Tierische Schaderreger: Ungleicher Holzbohrer

  • Ungleicher Holzbohrer, Xyleborus dispar: Aufsicht des Käfers

    Ungleicher Holzbohrer, Xyleborus dispar: Aufsicht des Käfers

  • Ungleicher Holzbohrer

    Ungleicher Holzbohrer

  • Ungleicher Holzbohrer: Schadbild

    Ungleicher Holzbohrer: Schadbild

  • Ungleicher Holzbohrer: Kopf

    Ungleicher Holzbohrer: Kopf

  • Ungleicher Holzbohrer: Mundwerkzeuge

    Ungleicher Holzbohrer: Mundwerkzeuge

  • Ungleicher Holzbohrer: Schadbild am Apfel

    Ungleicher Holzbohrer: Schadbild am Apfel

Zunehmende Schäden an Laub- und Obstgehölzen durch den Ungleichen Holzbohrer wurden besonders in bzw. nach Jahren mit extremen Witterungsverläufen (Hitze, Trockenheit, Spätfröste etc.) festgestellt. Der Ungleiche Holzbohrer gehört zu den sekundär schädlichen Borkenkäfern, d.h. zunächst befällt er nur kranke und geschwächte Gehölze oder solche, die sich im Umpflanzschock befinden. Anhaltende Trockenperioden führen zum Stress und zu einer Schwächung der Bäume, die somit zu idealen Brutbäumen werden.

Monitoring

Der Ungleiche Holzbohrer wird seit 2004 regelmäßig mit Lockstofffallen (Alkohol) an unterschiedlichen Standorten im Stadtgebiet überwacht. Der Beginn des Fluges und die Stärke des Auftretens werden durch den Witterungsverlauf des jeweiligen Jahres stark beeinflusst.

Aktuelle Monitoringzahlen aus dem Jahr 2026

Das Diagramm zeigt die Mittelwerte der Fangzahlen je Kalenderwoche des aktuellen Jahres an fünf Überwachungsstandorten in Berlin an.

Auftreten des Ungleichen Holzbohrers in Berlin 2004 bis 2025

Im Jahr 2025 lag das Fangergebnis mit 125 Ungleichen Holzbohrern (jährliche Mittelwerte pro Falle) deutlich über dem Mittel der vergangenen Jahre. Sehr häufig folgt auf ein Jahr mit einer hohen Anzahl von Käfern eines mit einer äußerst niedrigen Anzahl. So folgt auf das starke Flugjahr 2007 eines mit sehr wenigen Käfern. Gleiches gilt auch nach 2010, 2014 und 2019. Für die Schwankungen der Fänge pro Jahr sind neben den unterschiedlichen Witterungsverläufen der Jahre auch der Zustand der Bäume und die Beschaffenheit des jeweiligen Standortes verantwortlich. Gärten mit einem alten Baumbestand, oftmals Obstbäume, weisen einen höheren Anteil an Ungleichen Holzbohrern auf. Auch der Pflanzstress von Jungbäumen kann zu einer erhöhten Kalamität führen.

Flugverlauf des Ungleichen Holzbohrers 2025 im Stadtgebiet Berlin im Vergleich zum Mittelwert (2004-2025)

Flugverlauf des Ungleichen Holzbohrers 2025 im Stadtgebiet Berlin im Vergleich zum Mittelwert

Flugverlauf 2025

Mit ansteigenden Tagestemperaturen erfolgte im Jahr 2025 gegen Ende März vereinzelt der Flug erster Borkenkäfer. Ungleiche Holzbohrer können bereits Anfang März bei Tagestemperaturen ab 18 °C/20 °C fliegen. Von Anfang bis Ende April kam es aufgrund der Witterung zu einem starken Auftreten des Ungleichen Holzbohrers. In diesem Zeitraum wurden oftmals Tageshöchstwerte über 20 °C erreicht. Mit dem Flughöhepunkt gegen Ende April nahmen die Fangzahlen ab. Bereits gegen Mitte Mai stellte sich der Flug ein und wenige Holzbohrer konnten bis Ende August noch in den Fallen gefangen werden. Oftmals treten immer wieder „Nachzügler“ im Juli/August auf.

Lebenszyklus der Ungleichen Holzbohrer

Lebensweise

  • Lebenszyklus der Ungleichen Holzbohrer

    PDF-Dokument (186.7 kB)

Ungleicher Holzbohrer - Xyleborus dispar (Anisandrus dispar)

  • Vorkommen:

    Laub- und Obstgehölze, gelegentlich auch an Pinus, Thuja u. Juniperus

  • Flugzeit:

    April/Mai, wenn die Mittagstemperaturen 18°C bis 20°C erreichen

  • Begattung:

    am Geburtsort, die Männchen sind flugunfähig

  • Brutsystem:

    das Weibchen bohrt senkrechte Eingangröhre (bis 6 cm), von der die Brutröhren abzweigen, dabei Übertragung des Ambrosiapilzes

  • Eiablage:

    in Häufchen, bis Juni, je nach voranschreitender Anlage des Brutsystems

  • Ernährung:

    vom Ambrosiapilz

  • Verpuppung:

    in den Gängen

  • Überwinterung:

    die meisten Jungkäfer überwintern im Brutsystem

  • Generation:

    einfach, in wärmeren Regionen sind 2 pro Jahr möglich

  • Symptome:

    kreisrunde Einbohrlöcher an Zweigachsen, Astquirlen und Astnarben, die senkrecht ins Holz gehen, Auswurf von feinem hellem Bohrmehl, Saftfluss

  • Schaden:

    Pilz zerstört die Zellulose, Absterbeerscheinungen je nach Stärke des Befalls