Lernen in Schnelllerner-Klassen

Schüler macht Chemieexperiment
Bild: SenBJW

Seit Beginn des Schuljahres 2011/2012 werden an sieben Berliner Gymnasien Schnelllernerklassen angeboten, beginnend mit Jahrgangsstufe 5. Dieses Angebot mündet nach der 10. Klasse in die Kurse der gymnasialen Oberstufe. Kennzeichen sind beschleunigtes Lernen (Akzeleration) und vertiefendes und erweiterndes Lernen (Enrichment) während der Unterrichtszeit.

Die Schulen mit Schnelllernerklassen sind am 1. August 2013 als Schulen besonderer pädagogischer Prägung anerkannt worden.

Schulen mit Schnelllernerklassen:

Die sieben Schulen mit Schnelllernerklassen haben eigene Konzepte entwickelt und unterscheiden sich in den Kursangeboten. Die Inhalte der Enrichment-Kurse orientieren sich an den Lernbereichen:

  • Sprache, Literatur, Kunst, Musik;
  • Gesellschaftswissenschaften und
  • Mathematik, Naturwissenschaften und Technik.

Diese zusätzlichen Lernangebote in Enrichmentkursen sind gekennzeichnet durch hohe Selbstverantwortung und Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler. Die Leistungen in den Enrichmentkursen werden benotet und sind versetzungsrelevant.

Wie sieht das Aufnahmeverfahren aus?

Aufgenommen werden können auf schriftlichen Antrag ihrer Erziehungsberechtigen geeignet erscheinende Schüler, die den Übergang in das Gymnasium ab Klasse 5 wünschen. Die Aufnahme ist abhängig von der Teilnahme an einem Eingangstest, der an den Schulen mit Schnelllerner-Klassen für den Übergang in Jahrgangsstufe 5 erfolgt.

Für die Eignung wird aus den Noten der Fächer Deutsch, 1. Fremdsprache, Mathematik und Sachunterricht sowie aus einzelnen Kompetenzen der Förderprognose der Grundschule eine Punktwertung (max. 10) erstellt. Außerdem nimmt Ihr Kind an einem Aufnahmetest teil, in dem es ebenfalls 10 Punkte erreichen kann.
Voraussetzung für die Aufnahme ist, dass Ihr Kind in den Bewertungen der Grundschule und im Test jeweils mindestens 5 von 10 Punkten erreicht. Eine geringere Punktzahl im Grundschulteil kann unter folgenden Voraussetzungen ausgeglichen werden:

  • Durch ein Testergebnis von 8 oder mehr Punkten oder
  • bei freien Schulplätzen können Kinder am Ende des Aufnahmeverfahrens aufgenommen werden, die 3 oder 4 Punkte im Grundschulteil erreichen.

Was passiert, wenn Ihr Kind den Anforderungen doch nicht gerecht wird?

In diesem Fall gilt die Regelung, dass Schülerinnen und Schüler aus der Jahrgangstufe 5 in die Grundschule zurückgehen.

Schüler am Ende der Jahrgangsstufe 6 wechseln entsprechend dem Elternwillen in eine Regelklasse am Gymnasium oder einer Integrierten Sekundarschule. Sie werden im Aufnahmeverfahren für die Jahrgangsstufe 7 nachrangig aufgenommen, da sie nicht aus der Grundschule in eine weiterführende Schule der Sekundarstufe I wechseln, sondern bereits eine solche Schule besuchen.

Für diese Schülerinnen und Schüler besteht an der Schule, in der sie die Schnelllernerklasse besucht haben, kein Anspruch auf einen Schulplatz in Jahrgangsstufe 7. Sie können jedoch nach Maßgabe freier Plätze an jeder Berliner weiterführenden Schule aufgenommen werden.

Dies gilt in gleicher Weise für Schüler, die nach der Jahrgangsstufe 6 den Schnelllernerzug verlassen. Angesichts der Fluktuation in den Schulen ist die Wahrscheinlichkeit größer nach Jahrgangsstufe 7 einen Platz in einer Regelklasse der bisher besuchten Schule zu erlangen als nach Jahrgangstufe 6.