Coronavirus

Pflanzenschutzamt Aktuell: Die Telefonzentrale des Pflanzenschutzamtes unter der Rufnummer (030) 700006-0 ist nicht mehr besetzt! Eine Übersicht der Aufgabengebiete und die Kontaktdaten der Mitarbeitenden finden Sie unter:
Inhaltsspalte

Tierische Schaderreger: Wollige Napfschildlaus

Erstmalig wurde die Wollige Napfschildlaus im Jahr 1998 in Berlin festgestellt. Von einigen wenigen Standorten ausgehend, hat sie sich im Verlauf weniger Jahre im gesamten Berliner Stadtgebiet auf einem niedrigen Niveau etabliert. Die kalten und kontinental geprägten Winter in unserer Region regulieren ihre Ausbreitung.

Lebensweise

Bildvergrößerung: Lebenszyklus der Wolligen Napfschildlaus
Lebenszyklus der Wolligen Napfschildlaus
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Lebenszyklus der Wolligen Napfschildlaus

PDF-Dokument (467.3 kB)

Wollige Napfschildlaus – Pulvinaria regalis

  • Vorkommen:

    Linde, Kastanie, Ahorn u.v.a., insgesamt 24 Pflanzenfamilien

  • Überwinterung:

    als Larve auf dünnen Zweigen, die sie Ende April Richtung Stamm verlassen; die Weibchen wachsen auf die doppelte Größe an und häuten sich zu erwachsenen Schildläusen

  • Eiablage:

    Anfang/Mitte Mai am Stamm, Bildung von Eisäcken, die aus Wachswolle bestehen; die Weibchen legen 200-3000 Eier in den Eisäcken ab und sterben danach ab, bleiben jedoch als braune Schildchen mit dem Eisack verbunden

  • Larvenschlupf:

    ca. drei Wochen nach der Eiablage – Ende Mai / Anfang Juni

  • Larvenentwicklung:

    Larven (“Crawler”) wandern auf die Blätter und saugen sich dort fest; im dritten Larvenstadium erfolgt die Überwinterung auf den Zweigen der Wirtsbäume

  • Symptome:

    starke Honigtaubildung auf den Blättern

  • Schaden:

    starker Befall kann zu einer Schwächung und zu Absterbeerscheinungen führen

Monitoring

Zunächst wurde nur auf den Standorten (Schloß Charlottenburg, Immchen Allee/Spandau) der Befall mit der Wolligen Napfschildlaus bewertet, an denen sie als erstes aufgetreten ist. Ab dem Jahr 2004 wird im zweijährigen Abstand die Stärke des Befalls an Straßenbäumen (Linde, Ahorn, Kastanie) an jeweils min. 20 Standorten und 400 Bäumen ermittelt.

Bildvergrößerung: Entwicklung der Wolligen Napfschildlaus im Stadtgebiet Berlin
Entwicklung der Wolligen Napfschildlaus im Stadtgebiet Berlin
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Im Jahr 2008 konnte die bislang höchste mittlere Befallsstärke von 1,68 (geringer bis merklicher Befall) ermittelt werden. Im Jahr 2018 hatte das Auftreten der Wolligen Napfschildlaus mit einer aus allen Standorten gemittelten Befallsstärke von 0,23 (sehr geringer Befall) des bislang niedrigsten Stand erreicht. Die Napfschildlaus hat offensichtlich von der milden Winterwitterung profitiert, da die mittlere Befallsstärke wieder angestiegen ist.

Flugverlauf

Auf fast allen Standorten hat der Befall zugenommen, ist jedoch insgesamt immer noch auf einem eher geringem Niveau. Die Stärke des Befalls ist stark abhängig vom jeweiligen Standort, der Witterung des jeweiligen Jahres und des vorangegangenen Winters. Im Jahr 2020 lagen die Befallsstärken auf den Standorten zwischen 0,2 (Neue Krugallee) und 0,98 (Alte Potsdamer Str.).

Auftreten in ausgewählten Straßen im Stadtgebiet Berlin: