Sonderpädagogische Förderung

Schüler liest im Schulbuch
Bild: SenBJW

Sonderpädagogische Förderung dient dem Ausgleich behinderungsbedingter Nachteile und zielt auf die Verwirklichung des Rechts dieser Schülerinnen und Schüler auf eine ihrer persönlichen Begabung und ihrem persönlichen Leistungsvermögen entsprechende schulische Bildung und Erziehung.

Die sonderpädagogische Förderung soll den Betroffenen ein möglichst hohes Maß an schulischer und beruflicher Eingliederung, gesellschaftlicher Teilhabe und selbständiger Lebensgestaltung ermöglichen. In Berlin wird seit Jahren der gemeinsame Unterricht von Kindern und Jugendlichen mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf praktiziert und weiterentwickelt.

Schulen mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt

Für Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf stehen deshalb spezielle Grundschulen und weiterführende allgemein bildende Schulen mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt zur Verfügung. Die Koordination der Unterstützungsleistungen erfolgt durch die Sonderpädagogischen Förderzentren.

Förderung

Die Ziele der Förderung können sowohl in der allgemeinen Schule – im gemeinsamen Unterricht – wie auch in den Schulen mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt/Sonderpädagogischen Förderzentren verwirklicht werden.

Die Förderung kann in folgenden Organisationsformen durchgeführt werden:

  • im gemeinsamen Unterricht in der allgemeinen Schule
  • in den Schulen mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt
  • in temporären Lerngruppen
  • in sonderpädagogischen Einrichtungen und in Zusammenarbeit mit freien Trägern der Jugendhilfe (vorrangig sonderpädagogischer Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung)

Für gehörlose und blinde Kinder besteht ab dem dritten Lebensjahr die Möglichkeit, im Rahmen der vorschulischen Förderung an den entsprechenden Sonderschulen eine spezifische Förderung zu erhalten.

In den Gruppen, in denen gemeinsamer Unterricht stattfindet, lernen Schülerinnen und Schüler mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf gemeinsam. Die Lernziele sind entweder gleich oder für die zu fördernden Kinder angepasst.

Die Schulen mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt/Sonderschulen haben sich in den letzten Jahren alle zu Sonderpädagogischen Förderzentren entwickelt. Dies bedeutet, dass sie über ihren speziellen Bildungs- und Erziehungsauftrag hinaus Serviceleistungen mit Blick auf den gemeinsamen Unterricht übernehmen und weitere Koordinations- und Kooperationsaufgaben mit außerschulischen Institutionen und Bereichen erfüllen.
Diese Leistungsangebote gehen über die Förderung der Kinder und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf vor Ort hinaus und eröffnen den Betroffenen verbesserte Bildungschancen.

Informationen und Beratungsangebote für Eltern hörgeschädigter Kinder

Junge mit Hörgerät
Bild: SenBJW

In der Broschüre für Eltern hörgeschädigter Kinder werden die Beratungsstellen, Vereine und Selbsthilfegruppen sowie Kitas und Schulen vorgestellt, die Ihnen Therapieangebote und Fördermöglichkeiten für ihre Kinder bieten.

Sonderpädagogischer Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung

Schulen mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung haben auf Grund der behinderungsspezifischen Bedarfslage eine veränderte Struktur. Es sind Ganztagsschulen, der Unterricht umfasst 35 Zeitstunden pro Woche. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Entwicklung der Schülerinnen und Schüler wird abweichend von den allgemeinbildenden Schulen der Bildungsgang an diesen Schulstandorten in fünf Stufen gegliedert:
Diese Stufen sind:

  • Eingangsstufe: Einschulung bis 7. Lebensjahr
  • Unterstufe: 7. – 10. Lebensjahr
  • Mittelstufe:10. – 13. Lebensjahr
  • Oberstufe: 13. – 15. Lebensjahr
  • Abschlussstufe: 15. – 18. Lebensjahr

An diesen Schulen wird die zehnjährige Schulpflicht zuzüglich der zweijährigen Lehrgänge mit Vollzeitunterricht erfüllt.

In einem Verfahren zur Feststellung von sonderpädagogischem Förderbedarf wird einzelfallbezogen zu Art, Grad und Umfang der Behinderung Stellung genommen. Ein Sonderpädagoge fertigt ggf. ein sonderpädagogisches Gutachten an, bei dem er den Leistungsstand des Kindes berücksichtigt sowie eine schulärztliche und gegebenenfalls eine fachärztliche Stellungnahme einbezieht.

Bei Kindern, bei denen kognitive Einschränkungen vermutet werden, erhebt er psychometrische Daten, wobei zwei wissenschaftlich anerkannte Testverfahren zu Grunde zu legen sind. Bei Kindern oder Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache müssen beide Tests sprachfrei sein.

Ein Antrag auf Feststellung kann sowohl von der Schule aus auch von den Eltern schriftlich gestellt werden. Die Entscheidung über den Antrag trifft die regionale Schulaufsichtsbehörde und teilt dies den Eltern und der Schule schriftlich mit.

Nachteilsausgleich

Für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf kann ein Nachteilsausgleich (§ 38 der Sonderpädagogikverordnung) gewährt werden. Dies kann durch die Bereitstellung besonderer Hilfsmittel, dem Einsatz unterstützenden Personals oder durch methodische Unterstützungsmaßnahmen (z. B. Zeitzugaben, modifizierte Aufgabenbearbeitung) geschehen.

Besondere Förderung bei Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten

Schüler mit Schwierigkeiten im Bereich des Lesens und Rechtschreibens gehören nicht zu dem Personenkreis der Kinder und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Bei diesen Problemen handelt es sich um Teilleistungsschwächen, für die Fördermaßnahmen in Anspruch genommen werden können.

Ergänzende Betreuung

Auch für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf besteht die Möglichkeit, an den Angeboten der ergänzenden Betreuung teilzunehmen. Im Zusammenhang mit der Antragsstellung wird der Bedarf festgestellt. Außer bei der Berufstätigkeit der Eltern können auch Kinder Berücksichtigung finden, wenn sie aufgrund ihrer individuellen Entwicklung einer Förderung und Betreuung bedürfen. Weiterhin können pädagogische, soziale oder familiäre Gründen für die Betreuung der Kinder ausschlaggebend sein.

Schülerbeförderung

Antrag für Kinder mit einer Behinderung

Schülerbeförderung für den Besuch einer beruflichen oder zentral verwalteten Schule

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