Studium

Gruppe junger Leute beim lernen
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Modularisierte, lehramtsbezogene Ausbildung im Land Berlin

Im Land Berlin ist die Lehrkräfteausbildung an den Berliner Universitäten ab dem Wintersemester 2004/2005 auf modularisierte und mit Leistungspunkten versehene, gestufte lehramtsbezogene Studiengänge umgestellt worden. Diese Studiengänge enden mit den Hochschulabschlüssen Bachelor und Master.

Das Studium besteht aus fachwissenschaftlichen, fachdidaktischen und bildungswissenschaftlichen Anteilen. Um Lehrerin oder Lehrer zu werden, ist ein lehramtsbezogener Master-Abschluss in mindestens zwei Unterrichtsfächern notwendig. Vor Aufnahme eines Lehramtsstudiums müssen Sie eine Entscheidung über die Fächerkombinationen und das später angestrebte Lehramt treffen.

Die Berliner Lehrämter gemäß Lehrkräftebildungsgesetz vom 7. Februar.2014 sind:

  • das Lehramt an Grundschulen,
  • das Lehramt an Integrierten Sekundarschulen (ISS) und Gymnasien sowie
  • das Lehramt an beruflichen Schulen.

Die Ausbildung erfolgt:

  • für das Lehramt an Grundschulen in drei Fächern, darunter Deutsch und Mathematik.
  • für das Lehramt an ISS und Gymnasien in zwei allgemeinbildenden Fächern
  • für das Lehramt an beruflichen Schulen in einer beruflichen Fachrichtung und einem allgemeinbildenden Fach oder einer zweiten beruflichen Fachrichtung.

Bei allen drei Lehrämtern können Sie sich auch für Sonderpädagogik entscheiden, indem Sie anstelle eines allgemeinbildenden Faches zwei sonderpädagogische Fachrichtungen wählen.

Bachelor- und Masterstudiengänge für die Lehrämter

Die Lehrkräfteausbildung im Land Berlin erfolgt durch aufeinander aufbauende Bachelor- und Masterstudiengänge, die modularisiert sind und eine Lehramtsoption oder einen Lehramtsbezug haben.

Die sechssemestrigen Bachelorstudiengänge mit Lehramtsoption sind die Voraussetzung für den Zugang zu einem der für alle Lehrämter viersemestrigen Masterstudiengänge mit Lehramtsbezug. Ein Bachelorabschluss bietet aber auch die Möglichkeit, einen anderen beruflichen Weg anzuschließen.

Praxisphasen

In Ihrem Studium sind von den ersten Semestern an neben den fachwissenschaftlichen, fachdidaktischen und bildungswissenschaftlichen Anteilen Praxisphasen in Schulen enthalten, in denen Sie mit den praktischen Anforderungen Ihres künftigen Berufes vertraut gemacht werden.

Praxissemester im Masterstudiengang

junge Lehrerin
Bild: SenBJW

In den viersemestrigen Masterstudiengängen ist ein Praxissemester enthalten, das erstmals im Wintersemester 2016/2017 durchgeführt wird.

Mit dem Praxissemester wird ein höherer Praxisbezug im Studium hergestellt. Die Betreuung der Studierenden im Praxissemester erfolgt in Zusammenarbeit von Schulen, Schulpraktischen Seminaren und Hochschulen.

Durch den längeren Verbleib an der Schule erhalten die Studierenden vertiefte Einblicke in den Schulalltag. Ziel des Praxissemesters ist die Förderung von Kompetenzen bei der Planung, Durchführung und Reflektion von Unterricht, das Bekanntmachen mit außerunterrichtlichen Aufgaben von Lehrkräften sowie die Verbindung zur zweiten Phase der Lehrkräfteausbildung, dem Vorbereitungsdienst.

Darüber hinaus wird im Rahmen von Lernforschungsprojekten die professionelle Entwicklung der Studentinnen und Studenten gefördert, indem sie Aspekte der Unterrichts- und/oder Schulqualität theorie- und datengestützt analysieren.

Lehrer mit Studenten im Unterricht
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Die Studiengänge

  • sind neu strukturiert, modularisiert und tragen damit zur besseren Verteilung der Studieninhalte und der Prüfungsbelastung sowie zur individualisierten Ausbildung bei.
  • entsprechen sowohl den ländergemeinsamen Strukturvorgaben der Kultusministerkonferenz (KMK) für die Akkreditierung von Bachelor- und Masterstudiengängen sowie international üblichen Standards.
  • stellen die nationale und internationale Vergleichbarkeit der Studienleistungen durch das Leistungspunktesystem nach dem „Europäischen System zur Anrechnung von Studienleistungen“ (ECTS) sowie die Studienabschlüsse „Bachelor“ und „Master“ her.
  • erhöhen durch die einfachere Anerkennung von Studienleistungen und Abschlüssen die nationale und internationale Mobilität der Studierenden und der Lehrerinnen und Lehrer.
  • haben durch die inhaltliche Reform eine Stärkung der Professionalisierung erlebt.
  • werden durch Akkreditierung und Evaluation regelmäßig überprüft und in ihrer Qualität gesichert.

Mit dem Studienabschluss „Master of Education“ haben Sie die Zugangsberechtigung zum Vorbereitungsdienst, die zweite Phase der Lehrerausbildung.

Die beiden Länder Berlin und Brandenburg stellen durch die Einhaltung von länderübergreifenden Vorgaben und Abstimmungen sicher, dass sich die Lehrkräfteausbildung parallel entwickelt.

Wenn Sie sich über konkrete Studienmöglichkeiten und Studienanforderungen, den Studienablauf der von Ihnen gewählten Studienbereiche und über die Möglichkeiten zur Erstellung eines individuellen Studienplans informieren wollen, sollten Sie die Studienberatung einer Berliner Universität aufsuchen.