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Ambrosia erkennen

Fragebogen zur Erkennung von Ambrosia

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Beifußblättrige Ambrosie

Botanischer Name: Ambrosia artemisiifolia

Weitere Bezeichnungen: Beifuß-Ambrosie, Beifuß-Traubenkraut, Hohe Ambrosie, Aufrechte Ambrosie

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Junge Beifußblättrige Ambrosien
Bild: Dr. Uwe Starfinger

Die Beifußblättrige Ambrosie stammt aus Nordamerika und wurde schon im 19. Jahrhundert nach Europa importiert. Heute kommt die einjährige Pflanze in verschiedenen europäischen Ländern häufig vor, unter anderem in Ungarn, Italien, Frankreich und der Schweiz. In Deutschland sind vor allem Bayern, Baden-Württemberg und Südhessen betroffen, in Brandenburg die Niederlausitz.

Die Pflanze wächst vorzugsweise auf gestörten offenen Böden, zum Beispiel an Straßenrändern, in Neubaugebieten oder auf Schutthalden.

In privaten Gärten findet man die Beifußblättrige Ambrosie vor allem unter Vogelfutterplätzen. Vogelfutter kann mit Ambrosia-Samen verunreinigt sein, da die Pflanze als Ackerunkraut in Sonnenblumenfeldern vorkommt. Seit dem Jahr 2012 darf laut einer EU-Verordnung Vogelfutter nicht mehr als eine sehr geringe Menge Ambrosiasamen enthalten.”

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Beifußblättrige Ambrosie
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Der Stängel der Beifußblättrigen Ambrosie ist rund und grün, bei intensiver Sonneneinstrahlung rötlich und später oberwärts abstehend behaart. Er neigt zu starker Verzweigung.

Die Blätter sind gestielt, doppelt gefiedert und oberseits leicht behaart. Die Blattunterseite ist wie die Blattoberseite hellgrün und hat heller erscheinende Blattnerven. Auffallend ist ferner, dass die Blätter am Stängel gegenständig angeordnet sind, also sich am Stängel gegenüber befinden. Erst die oberen Blätter sind häufig versetzt am Stängel (wechselständig). Das verleiht der jungen Pflanze ein auffallend symmetrisches Aussehen.

Die Blüte ist klein und recht unscheinbar. Die männlichen Blütenköpfe sind gelblich und zahlreich an den blattlosen Triebenden wie Trauben aufgereiht. Die weiblichen Blütenstände sind grün und befinden sich darunter in den Blattachseln. Typisch ist die kerzenleuchterartige Anordnung der Blütenstände.

Diese Ambrosienart keimt im Frühjahr und überdauert bis zu den ersten Frösten im Herbst. Junge Pflanzen entwickeln sich zunächst langsam. Erst im Juni setzt ein stärkeres Höhenwachstum ein. Die Pflanzen können bis zu zwei Meter hoch werden, die meisten Exemplare sind aber weniger als einen Meter hoch. In der Zeit von Juli bis November blüht sie. Die Hauptblütezeit liegt zwischen August und Oktober.

Dabei bildet jede Pflanze bis zu eine Milliarde Pollen. Wegen der späten Blüte entstehen in unseren Breiten nur in Jahren mit mildem Herbst reife Samen. In einer einzigen großen Pflanze können bis zu 60.000 Samen heranreifen, die mehrere Jahrzehnte keimfähig bleiben.

Stauden-Ambrosie

Botanischer Name: Ambrosia psilostachya

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Junge Stauden-Ambrosia
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Die Stauden-Ambrosie stammt ursprünglich aus Nordamerika. In Berlin breitet sie sich derzeit ungehemmt aus. Außerhalb Berlins und in anderen Ballungsräumen kommt sie nicht vor oder der Umfang ihrer Verbreitung ist unproblematisch. Aktionsprogramme zur Bekämpfung der Stauden-Ambrosie sind aus anderen Ländern deshalb nicht bekannt.

Wann genau die Stauden-Ambrosie nach Berlin kam, ist nicht bekannt. Dahin gegen ist die Frage, wie sie nach Berlin kam, einfacher zu beantworten: Unabsichtlich über Samen in verunreinigter Erde. Botanische Erfassungen weisen auf ein erstes Vorkommen im Jahr 1947. In den folgenden Jahrzehnten ist sie auch an weiteren Standorten im Berliner Stadtgebiet verteilt vorzufinden. Sie gilt jedoch als selten und Ihr Vorkommen als unproblematisch. Die starke Zunahme ihrer Ausbreitung in Berlin begann erst vor wenigen Jahren. Der Beginn umfangreicher Baumaßnahmen, die damit verbunden Erdbewegungen und die Schaffung optimaler Keimbedingungen für Ambrosia-Samen könnten dafür verantwortlich sein.

Ansonsten breitet sich die Stauden-Ambrosie über ihr Rhizom aus. Ein horizontal verlaufendes, weit verzweigtes Wurzelsystem, das sich nur schwierig beseitigen lässt. Beim einfachen Ausreißen der Pflanzen verbleibt ein Großteil des Rhizoms im Boden, aus denen neue Sprosse austreiben. Für ein nachhaltiges Zurückdrängen ist es deshalb erforderlich, auch die Rhizome – also die unterirdisch miteinander verbundenen Pflanzen – behutsam auszugraben.

Bevorzugt wachsen die Ambrosien an sonnigen und warmen Standorten, wie zum Beispiel an Straßenrändern, zwischen Gehwegplatten, auf Brachflächen und in vegetationsarmen Wiesen.

Ihre jungen Pflanzentriebe erscheinen spät im Jahr. Während einheimische Pflanzen wie Gemeiner Beifuß und Wilde Möhre im Mai bereits deutlich in die Höhe gewachsen sind, ist die Ambrosie nur wenige Zentimeter hoch. Eine Mahd zu diesem frühen Zeitpunkt begünstigt das Wachstum und die Vermehrung von Ambrosia. Eine späte Mahd dahin gegen – am besten kurz vor der Blüte der Ambrosia-Pflanzen – fördert die heimische Vegetation, die zur Samenbildung kommt, während die von Ambrosia-Pflanzen verhindert wird.

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Stauden-Ambrosie
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Die Stauden-Ambrosie kann eine Höhe von bis zu einem Meter erreichen. In Berlin erreicht sie allerdings auch ungestört in der Regel nur eine Höhe von ca. 45 cm. Je nach Standort und Anzahl der Störungen zum Beispiel durch Tritt oder Mahd ist ihr Habitus recht variabel.

Sie kann auch bereits bei einer Höhe von nur etwa 15 Zentimeter ihren ährenähnlichen Blütenstand ausbilden. Die ersten Blütenansätze erscheinen ab Mitte/Ende Juni. Die Blüten sind sehr unscheinbar und gelblich. Im typischen Habitus sind die nickenden Blütenkörbchen am Stängel verteilt.

Die Blätter sind in der Regel weniger stark gefiedert als bei der Beifußblättrigen Ambrosie, aber stärker behaart. Sie fühlen sich dadurch samtig an. Die Blattunterseite ist matt-grün. Die Blätter sind kreuzgegenständig am Stängel angeordnet, was insbesondere bei jungen Pflanzen zu dem typisch symmetrischen Aussehen führt.

Der Stängel ist grün und behaart. Die Pflanzenhaare sind fein weißfilzig und anliegend. Ihr Geruch ist leicht grasartig bis aromatisch.

Ambrosia und Verwechslungsarten

Es gibt einige Pflanzenarten, mit denen die Ambrosien verwechselt werden, darunter der Beifuß und der Rainfarn. Nachfolgend sind die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale zwischen den beiden Ambrosienarten und sechs ausgesuchten Verwechslungsarten zusammengestellt.

Beifußblättrige Ambrosie

Bildvergrößerung: Ambrosia artemisiifolia
Ambrosia artemisiifolia
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

(Ambrosia artemisiifolia)

  • Blätter: gegenständig (gegenüber am Stängel)
  • bei älteren Pflanzen sind die oberen Blätter häufig wechselständig (versetzt am Stängel)
  • Blattunterseite: hellgrün (wie Oberseite)
  • Stängel: grün, rot (bei intensiver Sonneneinstrahlung), oberwärts abstehend fein behaart, rund
  • Blüte: unscheinbar, grün (weibliche Blüte) oder gelblich (männliche Blüte)
  • Blütezeit: August bis Oktober
  • Geruch: nicht aromatisch

Allergiepotenzial: hochallergen

Stauden-Ambrosie

Bildvergrößerung: Ambrosia psilostachya
Ambrosia psilostachya
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

(Ambrosia psilostachya)

  • Blätter: gegenständig / kreuzgegenständig
  • Blattunterseite: behaart, matt-grün
  • Stängel: grün, behaart
  • Blüte: gelblich; nickende Blütenkörbchen am Stängel verteilt)
  • Blütezeit: Juni bis September
  • Geruch: leicht aromatisch, grasartig

Allergiepotenzial: stark allergen

Gemeiner Beifuß

Bildvergrößerung: Artemisia vulgaris
Artemisia vulgaris
Bild: Justus Meißner

(Artemisia vulgaris)

  • Blätter: wechselständig (versetzt am Stängel)
  • Blattunterseite: behaart, silbrig weißfilzig, matt-grün
  • Stängel: braun, unbehaart
  • Blüte: bräunlich-gelblich; überwiegend aufrecht
  • Blütezeit: Juni bis September
  • Geruch: aromatisch

Allergiepotenzial: allergen

Mehr zur Verwechslungsmöglichkeit mit Ambrosia im folgenden Informationsblatt.

Rainfarn

Bildvergrößerung: Tanacetum vulgare
Tanacetum vulgare
Bild: Justus Meißner

(Tanacetum vulgare)

  • Blätter: wechselständig in dichter Folge
  • Blattunterseite: grün
  • Stängel: zäh
  • Blüte: goldgelbe Blütenkörbchen
  • Blütezeit: Juli bis September
  • Geruch: stark riechend

Allergiepotenzial: nicht allergen

Wilde Möhre

Bildvergrößerung: Daucus carota
Daucus carota
Bild: Justus Meißner

(Daucus carota)

  • Blätter: zunächst Blattrosette, dann am Stängel wechselständig
  • Blattunterseite: grün
  • Stängel: borstig, behaart
  • Blüte: weißblühende Dolde, in der Doldenmitte kleine schwarzpurpurne Mittelblüte
  • Blütezeit: Mai bis August
  • Geruch: verdickte Wurzel nach Möhre riechend

Allergiepotenzial: nicht allergen

Gemeine Schafgarbe

Bildvergrößerung: Achillea millefolium
Achillea millefolium
Bild: Justus Meißner

(Achillea millefolium)

  • Blätter: schmal-lanzettlich, doppelt bis dreifach fiederteilig/fein geschlitzt, wechselständig am Stängel
  • Blattunterseite: grün
  • Stängel: erst im Blütenstand verzweigt
  • Blüte: weiß bis rosa, doldenartig
  • Blütezeit: Mai bis Oktober
  • Geruch: aromatisch

Allergiepotenzial: nicht allergen

Rainfarn-Phazelie

Bildvergrößerung: Phacelia tanacetifolia
Phacelia tanacetifolia
Bild: Justus Meißner

(Phacelia tanacetifolia)

  • Blätter: wechselständig
  • Blattunterseite: grün
  • Stängel: mit langen abstehenden und kurzen flaumigen Haaren bedeckt, bei Erscheinen der Blüte hohl
  • Blüte: hellblau bis tief blauviolett
  • Blütezeit: Juni bis September
  • Geruch: (geruchlos)

Allergiepotenzial: kontaktallergen

Weißer Gänsefuß, Ackermelde

Bildvergrößerung: Chenopodium album
Chenopodium album
Bild: Justus Meißner

(Chenopodium album)

  • Blätter: rautenförmig bis lanzettlich, gezähnte Ränder, (nicht fiederförmig!), wechselständig
  • Blattunterseite: grün
  • Stängel: gelblich grün, grün gestreift, oft rot überlaufend; wie fast die ganze Pflanze grau-mehlig bestäubt
  • Blüte: unscheinbar weißlich-grün
  • Blütezeit: Juli bis Oktober
  • Geruch: (geruchlos)

Allergiepotenzial: allergen

Diese Tabelle stellt Blütenfarben und Blütenzeiten im Vergleich dar:

  • Beifuß-Ambrosie:

    Farbe: unscheinbar, gelb
    Zeit: (VI) VIII-X (XI)

  • Stauden-Ambrosie:

    Farbe: unscheinbar, gelb
    Zeit: (VI) VII-X

  • Beifuß:

    Farbe: gelb, rotbraun
    Zeit: VI–IX

  • Rainfarn:

    Farbe: goldgelb
    Zeit: VII–IX

  • Wilde Möhre:

    Farbe: weiß
    Zeit: V–VIII

  • Schafgarbe:

    Farbe: weiß
    Zeit: V–X

  • Phazelie:

    Farbe: hellblau, violett
    Zeit: VI–IX

  • Gänsefuß:

    Farbe: unscheinbar weißlich-grün
    Zeit: VII-X

Sollten Sie weitere Hilfe zur Bestimmung benötigen, finden Sie hier weitere Informationen: