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Tierische Schaderreger: Kastanienminiermotte

Die Kastanienminiermotte wurde im Berliner Stadtgebiet erstmals 1997 entdeckt. Zunächst erfolgte eine punktuelle Ausbreitung und seit 2002 tritt sie im gesamten Stadtgebiet flächig auf.

Weitere Informationen

Merkblatt Kastanienminiermotte

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Laubsammeln und -entsorgung

Link zu: Laubsammeln und -entsorgung
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Rettet unsere Kastanie! Motten stoppen - Laub sammeln. Unter diesem Motto rief unsere Laubsammelkampagne von 2002-2007 sechs Jahre lang in Folge stadtweit auf, die Kastanienminiermotte einzudämmen. Kastanienlaub sammeln und beseitigen ist auch weiterhin sinnvoll. Weitere Informationen

Fragen und Antworten

Woher kommt die Kastanienminiermotte? Gibt es natürliche Feinde? Wie verkraften die Kastanienbäume den Befall? Laubsammeln - was ist zu beachten? Erfahren Sie alles über die Kastanienminiermotte. Weitere Informationen

Lebensweise

Kastanienminiermotte – Cameraria ohridella

  • Vorkommen:

    weißblühende Kastanien

  • Flugzeit:

    • ab April, Hauptflug der 1. Generation zur Blüte ca. 3 – 4 Wochen
    • 2. Generation: Juli/Anfang August, je nach Witterung; 3. Generation im Sept.
  • Eiablage:

    einzeln auf der Blattoberseite, bis zu 40 Eier/Weibchen und 300 Eier/ Blatt

  • Larvenschlupf:

    nach 2 – 3 Wochen

  • Larvenstadien:

    3 – 4 Wochen

  • Symptome der Larvenstadien L1-4:

    • L1: Minengänge zunächst kommaförmig, hell durchscheinend
    • L2 und L3: kreisförmige Erweiterung der Minen
    • L4: Altlarven, Fraß zwischen den Blattnerven, Entstehung von ockerfarbenen Platzminen (sichtbare Kotkrümel)
  • Verpuppung:

    im Kokon in der Mine

  • Puppenruhe:

    ca. 2 – 3 Wochen (erste und Sommergeneration)

  • Überwinterung:

    die Puppen der letzten Generation überwintern in den Minen der abgefallenen Blätter (im Falllaub)

Monitoring

Nachdem 1997 die ersten Einzelfunde der Kastanienminiermotte im Stadtgebiet dokumentiert wurden, breitete sich diese, aus dem Balkon stammend und wärmeliebend, rasant aus. Von wenigen Fundorten ausgehend, trat die Kastanienminiermotte bereits 2002 flächig an weißblühenden Kastanien im gesamten Stadtgebiet auf. Ab 2003 wurde das Auftreten der Miniermotte zunächst im Rahmen eines Projektes (BerlinCam, Untersuchungen zur Bekämpfung und Erarbeitung von Möglichkeiten zur Eindämmung der Kastanienminiermotten), mit Pheromonfallen an mehr als 20 Standorten überwacht. Die Kontrolle des Fluges wurde bei Beendigung des Projektes als laufende Überwachung mit einer reduzierten Standortanzahl vom Pflanzenschutzamt weitergeführt.

Bildvergrößerung: Flugverlauf der Kastanienminiermotte, Vergleich der Mittelwerte 2003 bis 2020
Flugverlauf der Kastanienminiermotte, Vergleich der Mittelwerte 2003 bis 2020
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

2020 war im Vergleich der Jahre 2003 bis 2020 erneut ein Jahr mit sehr hohen Fangzahlen (vierthöchste). Im Gegensatz zu 2019 mit der zweitniedrigsten Anzahl (12328) gefangener Motten betrug die Anzahl 2020 das 2,5-fache.

Flugverlauf 2020

Bildvergrößerung: Flugverlauf der Kastanienminiermotte 2020 im Vergleich zum Mittelwert 2003 bis 2020
Flugverlauf der Kastanienminiermotte 2020 im Vergleich zum Mittelwert 2003 bis 2020
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Der Flug der Motte begann 2020 erst sehr spät Ende April. Die Flugzeit der ersten Generation erstreckte sich bis ca. 20. Mai. Im Juni war vom Flug und auch den Symptomen auf den Kastanienblättern kaum etwas sichtbar. Anfang Juli begann die zweite Generation mit dem Flug, der bis Anfang August andauerte. Der Flug der zweiten Generation war relativ stark, witterungsbedingt in den ersten beiden Juliwochen jedoch etwas geringer und die Symptomausprägung an den Kastanienblättern war stark zunehmend. Ab Mitte August startet die dritte Generation sehr massiv mit ihrem Flug. Die Eiablage an den z.T. schon überwiegend braunen Blättern war entsprechend schwierig.

Bildvergrößerung: Flugverlauf der Kastanienminiermotte 2020 auf geräumten und ungeräumten Flächen
Flugverlauf der Kastanienminiermotte 2020 auf geräumten und ungeräumten Flächen
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Am stärksten betroffen waren, wie immer, die Kastanien auf dem nicht geräumten Standort. Zum Höhepunkt der Flugzeit der ersten Generation betrug die Anzahl der Kastanienminiermotten auf dem ungeräumten Standort das 10- bis 15-fache. Ebenso stieg die Anzahl der gefangenen Miniermotten zum Flughöhepunkt der zweiten Generation auf das 10-fache im Vergleich zum geräumten Standort.

Die Kastanien auf dem geräumten Standort waren noch überwiegend grün, somit waren diese Blätter zum Flughöhepunkt der dritten Generation natürlich attraktiver zur Eiablage als die bereits stark verbräunten und trockenen Blätter des ungeräumten Standortes. Somit erklärt sich auch die hohe Anzahl der gefangenen Motten des beräumten Standortes.

Bildvergrößerung: Flugverlauf der Kastanienminiermotte auf geräumten und ungeräumten Flächen 2003 bis 2020
Flugverlauf der Kastanienminiermotte auf geräumten und ungeräumten Flächen 2003 bis 2020
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Beim Vergleich des langjährigen Mittelwertes (von 2003 bis 2020) des geräumten und ungeräumten Standortes wird sehr deutlich, wie stark sich das Entfernen des befallenen Laubes auf den Flugverlauf der Kastanienminiermotte auswirkt. Am stärksten ist das Resultat während der ersten Fluggeneration mit der 10-fachen Anzahl Motten auf dem unberäumten Standort. Diese starke Auswirkung ist bis zum Ende des zweiten Flughöhepunktes (Ende Juli) deutlich sichtbar. Selbst zum Flug der dritten Generation ist noch ein Effekt erkennbar.