Tierische Schaderreger: Kastanienminiermotte

  • Falter der Kastanienminiermotte

    Falter der Kastanienminiermotte

  • Larve der Kastanienminiermotte

    Larve der Kastanienminiermotte

  • Puppe der Kastanienminiermotte

    Puppe der Kastanienminiermotte

  • Schadbild bei beginnendem Befall durch Kastanienminiermotte

    Schadbild bei beginnendem Befall durch Kastanienminiermotte

  • Schadbild bei starkem Befall durch Kastanienminiermotte

    Schadbild bei starkem Befall durch Kastanienminiermotte

  • Kastanie mit starken Befall im Mariendorfer Park

    Kastanie mit starken Befall im Mariendorfer Park

Die Kastanienminiermotte wurde im Berliner Stadtgebiet erstmals 1997 entdeckt. Zunächst erfolgte eine punktuelle Ausbreitung und seit 2002 tritt sie im gesamten Stadtgebiet flächig auf.

  • Merkblatt Kastanienminiermotte

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Monitoring

Nach den ersten Einzelfunden 1997 im Raum Berlin breitete sich die Kastanienminiermotte bereits ab 2002 flächig an weißblühenden Kastanien im gesamten Stadtgebiet aus. Seit 2003 wird das Auftreten der Miniermotte mit Pheromonfallen vom Pflanzenschutzamt überwacht. Seit dem Jahr 2023 befinden sich die Fangzahlen auf einem ansteigenden Niveau.

Aktuelle Monitoringzahlen aus dem Jahr 2026

Das Diagramm zeigt die Mittelwerte der Fangzahlen je Kalenderwoche des aktuellen Jahres an zwei Überwachungsstandorten in Berlin an. Hierbei handelt es sich um einen geräumten und ungeräumten Standort.

Flugverlauf der Kastanienminiermotte, Vergleich der Mittelwerte 2003 bis 2025

Seit 2022 steigt die Anzahl der gefangenen Kastanienminiermotten wieder leicht an und lag 2025 im mittleren Bereich. Hier konnte ein leichtes Plus von circa 1000 gefangenen Faltern zum Vorjahr festgestellt werden.

Flugverlauf 2025

Der Flug der Kastanienminiermotte begann auf einem hohen Niveau bereits Mitte April. Den Flughöhepunkt der 1. Generation gab es zeitig im Untersuchungszeitraum. Ab Ende Juni konnte ein erneuter Anstieg der Fangzahlen mit der 2. Generation registriert werden. Einen eigentlichen Flughöhepunkt der 2. Generation gab es in diesem Jahr nicht. Dies ist besonders durch den feucht-kühlen Juli 2025 begründet. Ab Anfang August stiegen die Fangzahlen wieder stark an. Ab der KW 38 nahmen die Flugzahlen rapide ab und das Flugende kündigte sich an.

Flugverlauf der Kastanienminiermotte 2025 im Vergleich zum Mittelwert 2003 bis 2025

Flugverlauf der Kastanienminiermotte 2025 im Vergleich zum Mittelwert 2003 bis 2025

Im Vergleich stehen hier eine geräumte und eine ungeräumte Fläche im Überwachungszeitraum von 2003 bis 2025. Es wird darauf hingewiesen, dass die stark geschwächten Bäume im Untersuchungszeitraum 2025 in ungeräumten Bereichen früh im Jahr ihr Blattwerk abgeworfen haben. Dementsprechend wurden in diesen Bereichen weniger Falter als in geräumten Bereichen gefangen, wo das Blattwerk länger intakt war. Im langjährigen Mittel ist jedoch weiterhin ein positiver Effekt der Blattentfernung festzustellen.

  • Weiterhin wird das Entfernen von altem Blattwerk im Herbst/Winter zur Reduktion der Population empfohlen.

Flugverlauf der Kastanienminiermotte auf geräumten und ungeräumten Flächen 2003 bis 2025

Flugverlauf der Kastanienminiermotte auf geräumten und ungeräumten Flächen 2003 bis 2025

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Lebensweise

Kastanienminiermotte – Cameraria ohridella

  • Vorkommen:

    weißblühende Kastanien

  • Flugzeit:

    • ab April, Hauptflug der 1. Generation zur Blüte ca. 3 – 4 Wochen
    • 2. Generation: Juli/Anfang August, je nach Witterung; 3. Generation im Sept.
  • Eiablage:

    einzeln auf der Blattoberseite, bis zu 40 Eier/Weibchen und 300 Eier/ Blatt

  • Larvenschlupf:

    nach 2 – 3 Wochen

  • Larvenstadien:

    3 – 4 Wochen

  • Symptome der Larvenstadien L1-4:

    • L1: Minengänge zunächst kommaförmig, hell durchscheinend
    • L2 und L3: kreisförmige Erweiterung der Minen
    • L4: Altlarven, Fraß zwischen den Blattnerven, Entstehung von ockerfarbenen Platzminen (sichtbare Kotkrümel)
  • Verpuppung:

    im Kokon in der Mine

  • Puppenruhe:

    ca. 2 – 3 Wochen (erste und Sommergeneration)

  • Überwinterung:

    die Puppen der letzten Generation überwintern in den Minen der abgefallenen Blätter (im Falllaub)