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Tierische Schaderreger: Frostspanner

  • Frostspanner: Weibchen

    Frostspanner: Weibchen

  • Frostspanner: Männchen

    Frostspanner: Männchen

  • Frostspanner: ausgewachse Raupe

    Frostspanner: ausgewachse Raupe

  • Frostspanner: Schadbild

    Frostspanner: Schadbild

Der Frostspanner gehört zu den bedeutendsten Schadorganismen an Obst- und Laubgehölzen. Seine können im Frühsommer zu beträchtlichen Schäden an Blättern, Knospen und unreifen Früchten führen. Je nach Jahr und Witterung verursacht er unterschiedlich starke Schäden.

Lebenszyklus der Frostspanner

Lebensweise

  • Lebenszyklus der Frostspanner

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  • Frostspanner Leimring

    Frostspanner Leimring

  • Frostspanner Eiablage

    Frostspanner Eiablage an Knospe

  • Frostspanner: Eier

    Frostspanner: Eier

  • Frostspanner: junge Raupe

    Frostspanner: junge Raupe

  • Frostspanner: Fraß an Kirsche

    Frostspanner: Fraß an Kirsche

  • Frostspanner: Raupe mit typischer Fortbewegung

    Frostspanner: Raupe mit typischer Fortbewegung

  • Frostspanner: Fraß an Birne

    Frostspanner: Fraß an Birne

  • Frostspanner: Fraßschaden

    Frostspanner: Fraßschaden

Kleiner Frostspanner – Operophthera brumata

  • Vorkommen:

    Ziersträucher und -bäume, Waldbäume, Obstbäume, Beerenobst

  • Flugzeit:

    ab Oktober (nach den ersten Nachtfrösten) bis Dezember in der Dämmerung

  • Paarung:

    Männchen fliegt in die Krone, Weibchen klettert den Stamm hoch

  • Eiablage:

    100 bis 200 ovale, gelblich grüne Eier einzeln an Knospen und Rindenritzen

  • Larvenschlupf:

    im Frühjahr, beim Aufbrechen der Winterknospen (ab März / April)

  • Larvenfraß:

    Eiräupchen in den Blattknospen, pro Raupe ca. 40 bis 50 cm² Blattfläche

  • Larvenentwicklung:

    ca. 25 bis 40 Tage, je nach Temperaturverlauf; Endstadium, wenn die Eichenblätter voll entwickelt sind

  • Verpuppung:

    ab Ende Juni in der Bodenstreu; die Raupen spinnen sich mit einem Faden von der Krone ab

  • Generation:

    eine Generation pro Jahr

  • Symptome:

    Loch- u. Skeletierfraß an Blättern, Knospen, Blüten und Früchten

  • Schaden:

    kann erheblich sein

Der Flug der Frostspanner beginnt in Berlin meist Anfang November und ist abhängig vom Temperaturverlauf im letzten Entwicklungsstadium (Puppenstadium). Als erstes treten die flugfähigen Männchen auf, im späteren Verlauf dann die Weibchen. Die Falter schlüpfen tagsüber, bleiben jedoch bis zur Dämmerung im Bereich der Stammbasis und der Bodenstreu verborgen. Der Höhepunkt des Fluges ist abends. Die Männchen fliegen um die Stämme und begatten die heraufsteigenden Weibchen (sie haben nur Stummelflügel). Optimale Temperaturen für den Flug liegen zwischen 5 °C bis 10 °C.

Maßnahmen

In naturnah gestalteten Gärten mit vielen unterschiedlichen Gehölzen, in denen Vögel Unterschlupf und Nahrung finden, werden die Raupen des Frostspanners kaum nennenswerte Schäden anrichten können. Die Raupen sind eine beliebte Speise für die stets hungrige Brut der heimischen Vögel. Mit Nistkästen können weitere „Helfer“ angelockt werden.

Ebenfalls ist Anfang November das Anbringen von Leimringen um Obstbäume als Bekämpfungsmaßnahme möglich. Einerseits wird so festgestellt, ob überhaupt mit Frostspannerraupen bzw. ihrem Fraß im Frühsommer zu rechnen ist, andererseits wird so eine erfolgreiche Eiablage verhindert. Weitere Maßnahmen sind i.d.R. in unseren Gärten nicht erforderlich.

Monitoring

Im Fangzeitraum von Anfang November bis Ende Dezember werden an zwei bis drei Standorten an Eichen, Buchen, Hainbuchen und Obstbäumen die Frostspanner kontrolliert. Die Arten Operophtera brumata und Operophtera fagata werden dabei zusammen erfasst.

In der Regel wird der Schwarmflug des Frostspanners mit Leimringen, die um Bäume angebracht werden, überwacht. Seit 2014 ebenfalls mit Pheromonfallen. Dabei werden nur die männlichen Falter mit einem Sexualduftstoff angelockt, jedoch keine Weibchen. Die Leimringüberwachung ermöglicht, dass auch der Anteil der Weibchen, die „klettern“ müssen und ebenfalls kleben bleiben, miterfasst wird, wobei die Anzahl der Weibchen pro cm Leimring meist unter der kritischen Zahl* von 1 bzw. 0,8 liegt.

Überwachung mit Leimringen

Mit der Überwachung des Frostspanners wurde bereits Anfang der 1970er Jahre in Berlin-Pankow/Blankenfelde begonnen und wurde Anfang der 1990er Jahre mit Standorten in Berlin-Mitte/Tiergarten ergänzt. Im Verlauf der Jahre schwankt der Befall und befindet sich zum jetzigen Zeitpunkt auf einem leicht ansteigenden Niveau.

Auftreten der Frostspanner-Weibchen im Stadtgebiet Berlin von 1972 bis 2021

Auftreten der Frostspanner-Weibchen im Stadtgebiet Berlin von 1972 bis 2021

Kritische Zahl: Steigt die kritische Zahl über 1 bzw. bei vorgeschädigten Buchen über 0,8 muss mit starkem Fraß bis zum Kahlfraß durch die Raupen im kommenden Frühjahr gerechnet werden.

Auftreten der Frostspanner-Männchen in Berlin-Tiergarten von 1993 bis 2021

Auftreten der Frostspanner-Männchen in Berlin-Tiergarten von 1993 bis 2021

Es ist deutlich sichtbar, dass die Individuendichte in Abhängigkeit von biotischen und abiotischen Faktoren Schwankungen unterworfen ist und in den letzten Jahren auf einem eher geringen Niveau liegt. Das Auftreten der Frostspanner-Männchen ist nach einem höheren Wert in 2018 etwas rückläufig, wenn die Anzahl der mit Leimringen bzw. Pheromonfallen gefangenen Männchen addiert wird. Ebenso ist der Anteil an Weibchen 2021auf einem sehr niedrigen Niveau. Im Vergleich wiesen die Jahre 1993 bis 1995, 2013/2014 und 2019 einen hohen Anteil an Weibchen auf. Oftmals konnte in den Jahren nach hohen Fangzahlen in den Frühjahrs- bzw. Frühsommerwochen ein entsprechend starker Fraß festgestellt werden, so auch im Frühsommer 2020.

Überwachung mit Pheromonfallen

Das Anbringen und kontrollieren von Pheromonfallen erfordert einen geringeren Zeitaufwand. Um die Zeitreihen ab 1972 weiterhin nutzen zu können, wurden sie ab 2014 parallel zu den Leimringen eingesetzt.

Auftreten des Frostspanners im Stadtgebiet Berlin in Pheromonfallen, 2014 bis 2021

Auftreten des Frostspanners im Stadtgebiet Berlin in Pheromonfallen, 2014 bis 2021

Der Vergleich der Mittelwerte von 2014 bis 2021 zeigen deutlich auf, dass 2018 (ein sehr heißes und trockenes Jahr) die Bedingungen für die Entwicklung des Frostspanners sehr günstig waren. In den folgenden beiden Jahren waren die Fangzahlen rückläufig, währen sie 2021 wieder geringfügig anstiegen.

Flugverlauf 2021

Im Jahr 2021 begann der Schwarmflug des Frostspanners pünktlich in der ersten Novemberwoche und endete bereits in der 50. Woche (Mitte Dezember). Im Vergleich der Mittelwerte der Pheromonfallen aus allen Standorten mit dem langjährigen Mittel aus den Jahren 2014 bis 2021 war das Aufkommen der Frostspanner-Männchen im Jahr 2021 etwas höher.

Flugverlauf der Frostspanner-Männchen 2021 im Vergleich zum Mittelwert 2014 bis 2021

Werden die Standorte einzeln betrachtet, zeigen sich beträchtliche Unterschiede. So weist der Standort in einer der großen Parkanlagen – Großer Tiergarten – im Stadtgebiet Berlin wesentlich höhere Fangzahlen auf als im Mittelwert. Im Vergleich dazu weist der Standort auf dem Freigelände des Pflanzenschutzamtes Berlin (Bezirk Neukölln/Britz) ein wesentlich geringeres Fangergebnis auf.

  • Flugverlauf der Frostspanner-Männchen 2021 in Berlin-Tiergarten im Vergleich zum Mittelwert 2014 bis 2021

    Flugverlauf der Frostspanner-Männchen 2021 in Berlin-Tiergarten im Vergleich zum Mittelwert 2014 bis 2021

  • Flugverlauf der Frostspanner-Männchen 2021 in Berlin-Britz im Vergleich zum Mittelwert 2014 bis 2021

    Flugverlauf der Frostspanner-Männchen 2021 in Berlin-Britz im Vergleich zum Mittelwert 2014 bis 2021