Biologische Bekämpfungsmöglichkeiten einer neuen Spinnmilbenart in der Innenraumbegrünung

v.l.n.r.: Spinnmilbenschaden an Kampferblättern, Teebaumspinnmilbe, Raubmilbe Amblyseius californicus fressend
v.l.n.r.: Spinnmilbenschaden an Kampferblättern, Teebaumspinnmilbe, Raubmilbe Amblyseius californicus fressend
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

In den vergangenen Jahren traten zunehmend andere Spinnmilbenarten als Problemschädlinge an Orchideen, Palmen, Grünpflanzen auf. Bisher bekannte biologische Verfahren sind unter diesen Bedingungen nicht ausreichend wirksam. Auch an Beständen von Kampferbäumen in einer Innenraumbegrünung konnten bisher nicht bekannten Arten festgestellt werden. Die Spinnmilbenart ist kleiner als Tetranychus urticae. Die adulten Weibchen sind etwa 0,3 mm groß und durchgängig dunkelrot bis braun. Sie haben keine Rückenflecken und die Beine sind gelblich. Die Eier sind rotorange, rund abgeflacht und tragen ein Härchen. Die Milben leben meist blattoberseits in der Nähe der Blattadern, bereits wenige Tiere verursachen nachhaltige Schäden auf den Blättern.

Diese Spinnmilbenart konnte als Oligonychus coffeae, die Teebaumspinnmilbe bestimmt werden. Untersuchungen zeigten, dass sie sich auch an Kamelien vollständig weiter entwickeln kann.

Die Vermehrung dieser Spinnmilbenart für Versuchszwecke war an bisher bekannten Wirtspflanzen wie Rosen, Bohnen, Gurken nicht möglich. Über Untersuchungen im Labor konnte die Vermehrung an Kastanienpflanzen gesichert werden. Die Bereitstellung von ausreichenden Spinnmilben an den Ersatzpflanzen war die Versuchsgrundlage für die Erarbeitung einer geeigneten biologischen Methode. Die zur biologischen Bekämpfung getesteten Raubmilbenarten Phytoseiulus persimilis, Amblyseius californicus, A. cucumeris, A. swriskii, A. degenerans und Typhlodromus pyri waren unterschiedlich wirksam (siehe Abbildung). P. persimilis und A. degenerans reduzierten die Milbenart gar nicht. In der Praxis ist A. californicus derzeit den anderen Arten überlegen.

Quelle: Jäckel, B. (2011) : Biologisch gegen Milben. Taspo Magazin 01, S. 26-29

Wirksamkeit unterschiedlicher Raubmilbenarten gegenüber der Teebaumspinnmilbe Oligonychus coffeae im Labor
Wirksamkeit unterschiedlicher Raubmilbenarten gegenüber der Teebaumspinnmilbe Oligonychus coffeae im Labor
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin