  • Welches Lerntempo ist für mein Kind angemessen? Ist eine Schule, die mehr Rücksicht auf Leistungsunterschiede nimmt passender für mein Kind?
  • Wo hat mein Kind Schwächen? Wäre eine Ganztagsschule mit Fördermöglichkeiten bis 16 Uhr das Richtige?
  • Lässt sich aus den Interessen meines Kindes schon ein erster Berufswunsch ableiten und wie könnte dieser gefördert werden?

Fragen der Eltern an sich und ihr Kind

  • Welche weiterführende Schule wünscht sich mein Kind? Und warum?
  • Welche Schulen befinden sich in Wohnortnähe? Welchen Schulweg kann und will ich meinem Kind zumuten?
  • Benötigt mein Kind bei den Hausaufgaben und beim Vorbereiten auf Klassenarbeiten viel Hilfe?
  • Welche Lieblingsfächer hat mein Kind und welche Interessen?
  • Welche zweite Fremdsprache möchte mein Kind lernen?
  • Welchen Aktivitäten wie zum Beispiel Sport, Musik, Chor, Computer möchte mein Kind auf der neuen Schule in einer Arbeitsgemeinschaft und im Ganztagsangebot nachgehen?
  • Hat mein Kind bereits einen Berufswunsch und könnte ich diesen mit der Schulwahl unterstützen?

Fragen der Eltern an die weiterführende Schule

  • Welche Kurse bietet die Schule als Wahlpflichtfach ab Klasse 7 und Klasse 9 an?
  • Bietet die Schule ein Fächerprofil (z.B. mathematisch-naturwissenschaftliche, informationstechnische, musische oder sportliche Profilierung), Klassen mit spezieller Profilierung oder Arbeitsgemeinschaften an?
  • Welche erste Fremdsprache hat mein Kind gelernt und welche Schule bietet diese an? Welche weiteren Fremdsprachen werden an der neuen Schule angeboten?
  • Mein Kind hat schon erste Berufsvorstellungen: Bietet die Schule ein Unterrichtsmodell mit Berufsvorbereitung und Dualem Lernen? Hat die Schule einen fachlichen Schwerpunkt, der zum Berufsprofil passt?
  • Hat die Schule Förderangebote, damit mein Kind im differenzierten Unterricht oder in Förderkursen am Nachmittag an seinen Schwächen arbeiten oder in seinen Stärken gefördert werden kann?
  • Welche Kooperationen mit außerschulischen Partnern bzw. Partnerschulen im Ausland unterhält die Schule? Welche Projekte werden an der Schule gefördert?
  • Wie sieht die Mittagsverpflegung der Schülerinnen und Schüler aus? Gibt es eine eigene Mensa? Wird eine warme Mahlzeit gewährleistet?

Die wichtigsten Unterschiede zwischen Integrierter Sekundarschule und Gymnasium zeigt folgende Tabelle:

Integrierte Sekundarschule und Gymnasium im Vergleich

  • Integrierte Sekundarschule

    Gymnasium

    • Beginn: ab Klasse 7
      (in einigen Schulen ab 5. Klasse möglich)

    ab Klasse 7
    (in einigen Schulen ab 5. Klasse möglich)

    • Probejahr: nein

    ja

    • Aufsteigen in die nächste Klasse:
      7.-10. Klasse: Aufrücken immer
      (freiwillige Wiederholung möglich)

    8.-10. Klasse: Versetzung nur bei entsprechenden Leistungen

    • Schuljahre bis zum Abitur: 13
      (12 Jahre möglich)

    12

    • Mögliche Schulabschlüsse: Abitur, Mittlerer Schulabschluss, erweiterte Berufsbildungsreife, Berufsbildungsreife

    Abitur, Mittlerer Schulabschluss, erweiterte Berufsbildungsreife, Berufsbildungsreife

    • Bildungsziel: Fähigkeit zur Berufsausbildung, Fähigkeit zum Studium nach 13 (12) Jahren

    Fähigkeit zum Studium nach 12 Jahren

    • Schüler je Klasse: max. 26

    max. 32

    • Unterrichtsstunden je Woche:
      7. und 8. Klasse: 31
      9. und 10. Klasse: 32

    7. und 8. Klasse: 33
    9. und 10. Klasse: 34

    • Ganztagsbetrieb: ja

    an einigen Gymnasien

    • Mittagessen-Angebot: ja

    ja

    • Verpflichtende Kooperation mit: Grundschulen, Oberstufenzentren (OSZ) oder anderen Integrierten Sekundarschulen mit gymnasialer Oberstufe

    Grundschulen

    • Fremdsprachen:
      1. Fremdsprache wird fortgesetzt
      2. Fremdsprache als Wahlpflichtunterricht

    1. Fremdsprache wird fortgesetzt
    2. Fremdsprache verpflichtend

    • Duales Lernen: ja
      (Schule legt Konzept im Schulprogramm fest)

    möglich
    (kann als berufsbetontes Profil angeboten werden)

    • Betriebspraktikum: ja

    ja

    • Leistungsdifferenzierung: ja,
      2 Anforderungsniveaus

    nein

    • Individuelle Förderung: ja

    ja

Mehr Anmeldungen als freie Plätze - die Aufnahmekriterien

Wenn für eine Schule mehr Anmeldungen vorliegen als Plätze vorhanden sind, kann nicht jedes Kind aufgenommen werden. Die Auswahl der Schülerinnen und Schüler findet nach klaren und fairen Regeln statt. Vorab werden Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf aufgenommen.

Aufnahme
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Die Vergabe der verbleibenden Plätze erfolgt nach folgender Verteilung:

  • Bis zu 10 Prozent der Plätze werden für zunächst für Härtefälle vergeben, danach für Kinder, die ein Geschwisterkind an dieser Schule haben.
  • Mindestens 60 Prozent der Plätze werden nach Aufnahmekriterien vergeben, die jede Schule festgelegt hat und die sich an den Leistungen und Kompetenzen der Schüler orientieren. Neben der Durchschnittsnote der von der Grundschule erstellten Förderprognose konnten die Schulen entsprechend ihres Profils eine Kombination aus der Notensumme bestimmter Fächer, spezieller Kompetenzen des Schülers oder dem Ergebnis eines Tests als Aufnahmekriterien wählen.
  • 30 Prozent der Plätze werden unter den angemeldeten Schülern verlost, dabei werden Geschwisterkinder vorrangig berücksichtigt.

Die Aufnahmekriterien jeder Schule finden Sie im Online-Schulverzeichnis

Für Gemeinschaftsschulen gelten besondere Aufnahmekriterien. Diese werden von der Schule unter Berücksichtigung des Schulprogramms festgelegt.

Zeitlicher Ablauf des Aufnahmeverfahrens

Für Kinder, die an der gewünschten Schule keinen Platz bekommen haben, gibt es ein Aufnahmeverfahren, das ihnen möglichst an der Zweit- oder Drittwunschschule einen Platz gewährleisten soll.

Erst, wenn an keiner der gewünschten Schulen eine Aufnahme möglich ist, benennt das Schulamt eine andere Schule der gewünschten Schulart.

Der zeitliche Ablauf des Aufnahmeverfahrens ist in diesem Schaubild dargestellt.

Bildvergrößerung: Übergang weiterführende Schule Schaubild
Bild: SenBJW

Anmeldung für den Übergang in die Jahrgangsstufe 5 an weiterführenden Schulen (grundständige Gymnasien)

Wenn Sie wünschen, dass Ihr Kind bereits nach der 4. Klasse auf eine weiterführende Schule wechselt, dann teilen Sie dies der Klassenlehrerin Ihres Kindes mit. Die Grundschule wird bis Ende Januar 2017 ein Beratungsgespräch mit Ihnen führen.

Die Tests für die Aufnahme in Schnelllerngymnasien, Musikgymnasien und das Französische Gymnasium finden vor dem allgemeinen Anmeldezeitraum statt, damit Sie sicher sein können, Ihr Kind nicht für ein Profil anzumelden, für das es nicht geeignet ist. Die Teilnahme an diesen Tests ersetzt aber nicht die Anmeldung an einer Schule im Anmeldezeitraum.

Anmeldezeitraum für alle Klassen ab Jahrgangsstufe 5

  • vom 01.03. bis 08.03.2017.

Schnelllerner
Für den Schnelllernertest müssen Sie Ihr Kind vom 5. Januar bis 12. Januar an der gewünschten Schule anmelden.

  • Der Testtag ist der 14.01.2017.

Musikgymnasien und Französisches Gymnasium
Die Tests für die Musikgymnasien und das Französisches Gymnasium finden

  • bis zum 24.02.2017 statt.
    Über die konkreten Testtermine informieren Sie sich bitte rechtzeitig an diesen Schulen.

Mathematisch-naturwissenschaftliche Klassen
Der Test für diese Klassen findet am

  • 09.03.2017 statt.

Naturwissenschaftliche Klassen
Der Test für die naturwissenschaftlichen Klassen findet am

  • 10.03.2017 statt.

Mehr Informationen zum Anmelde- und Aufnahmeverfahren für den weiterführenden Übergang in Klasse 5 und eine Übersicht der Profilklassen an den grundständigen Gymnasien finden Sie hier: