Neue Schadorganismen

In den vergangenen Jahren haben sich sowohl das Spektrum als auch die Populationsdichte von Schadorganismen im Berliner Stadtgrün auffällig verändert. Durch die Anlage von neuen Grünflächen in Berlin wird eine breite Palette aus unterschiedlichen Pflanzenarten und -sorten aus verschiedenen Regionen verwendet. Diese umfangreiche Pflanzenverwendung, die sehr stark eingeschränkten Bekämpfungsmöglichkeiten von Schaderregern im öffentlichen Grün und die zunehmende Erwärmung in der Stadt sind dafür verantwortlich. Die Erhöhung der Jahresdurchschnittstemperatur um ca. 1,5 °C in den letzten 10 Jahren begünstigt Wärme liebende Organismen in ihrer Entwicklung und eröffnet ihnen neue Lebensräume.

Erstmalig im Berliner Stadtgebiet festgestellte tierische Organismen

Die Jahre 2021 bis 2025 waren überdurchschnittlich warm, trocken und sonnenscheinreich und mehrfach zählte die Hauptstadt in diesem Zeitraum zu den wärmsten Regionen im Bundesgebiet (Daten Deutscher Wetterdienst). Unter diesen Bedingungen konnten in den letzten fünf Jahren eine Reihe neuer tierische Organismen festgestellt werden:

Erstes Vorkommen 2025

  • Platanennetzwanze
    (Corythucha ciliata)

    Vorkommen an: Platanus

  • Südlicher Wacholderprachtkäfer
    (Lamprodila festiva)

    Vorkommen an: Thuja, Stamm

Erstes Vorkommen 2024

  • Feigen-Spreizflügelfalter
    (Choreutis nemorana)

    Vorkommen an: Ficus, Raupen an Blätter im Freiland

Erstes Vorkommen 2022

  • Plattwurm
    (Obama nungara)

    Vorkommen an: Stauden

  • Borkenkäfer
    (Hypothnemus hr. eruditus)

    Vorkommen an: Warmhaus

  • Gledisien-Lederzikade
    (Penestragania apicalis)

    Vorkommen an: Gelditsia

Erstes Vorkommen 2021

  • Grünpflanzen-Thrips
    (Thrips parvispinus)

    Vorkommen an: Grünpflanzen

  • Erstmalig im Berliner Stadtgebiet festgestellte tierische Organismen von 1994 bis 2025

    PDF-Dokument (625.9 kB)

  • Klimawandelbedingte Veränderungen der Schadorganismensituation an Gehölzen in Berlin und Brandenburg

    Autoren: Martin Schreiner (Pflanzenschutzamt Berlin) und Bianka Zimmer (Landesamtes für ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung)

    PDF-Dokument (286.6 kB)
    Dokument: Jahrbuch der Baumpflege 2025, 29. Jg., S. 254–261, ISBN 978–3–87815–292–7

Erstmalig im Berliner Stadtgebiet festgestellte pilzliche, bakterielle Erreger und Viren

Aber nicht nur tierische Schadorganismen finden den Weg ins Land Berlin, sondern auch Pilze und Viren. Über die Jahre wurden einige Krankheiten erstmalig im Stadtgebiet festgestellt, die z.T. bisher nur in wärmen Regionen Deutschlands zu finden waren.

Erstes Vorkommen 2025

  • Acute Oak decline (Akutes Eichensterben)
    (Brenneria goodwinii)

    Vorkommen an: Quercus robur

Erstes Vorkommen 2024

  • Amberbaum, Holznekrosen mit Fäule
    (Phaeoacremonium pennsylvanicum)

    Vorkommen an: Liquidamber

Erstes Vorkommen 2022

  • Marienkäferpilz
    (Hesperomyces virescens)

    Vorkommen an: Harmonia (Marienkäfer)

Erstes Vorkommen 2021

  • Schwarzer Rindenbrand
    (Diplodia mutila)

    Vorkommen an: Malus domestica

Erstes Vorkommen 2020

  • Rhizoctonia
    (Rhizoctonia ssp.)

    Vorkommen an: Bambus

Erstes Vorkommen 2019

  • Bambuspilz
    (Arthrinium yunnanum)

    Vorkommen an: Bambus

Erstes Vorkommen 2018

  • Lindenmassaria
    (Splanchnospora ampullacea)

    Vorkommen an: Tilia

  • Erstmalig im Berliner Stadtgebiet festgestellte Viren, pilzliche und bakterielle Erreger von 2002 bis 2025

    PDF-Dokument (286.0 kB)