Individuelles Lernen

Gemalte Bilder in der Schule

Kinder verfügen über unterschiedliche Lernvoraussetzungen: Sie entwickeln sich unterschiedlich schnell, können und wissen unterschiedlich viel und lernen auf unterschiedliche Art und Weise. Individuelles Lernen heißt, dass jedes einzelne Kind im Mittelpunkt steht und entsprechend seiner Begabung

Individuelles Lernen in der Grundschule

Der entscheidende Anspruch der Schule ist es, jede Schülerin und jeden Schüler bestmöglich individuell zu fördern. Deshalb haben sich die meisten Berliner Grundschulen für einen jahrgangsgemischten Unterricht in der Schulanfangsphase entschieden. Stärker als je zuvor wird der Fokus auf die unterschiedlichen Voraussetzungen und Befürfnisse jeder einzelnen Schülerin und jedes einzelnen Schülers gelegt.

Jahrgangsübergreifendes Lernen braucht einen differenzierten Unterricht mit dem Ziel, Kinder dort abzuholen, wo sie in ihrer Entwicklung stehen, und ihnen die Angebote zu machen, die sie für den nächsten Lernschritt benötigt.

Die Lehrerinnen ermitteln die „Lernausgangslage“ jedes Kindes. Das ist eine Art Bilanz seiner Fähigkeiten und Kenntnisse. Daraus entwickeln sie seine individuellen Lernziele und seinen speziellen Förderbedarf. Das bedeutet, dass sich der Unterricht auf jedes Kind mit seinen individuellen Voraussetzungen einstellt.

Hauptanliegen dabei ist, die Verschiedenheit der Kinder nicht als Hindernis für das gemeinsame Arbeiten anzusehen, sondern als Bereicherung und Chance für das gemeinsame Lernen. Eine klare Struktur des Unterrichts ist den Lehrerinnen und Erzieherinnen in jahrgangsübergreifenden Klassen daher besonders wichtig.

Drei Schüler in der Grundschule

Grundschule

Mit der Einschulung beginnt für die Kinder ein neuer Lebensabschnitt, in dem ihnen nicht nur Wissen, sondern insbesondere die Fähigkeit zu lebenslangem Lernen mit allen Sinnen vermittelt werden soll. Informieren Sie sich hier zur Schulanfangsphase und zum jahrgangsübergreifenden Lernen. Grundschule

Leistungsdifferenziertes Lernen an den weiterführenden Schulen

Schulen vermitteln heute nicht nur Wissen, sie bereiten auch auf das Leben vor. Der traditionelle Frontalunterricht ist ein Auslaufmodell, denn er orientiert sich zu sehr am Durchschnitt der Schülerschaft und berücksichtigt zu wenig die Verschiedenheit der einzelnen Schülerinnen und Schüler.

Moderne Unterrichtskonzepte stellen daher die Schüler in den Mittelpunkt, nicht die Fächer. Sie berücksichtigen unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten, Lernstile und Interessen und fördern selbstständiges, forschend-entdeckendes Lernen.

Auch in den weiterführenden Schulen erhalten alle Kinder die gleiche Chance zu erfolgreichem Lernen. Um leistungsstarke wie leistungsschwächere Schüler gleichermaßen fördern zu können, ist es erforderlich, dass sich die Schulen von der herkömmlichen Form des Unterrichts verabschieden, in dem alle Schüler den gleichen Stoff auf die gleiche Art und Weise zur gleichen Zeit lernen.

Individuelles Lernen in den Integrierten Sekundarschulen und den Gymnasien

Es gilt, differenzierte Unterrichtskonzepte zu entwickeln. Wie eine Sekundarschule ihren Unterricht leistungsdifferenziert und ihre Schülerinnen und Schüler bestmöglich individuell fördert, entscheidet sie selbst.

Leistungsstufen
Sie kann z. B. Kurse verschiedener Leistungsstufen – wie in der bisherigen Gesamtschule – einrichten, besondere Profile entwickeln, Klassen nach Neigungen bilden (z. B. Mathematikklassen, Musikklassen, Sprachklassen) oder die Schüler je nach Leistungsstand und Leistungsvermögen in unterschiedliche Kurse oder Lerngruppen einteilen, in denen Schüler mit unterschiedlichem Leistungsniveau gemeinsam lernen. An den Gymnasien erfolgt die Leistungsfifferenzierung hingegen meist innerhalb des Unterrichts.

Individuelles Lernen hält immer mehr Einzug in die Unterrichtsplanung – es bedeutet: Jeder lernt für sich individuell und mit anderen gemeinsam – alle lernen unterschiedlich im Hinblick auf Interesse, Motivation, Tempo, Vorkenntnisse und Leistungsvermögen.

Dies bedeutet aber nicht, dass Chaos im Klassenzimmer herrscht und jeder lernt, was er will. Es wird auch weiterhin feste Vorgaben für alle Fächer geben, sodass am Ende eines Schuljahres sich alle Schüler mit den für die jeweilige Jahrgangsstufe vorgesehenen Themenfeldern entsprechend ihrem Leistungsvermögen intensiv beschäftigt haben.

Individuelle Lernentwicklung
Unterschiedlich ist also nicht, was die Schüler lernen, sondern die Art und Weise, wie sie lernen und welche Kompetenzen (grundlegende, erweiterte oder vertiefende Kompetenzen) sie erworben haben. Dies geschieht beispielsweise durch individuelle Wochenpläne, Lernentwicklungspläne, Gruppen- und Projektarbeit, Förderkurse usw. Die Lernfortschritte werden auch weiterhin regelmäßig geprüft, um sicher zu stellen, dass die grundlegenden Kompetenzen vorhanden sind.

Unabhängig vom individuellen Leistungsvermögen können an Integrierten Sekundarschulen alle Schüler zum Schuljahresende in die nächst höhere Klassenstufe aufrücken, um in den vertrauten Zusammenhängen weiterhin an ihren Lernfortschritten zu arbeiten.

Leistungsstarke Schüler benötigen herausfordernde Aufgaben, um zu weiteren Spitzenleistungen angespornt zu werden. Dabei kann – durch die Teilnahme an Wettbewerben, wie zum Beispiel Jugend forscht oder die Zusammenarbeit mit Hochschulen – die Neugierde und das Interesse dieser Schülergruppe gestärkt werden.

Individualisiertes Lernen fördert und fordert eigenständiges Denken und Arbeiten und spornt jedes Kind an, so dass es weder überfordert noch unterfordert ist.

Auch Lehrerinnen und Lehrer lernen

Neue Formen des Unterrichts stellen auch neue Anforderungen an die Rolle des Lehrers. Schon lange geht es nicht mehr nur darum, Fachwissen zu vermitteln – verstärkt werden Pädagoginnen und Pädagogen Moderationsqualitäten abverlangt, die Lehrerinnen und Lehrer vermitteln Kompetenzen wie Präsentationstechniken, Gruppenarbeit und die Fähigkeit zum selbstständigen Arbeiten.

Dabei wird der Lehrer vom Einzelkämpfer zum Teamplayer, denn ohne die verstärkte Zusammenarbeit aller Pädagogen lässt sich individualisiertes, fachübergreifendes Lernen kaum effektiv vorbereiten und organisieren.

Den Lehrerinnen und Lehrern sowie den Schulleitungen wird einiges abverlangt, aber sie werden mit ihrem Engagement nicht allein gelassen: Ihnen stehen Fortbildungsangebote in den Bezirken und des Landesinstituts für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) im Rahmen eines umfangreichen Qualifizierungs- und Unterstützungsprogramms zur Verfügung.

Individuelles Lernen

Die Handreichung “Individuelles Lernen” widmet sich dem zentralen Feld der Unterrichtsentwicklung an Integrierten Sekundarschulen und Gemeinschaftsschulen, dem Umgang mit Heterogenität. Hier liegen besonders an integrierten Schulformen die großen Herausforderungen, an deren Bewältigung auch die neue Schulform in Berlin gemessen wird. Durch ein breit angelegtes Begleit- und Qualifizierungsprogramm wird den Schulen dabei Unterstützung angeboten, was aber eigene Anstrengungen und Lösungswege nicht ersetzt, wie die vielfältigen Beispiele in diesem Heft anschaulich belegen.

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Dokumente mit Handy

Individuelles Lernen - Fachinformationen

Das Individuelle Lernen und die bestmögliche Förderung der Schülerinnen erfordert Maßnahmen zur Leistungsdifferenzierung. Jede Schule entscheidet, welche Formen der Differenzierung für welche Fächer umgesetzt werden. Dazu finden Sie hier Fachinformationen mit Konzepten, Beispielen und Materialien. Individuelles Lernen - Fachinformationen

Gruppe fröhlicher Kinder

Ganztagsschulen

Die Berliner Grundschulen und integrierten Sekundarschulen leisten mit ihrem Ganztagsbetrieb einen wichtigen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Sie verknüpfen Bildung, soziales Lernen und sinnvolle Freizeitgestaltung miteinander. Ganztagsschulen

Schüler und Schülerinnen vor der Schule

Wohin nach der Grundschule?

Im sechsten Schuljahr steht für die Kinder und ihre Eltern eine wichtige Entscheidung an: die Wahl der weiterführenden Schule. Die Grundschulen helfen den Eltern, denn jedes Kind soll die Schule besuchen, die seinen Fertigkeiten und Fähigkeiten am besten entspricht. Wohin nach der Grundschule?

Schüler am Computer

Integrierte Sekundarschule

Nach der Grundschule gehen die Schülerinnen und Schüler auf die Integrierte Sekundarschule (ISS) oder das Gymnasium. Die Sekundarschulen sind bei der Schulstrukturreform aus den bisherigen Haupt-, Real-und Gesamtschulen entstanden. Integrierte Sekundarschule

Schülerin im Unterricht

Gymnasium

Wer auf das Gymasium geht, kann nach 12 Schuljahren das Abitur erwerben und damit die Berechtigung, an einer Universität oder Hochschule zu studieren. Viele Gymnasien haben pädagogische Schwerpunkte, zum Beispiel im naturwissenschaftlichen, sportlichen oder sprachlichen Bereich. Gymnasium