Sommer

v.l.n.r.: Pfirsichkräuselkrankheit, Nacktschnecke, Buchsbaumsterben, Gallmilben an Linden, Spinnmilben an Dieffenbachia
v.l.n.r.: Pfirsichkräuselkrankheit, Nacktschnecke, Buchsbaumsterben, Gallmilben an Linden, Spinnmilben an Dieffenbachia
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Hier finden Sie für den Sommer typische Fragen und Antworten zu parasitären und nichtparasitären Pflanzenschäden.

Sie können auch eigene Fragen stellen, die per E-Mail beantwortet werden.

Ziergehölze

Einzelminen durch Kastanienminiermotten
Einzelminen durch Kastanienminiermotten
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Nein! Bislang ist noch keine Kastanie nur durch einen Befall der Kastanienminiermotte abgestorben. Die Kastanie gehört zu den Baumarten, die schon im Frühsommer beginnen Reservestoffe einzulagern. Dies wirkt sich positiv auf die Vitalität der Kastanien aus. Somit übersteht sie auch einen starken Befall ohne größere Beeinträchtigung. Kastanien sind im städtischen Bereich zahlreichen Stressfaktoren ausgesetzt, die eher für ein Absterben verantwortlich sind. Hierzu zählen unter anderem ein zu kleiner Wurzelraum, Bodenverdichtungen, Trockenheit, Einwirkung durch Streusalz oder Pilzbefall.

zuklappen
typisch weißer Belag durch Eichenmehltau
typisch weißer Belag durch Eichenmehltau
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Der weißliche Belag wird durch den Eichenmehltau verursacht. Der zu den Echten Mehltaupilzen zählende Erreger ist sehr wirtsspezifisch. Das heißt, der Eichenmehltau geht weder auf benachbarte Rosen noch auf Stauden über. Diese Pflanzen werden durch andere spezielle Mehltauerreger infiziert. Eine Bekämpfung des Eichenmehltaus ist nicht erforderlich, da der Pilzbelag nur äußerlich an den Blättern anhaftet und die Ernährung der Blätter nur bedingt einschränkt, den Baum jedoch nicht zum Absterben bringt.

zuklappen
Befallssymptom
Befallssymptom
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Die löffelartigen Blattdeformationen an den jungen Triebenden werden durch den sogenannten Buchsbaumblattfloh verursacht. Die Tiere überwintern als Larven unter einer schützenden Wachsschicht. Sobald im Frühjahr die Temperaturen ansteigen, werden auch die Larven aktiv und sorgen durch ihre Saugtätigkeiten an dem noch jungen Pflanzengewebe für die typischen Blattveränderungen. Darüber hinaus sind die weißen, watteartigen Ausscheidungen der Larven ein auffälliges Merkmal dieser Tiere. Die ausgewachsenen rund 3 mm großen Tiere sind geflügelt, hellgrün und aufgrund ihrer Sprungbeine äußerst lebhaft. Bei einem geringen Befall reicht ein Rückschnitt aus um die Larven zu bekämpfen. Bei starkem Befall kann auch mit einem systemischen Insektizid eine Bekämpfung vorgenommen werden.

zuklappen
Pilzbefall an Grabeinfassung, Blatt- und Triebsymptome
Pilzbefall an Grabeinfassung, Blatt- und Triebsymptome
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Es besteht berechtigter Verdacht, dass hier spezielle Pilzkrankheiten den Buchsbaum geschädigt haben. Sowohl die als Buchsbaumsterben bezeichnete Krankheit als auch der Buchsbaumkrebs kommen in Betracht. Eine genaue Unterscheidung beider Krankheiten kann nur im Labor des Pflanzenschutzdienstes erfolgen. Besonders das Buchsbaumsterben wird häufig durch zugekaufte Pflanzen in vorhandene Bestände eingeschleppt. Die typischen Symptome, wie Blattfall und auch Absterben der Triebe unter Schwarzfärbung der Rinde treten aber erst nach Infektionen bei schwül warmem Sommerwetter auf. Deshalb zeigt sich der Befall in den letzten Jahren meist erst im Spätsommer. Die rasche Ausbreitung der Krankheit ist auch der Tatsache geschuldet, dass die Pilzsporen viele Infektionswege haben. Sowohl durch nicht desinfizierte Schnittwerkzeuge als auch durch Schuhwerk oder Handschuhe ist eine Weiterverbreitung möglich. Nach derzeitigen Erkenntnissen überdauern die Sporen in oberen Bodenschichten mindestens vier Jahre. Sichtbar infizierte Pflanzen und abgefallene Blätter sollten möglichst bald entfernt und nicht über den Kompost entsorgt werden. Bei Schnittarbeiten muss unbedingt Wert auf eine Desinfektion der Werkzeuge gelegt werden. Zudem sollte bei einer Zusatzbewässerung darauf geachtet werden, dass der Pflanzenbestand nicht lange nass bleibt. Wenn möglich sollte nicht “über Kopf” beregnet werden. Wirksame und zugelassene Pflanzenschutzmittel stehen derzeit nicht zur Verfügung.

Es bestehen nur geringe Unterschiede in der Anfälligkeit einzelner Buchsbaumsorten. Gute Baumschulen haben dennoch Erfahrungen mit weniger empfindlichen Sorten. Beratung lohnt.

zuklappen
Typische Nadelverbräunung durch Putzen
Typische Nadelverbräunung durch Putzen
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Das Verbräunen der Nadeln ist ein normaler Vorgang bei Nadelgehölzen und keine Krankheit. Man spricht hierbei auch vom Putzen der Gehölze. Auch immergrüne Pflanzen müssen sich von ihren alten und verbrauchten Nadeln säubern. Abhängig von bestimmten Stressfaktoren wie beispielsweise Pflanzschock, extreme Witterungsverhältnisse etc. kann dieser physiologische Nadelabwurf sehr ins Auge fallen. Nach wenigen Wochen ist der Vorgang jedoch abgeschlossen und das Gehölz erscheint wieder komplett grün.

zuklappen
Gallen der Buchengallmücke
Gallen der Buchengallmücke
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Bei den Auswölbungen an den Blättern handelt es sich um Blattgallen. Für die Entstehung solcher Pflanzengallen sind z.B. Gallmücken verantwortlich. In ihrem Fall die Buchengallmücke.

Diese legt im Frühjahr ihre Eier auf die jungen Knospen. Nach dem Schlupf sorgen die jungen Larven durch ihre Saugtätigkeit für die typischen Verformungen des Blattgewebes. Eine ernsthafte Gefährdung ihres Baumes besteht durch das Auftreten solcher Gallen normalerweise nicht. Eine Bekämpfung muss daher in der Regel nicht erfolgen. Zudem gibt es zahlreiche Fraßfeinde, die sich der Tiere annehmen.
Viele Gallen entstehen jedoch auch aufgrund der Saugtätigkeit von Gallmilben. Auffällige, durch Gallmilben verursachte Blattdeformationen sind z.B. an Linde die sogenannten Stift- oder Zipfelgallen, die Hörnchengallen an Ahorn oder Pockengallen an der Goldulme.

zuklappen

Obst

Fraßbild
Fraßbild
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Die Beschreibung passt auf spezielle Blattwespen. Sowohl die gelbe als auch die schwarze Stachelbeerblattwespe kommen an Stachelbeeren und auch an Johannisbeeren gleichermaßen vor. Da Blattwespen meist binnen weniger Tage einen intensiven Fraß verursachen, sollte man den Befall rechtzeitig erfassen. Denn nur bei Anwesenheit der Räupchen lohnen Gegenmaßnahmen. Sind die Raupen bereits zu Boden gefallen und beginnen sich hier zu verpuppen, lohnt nur noch ein leichter Rückschnitt und die Hoffnung auf üppigen Neutrieb. Gefundene Raupen können rechtzeitig abgesammelt, abgeklopft oder mit einem Pflanzenschutzmittel gegen beißende Insekten gespritzt werden. Vorzugsweise sollten Präparate mit dem Wirkstoff Pyrethrine eingesetzt werden.

zuklappen
Verrieseln
Verrieseln
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Nein. Als Ursachen sind hier meist schlechte Befruchtungsverhältnisse zur Blütezeit zu nennen. Diese meist früh blühenden Beerensträucher werden häufig “Opfer” von Spätfrösten oder nasskaltem Wetter während der Blüte oder kurz danach. Die Reaktion darauf ist ein Abrieseln der kleinen Beerchen, so dass Fehlstellen an den kleinen Trauben entstehen. Deshalb sollte der Hobbygärtner besser auf frühe Sorten verzichten. Auch Bodentrockenheit nach der Blüte und unzureichendes Auslichten der Sträucher fördern die Erscheinung.

zuklappen
Mehltau an roten Johannisbeeren
Mehltau an roten Johannisbeeren
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Ursache ist eine Infektion mit dem Amerikanischen Stachelbeermehltau, einem speziellen Echten Mehltaupilz. Insbesondere der Standort und das jeweilige Jahreswetter nehmen Einfluss auf die Infektionsstärke. Starke Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht haben intensive Taubildung zur Folge. Derartige Witterungsabschnitte fördern den Befall. Zudem sind gravierend unterschiedliche Anfälligkeiten einzelner Stachel- und Johannisbeersorten zu beobachten. Deshalb gibt es in guten Baumschulen seit einigen Jahren eine umfangreiche Palette robuster oder resistenter Stachelbeeren.
Für den Stachelbeeranbau sind deshalb empfehlenswert die Sorten: ‚Invicta’, ‚Rixanta’, ‘Risulfa’, ‘Hinnomäki’, ‘Rolonda’, ‘Rokula’, ‚Remarka’, ‘Captivator’, ‘Jeanne’.

Bei roten Johannisbeeren hat sich leider die Sorte ‚Heinemanns Spätlese’ als sehr mehltauanfällig erwiesen. Gilt es, alte, geschmacklich “lieb” gewonnene, aber anfällige Sorten im Garten zu erhalten, muss wiederholt mit hierfür zugelassenen Pflanzenschutzmitteln behandelt werden (derzeit hat nur der Wirkstoff Schwefel eine Zulassung). Erste Behandlungen sollten schon zum Zeitpunkt des Austriebes erfolgen. Je nach Witterung müssten bis zur Ausbildung der vollen Fruchtgröße mehrere Wiederholungsbehandlungen folgen. Dies sollte vorzugsweise mit Pflanzenstärkungsmitteln erfolgen, die auf dem “Wirkstoff” von Backpulver beruhen, dem Natrium-Bicarbonat. Wird diesen Mitteln ein öliger Emulgator (Rapsöl, Neem) zugesetzt, bleibt der Spritzbelag ausreichend haften.

zuklappen
falscher Mehltau
falscher Mehltau
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Das Aufplatzen der unreifen Beeren deutet auf Befall durch den Echten Mehltau (Oidium) hin. Frühzeitig warmes und trockenes Frühjahrswetter und starke Taubildung fördern den Befall. Auch sind die einzelnen Rebsorten unterschiedlich anfällig. Will man den Befall vermeiden, müssten kurz nach dem Austrieb der Reben bis zum Erreichen der endgültigen Beerengröße zahlreiche wiederholte Spritzbehandlungen mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln (Schwefelpräparate) erfolgen. Deshalb ist jeder Hobbygärtner gut beraten, wenn er schon vor der Pflanzung auf widerstandsfähige Sorten achtet. Dann lassen sich solche Spritzungen weitgehend vermeiden. Lassen Sie sich in guten Baumschulen beraten.

Das vorzeitige Vertrocknen unreifer Beeren hingegen ist ein typisches Symptom für den Befall durch den Falschen Mehltau (Peronospora). Da die Krankheit meist in feuchten Jahren im Frühjahr erste Infektionen am Laub verursacht und von hier aus Infektionen an die noch unreifen Beeren erfolgen, sollten rechtzeitig vorbeugend schützende Spritzbehandlungen ab Blattaustrieb erfolgen. Je nach Wetter müssen in feuchten Jahren Wiederholungsbehandlungen bis zur Erreichung der endgültigen Beerengröße vorgenommen werden. Insbesondere Handelspräparate mit dem Wirkstoff Kupferoktanoat sind hier zugelassen. Leider stehen in den Baumschulen kaum neue Rebsorten zur Verfügung, die gegen den Falschen Mehltau ausreichend widerstandsfähig sind.

zuklappen
Befallssymptome
Befallssymptome
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Nein. Verursacher dieser Symptome sind mikroskopisch kleine Milben, Rebenpockenmilben. Diese überwintern in den Knospen des Weinstockes und besiedeln nach dem Austrieb die Pflanze. Sie besaugen vorzugsweise die weichen ersten Blätter der Rebe. An den Saugstellen entstehen dann die beschriebenen Pocken. Erfahrungsgemäß lässt der Befall im Verlauf des Sommers deutlich nach. Neue Blätter werden dann kaum mehr befallen.

Soweit beginnender Befall wahrgenommen wird, können diese Blätter ausgepflückt werden. Auch wenn die Befallssymptome auffällig sind, führt dies weder zu Wuchshemmungen noch zu Ertragsdepressionen der Rebe. Lässt sich ein deutlicher Anfangsbefall in mehreren Jahren beobachten, können Austriebspritzungen mit Rapsölpräparaten in den nächsten Jahren den Befall deutlich herunterdrücken. Auch regelmäßige Spritzbehandlungen mit Schwefelpräparaten gegen den Echten Mehltau haben im Nebeneffekt eine gute Wirkung gegen diese Milben.

zuklappen
Kräuselkrankheit
Kräuselkrankheit
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Verursacher ist eine Pilzkrankheit – die Kräuselkrankheit beim Pfirsich. Auch Nektarinen können befallen werden. Die Infektionen durch den Erreger finden schon sehr früh im Jahr statt, bei mildem Wetter schon im Februar. Dies gilt es durch rechtzeitig schützende Spritzbehandlungen zu verhindern. Hierfür stehen auch im Hobbygarten seit einiger Zeit zugelassene Pflanzenschutz- und Pflanzenstärkungsmittel zur Verfügung. Beginn der Behandlungen sollte der Zeitpunkt des Knospenschwellens sein und im Abstand von jeweils 10 bis 14 Tagen sind ein bis zwei Wiederholungsbehandlungen sinnvoll. Pflanzenschutzmittel gegen diese Krankheit basieren derzeit ausschließlich auf dem Wirkstoff Difenoconazol. Aber auch Pflanzenstärkungsmittel, die Steinobst widerstandsfähig gegenüber Pilzkrankheiten werden lassen, können wiederholt eingesetzt werden.

zuklappen
Aufgerissene Rinde
Aufgerissene Rinde
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Die beschriebenen Symptome lassen auf eine Krankheit schließen, die sehr komplexer Natur ist, auf das Aprikosensterben. Auslösende Faktoren sind unter anderem ungünstige Witterung im Winter und Frühjahr, schwierige Standort- und Bodenverhältnisse, Ernährungsfehler, Unverträglichkeiten zwischen Gehölzunterlage und Edelreis, Pilzbefall und Schädlingsbefall.
Hauptproblem scheint in den letzten Jahren das Winter- und Frühjahrswetter zu sein. Aprikosen gehören zu den Obstgehölzen, die als erste die Winterruhe einstellen. Dies führt zu einem frühzeitigen Austrieb. Dieser gerät nicht selten dann unter Spätfrosteinwirkung. Auch mangelnde Frosthärte des Holzes durch späte Stickstoffdüngung oder lang anhaltendes feucht warmes Spätherbstwetter können dieser Erscheinung Vorschub leisten. In jedem Fall sollten Aprikosen im Winter mit einem weißen Stammanstrich versehen werden, um ein zu frühes Austreiben zu verhindern.

Gegenmaßnahmen sind kaum möglich. Wenn im späten Frühjahr der endgültige Austrieb gut einzuschätzen ist, können und sollten alle abgestorbenen bzw. kränkelnden Zweige entfernt werden. Mit viel Glück kommt es im Verlauf der nächsten Jahre zu einem Neuaufbau des Baumes. Soll eine neue Aprikose gepflanzt werden, ist es ratsam neue Sorten zu wählen, die in der Region angezogen wurden. So zeigen die Sorten “Mino”, “Hilde” und “Clarina” besonders im norddeutschen Raum gute Frosthärte und gesunden regelmäßigen Ertrag.

zuklappen
Welkesymptome durch Moniliabefall
Welkesymptome durch Moniliabefall
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Ursache ist die Infektion durch die Monilia-Spitzendürre, eine typische Pilzkrankheit beim Steinobst. Die Sporen der weit verbreiteten Krankheit sind im Naturhaushalt “allgegenwärtig” und finden gute Infektionsbedingungen, wenn zur Zeit der Kirschblüte nasskaltes Wetter herrscht. Die Krankheit dringt über die Blüte in den dahinter befindlichen Zweig und lässt diesen trocken werden. Die Krankheit durchdringt meist nur den vorjährigen Zuwachs des Zweiges. Tiefer gelangt die Krankheit nicht ins Gehölzinnere. Deshalb ist es auch sinnvoll unmittelbar nach dem Sichtbarwerden der Welke, diese Zweigpartien zu entfernen. Denn ältere Astbereiche sind durchaus in der Lage gesunde Neutriebe aus “schlafenden” Knospen zu bilden, die für den Aufbau einer gesunden Krone sorgen.

Dennoch kann man durch diese Schnittmaßnahmen Neuinfektionen in den Folgejahren nicht grundsätzlich vermeiden. Hierzu bedarf es gezielter vorbeugender Spritzbehandlungen mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln ( Präparate mit den Wirkstoffen Fenhexamid, Myclobutanil und Difenoconazol sind derzeit zugelassen) kurz vor, während und nach der Blüte. Bleibt es jedoch in dieser Zeit absolut trocken, besteht keine Infektionsgefahr, also auch keine Behandlungsnotwendigkeit.

zuklappen
Bohrloch
Welkesymptome durch Moniliabefall
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Verursacher ist ein Kleinschmetterling, der Apfelwickler. Dieser beginnt mit Flug und Eiablage an Früchte und Blätter bereits Ende Mai. Der Flugverlauf ist aber jahrweise und regional sehr unterschiedlich. Meist erreicht der Flug im Berliner Raum einen ersten Höhepunkt um den 10. Juni. Im Verlauf des Sommers kann es dann noch einmal zu einem erneuten starken Flug Anfang Juli und noch zu einem meist schwachen Flug Ende Juli kommen. Etwa 10 bis 20 Tage nach einem solchen Flughöhepunkt sollten Bekämpfungsmaßnahmen einsetzen, da dann eine große Zahl der abgelegten Eier getroffen werden kann. Zur genauen Bestimmung dieser Flughöhepunkte ist es ratsam Pheromonfallen (auch Lockstofffallen genannt) aufzuhängen. Werden in diesen innerhalb von 3 Tagen mehr als 10 Falter gefangen, sollte in der Folge an eine Bekämpfung gedacht werden, da mit deutlichen Schäden an den Äpfeln zu rechnen ist. Eine Bekämpfung mit diesen Fallen ist nicht möglich, da nur die männlichen Falter gefangen werden. Der Pflanzenschutzdienst bietet in der Regel eine aktuelle regional bezogene Bekämpfungsempfehlung an, die sich auf eine kontinuierliche Überwachung des Schädlings stützt. Für den Hobbygärtner kommen mehrere Bekämpfungsmöglichkeiten in Frage. Es können sowohl konventionelle Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Methoxyfenozide eingesetzt werden als auch biologische Präparate, die auf der Basis eines speziellen Insektenvirus (Granulosevirus) wirken. Seit einigen Jahren werden zudem nützliche Insekten als Gegenspieler für den Apfelwickler angeboten. Dazu gehören seit einiger Zeit spezielle Schlupfwespen der Gattung Trichogramma aber auch spezielle nützliche Nematoden (Gattung Steinernema). Vor dem Einsatz der genannten Präparate, aber erst recht vor dem Einsatz der Nützlinge sollte eine eingehende Beratung beim Pflanzenschutzdienst erfolgen.

In zahlreichen Ratgebern wird zur Bekämpfung immer wieder das Anbringen von Wellpappringen empfohlen, mitunter sogar das von Leimringen. Da die Kleinschmetterlinge flugfähig sind, lassen sie sich durch Leimringe in keiner Weise abfangen. Das Anbringen von Wellpappringen kann als zusätzliche Maßnahme zum Abfangen der Schädlingslarven hilfreich sein. Diese müssen aber rechtzeitig vor dem Frühjahr wieder entfernt werden, sonst schlüpfen auch aus diesen Wellpappringen neue Apfelwickler. Eine ausreichende Bekämpfung ist mit dieser Methode allein nicht zu erreichen.

zuklappen

Gemüse

Wegschnecke
Wegschnecke
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Im Gemüsegarten schädigen die Nacktschnecken aus der Gruppe der Weg- bzw. Ackerschnecken am häufigsten. Eine erfolgreiche Schneckenbekämpfung bedeutet unterschiedliche Bekämpfungssysteme im Komplex zu nutzen. Bereits vor der Aussaat sollten überwinternde Nacktschnecken von der Anbaufläche durch Lockmöglichkeiten weitgehend entfernt bzw. mit geeigneten Pflanzenschutzmitteln bekämpft werden. Die Zuwanderungsmöglichkeiten der Schnecken müssen gefunden werden, um einen erneuten Befall zeitig feststellen zu können bzw. die Bekämpfungsmaßnahmen auf die Zuwanderungswege zu richten. Die Pflanzung sollte nicht zu dicht sein, um das Abtrocknen sicher zu stellen. Eine tägliche Kontrolle im Jungpflanzenstadium ist notwendig, um das Abfressen der jungen Laubblätter rechtzeitig zu vermeiden. Im Bedarfsfall sollte dann, sofern das Absammeln der Nacktschnecken nicht mehr ausreichend ist, Schneckenkorn entsprechend der Gebrauchsanleitung eingesetzt werden. Es ist darauf zu achten, dass während der Anwendung von Schneckenkorn nicht gleichzeitig beregnet oder gegossen wird.

zuklappen
Kohlfliegen-Arten an Radies
Kohlfliegen-Arten an Radies
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Die Ursache für madiges Wurzelgemüse, Welken und Umfallen von Bohnenjungpflanzen sind der wiederholte Befall mit Gemüsefliegen. Auf die einzelnen Gemüsearten spezialisierte Fliegen (Möhrenfliege, Rübenfliege, Zwiebelfliege, Kohlfliegen, Bohnenfliege) legen ihre Eier an die ausgewählte Pflanze im zeitigen Frühjahr am Boden ab (zum Zeitpunkt der Löwenzahnblüte – Mitte/Ende April). Die aus den Eiern schlüpfenden Maden fressen die Feinwurzeln ab, dringen dann in den Wurzelkörper ein bzw. schädigen Keimlingsblätter. Der Befall kann zusätzlich von Pflanzen schädigenden Pilzen begleitet werden. Es können jährlich bis zu zwei Generationen der speziellen Gemüsefliegenarten auftreten.

Die sinnvollste und effektivste Bekämpfung ist die Anwendung von Gemüseschutznetzen, die die Pflanzen vor den Fliegen schützt und damit deren Eiablage weitgehend verhindert. Für einen erfolgreichen Einsatz der Schutznetze ist auf die richtige Maschenweite zu achten. Dennoch muss darauf geachtet werden, dass die Pflanzen auf solche Flächen gesät oder gepflanzt werden, auf denen nicht schon im vergangenen Jahr die gleiche Pflanzenart stand. Hier würden die Fliegen dann auch unter dem Netz schlüpfen und einen nachhaltigen Befall hervorrufen.

zuklappen

Zimmerpflanzen

Honigtau mit Rußtaupilzen und Schildläusen an Ficus
Honigtau mit Rußtaupilzen und Schildläusen an Ficus
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Wichtig ist es, die Pflanzen etwa alle 14 Tage regelmäßig zu kontrollieren, da in den Wohnräumen für die Schädlinge permanent gute Bedingungen für eine schnelle Entwicklung herrschen. Es ist warm, das Pflanzengewebe wird unter Zimmerbedingungen sehr weich. Das Lichtspektrum und die Lichtintensität entsprechen nicht den natürlichen Wachstumsbedingungen. Es entsteht sehr weiches Pflanzengewebe, das Schädlingen gute Entwicklungsbedingungen bietet. Im Zimmer sind zudem keine Gegenspieler (Nützlinge) der Schädlinge vorhanden.
Der Schädlingsbefall zeigt sich durch bestimmte Symptome. Glänzende leicht klebrige Blätter (Bildung von Honigtau), die sich später auch schwarz färben können, weisen auf den Befall durch Schildläuse, Wollläuse, Schmierläuse oder auch Blattläuse hin. Gelbe Flecken oder leicht welkende Blätter können durch Spinnmilben und Thripse hervorgerufen werden. Mit einer Lupe (5 bis 10fache Vergrößerung) sind diese sehr kleinen Tiere erkennbar. Sind Schädlinge entdeckt worden, ist unter Zimmerbedingungen eine schnelle Reduzierung notwendig. Zur direkten Bekämpfung stehen im Fachhandel verschiedene Pflanzenschutzmittel zur Verfügung. Wichtig ist in allen Fällen, dass bei deutlichem Befall mindestens 2, besser 3 Behandlungen im Abstand von jeweils 8-10 Tagen erfolgen sollten. Eine erfolgreiche biologische Bekämpfung der Schädlinge an Zimmerpflanzen erfordert eine Spezialberatung.

zuklappen
Erwachsene Trauermücken am Gelbsticker
Erwachsene Trauermücken am Gelbsticker
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Bei den schwarzen “Fliegen” handelt es sich um Trauermücken, deren Larven im Boden als kleine, etwa 3-5 mm lange, fast durchsichtige Würmer leben. Die Larven der Trauermücken ernähren sich von Feinwurzeln und organischer Substanz. Organischer Dünger (Guano, Hornspäne, Blutmehl, Neemkuchen, u. ä.), Wärme und gleichmäßige Feuchtigkeit begünstigen ihre Vermehrung.

Eine Reduzierung der Mücken ist am einfachsten möglich, wenn die Töpfe bewusst trocken gehalten werden. Aber Achtung, Pflanzen nicht vertrocknen lassen! Deckt man die Topferde mit einer dünnen Schicht aus grobem Sand ab, wird die Eiablage der Trauermücken und damit ihre Vermehrung deutlich reduziert. Im Fachhandel angebotene Gelbsticker oder Gelbtafeln können zusätzlich in Pflanzennähe angebracht werden. Die gelbe Farbe lockt erwachsene Mücken an und die Tiere bleiben kleben. Bei sehr starkem Befall ist die biologische Bekämpfung mit speziellen nützlichen Nematoden der Art Steinernema feltiae sehr wirksam.

zuklappen
Bohnenspinnmilben
Bohnenspinnmilben
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Beide Schädlingsgruppen sind sehr klein. Die unter 1 mm kleinen Tiere erkennt man am besten mit einer Lupe. Auf den Blättern zeigen sich gelblichweiße Saugstellen. Der Befall beginnt meist an den jungen Blättern. Häufig nimmt der Glanz der Blätter ab; manchmal treten deformierte Blattformen auf. Zahlreiche Pflanzenarten können von diesen Schädlingen befallen werden.

Die Spinnmilben sind als “Minispinne” erkennbar. Die Färbung reicht von rot bis gelblichgrün. Teilweise werden auch mehr oder weniger starke Gespinste an den Pflanzen gebildet.
Thripse, auch Blasenfüße oder Fransenflügler genannt, befinden sich auf der Blattoberseite. Neben den meist metallisch glänzenden Saugstellen befinden sich kleine schwarze Kottropfen. Die stäbchenförmigen Schädlinge treten als dunkle 1 mm lange Vollinsekten und als weißliche Larven auf.

Beide Schädlingsgruppen bevorzugen trockene und warme Luft. Bei akutem Befall (Saugschäden) sind Bekämpfungsmaßnahmen unbedingt notwendig. Bereits geschädigte Blätter können sich nicht regenerieren. Eine mechanische Bekämpfung der Schädlinge durch Abwaschen oder Abbrausen der Pflanzen zeigt nur unzureichende Wirkung. Ein Restbefall bleibt erhalten. Dieser weitet sich rasch wieder aus. Zur chemischen Bekämpfung bietet der Handel unterschiedliche Präparate an.

Zugelassene Rapsölpräparate sind in ihrer Verwendung besser geeignet für hartlaubige Pflanzen, vor allem in der sonnenarmen Zeit. Kaliseifen sollten für eine sichere Wirkung mehrfach angewendet werden. Produkte auf der Basis von Neem können Spinnmilben und Blattthripse zufriedenstellend dezimieren. Achten Sie aber bei diesen zuletzt genannten Wirkstoffen auf die Pflanzenverträglichkeit. Zusätzlich bietet der Handel synthetische Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung der genannten Schädlinge.

zuklappen
Spinnmilben an Dieffenbachia
Spinnmilben an Dieffenbachia
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Dies trifft insbesondere auf folgende Insekten zu: Blattläuse, Wollläuse, Schildläuse oder auch Weiße Fliegen.
Blattläuse sind etwa 2-3 mm lang. Je nach Art sind sie sehr unterschiedlich gefärbt, von rosa über gelb, aber auch grün bis schwarz. Meist treten sie in Kolonien auf und befinden sich an jungen Blättern, dem Neutrieb und auch an den Blüten. Auf dem klebrigen Belag sind vielfach noch die leeren Häutungsreste der Läuse zu finden.

Wollläuse erkennt man an weißen klebrigen, watteartigen Ausscheidungen. In dieser “Watte” befinden sich die Schädlingseier. Häufig erinnert die Form der Tiere an Asseln. Sie sind 2-3 mm lang, meist rosa gefärbt und haben einen wachsartigen weißen Belag. Nimmt man eine Lupe zu Hilfe, erkennt man je nach Art unterschiedlich lange Haare am Körperrand der Insekten.

Schildläuse haben ein typisches Rückenschild, dessen Ausfärbung, Größe und Form arteigen ist und auch vom Alter der Schädlinge abhängt. Unter dem Schild befindet sich eine Vielzahl von Jungtieren und Eiern. Das Schild ist nicht beweglich. Schildläuse findet man hauptsächlich an den Blattadern, am Stängel und an den Blattstielen der Pflanze.

Weiße Fliegen, auch Mottenschildläuse genannt (siehe Form der Larven), treten im Zimmer weniger häufig auf. Die kleinen weißen Fliegen befinden sich besonders auf jungen Blättern. Ihre schildlausähnlichen Larven sind recht klein und weiß bepudert. Sie sondern erhebliche Mengen klebrigen Honigtau ab.

Ein beginnender Befall kann durch Abputzen und Abwaschen mit lauwarmem Wasser und Seifenlösung kurzfristig reduziert werden. Eine biologische Bekämpfung mit Nützlingen ist im Zimmer kompliziert und nur mit Spezialberatung erfolgreich. Nimmt der Befall zu, dann ist die chemische Bekämpfung empfehlenswert.

zuklappen