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Inhaltsspalte

Tierische Schaderreger: Thuja- und Wacholderborkenkäfer

Beide Borkenkäfer-Arten treten seit Jahren verstärkt im Berliner Stadtgebiet auf und führen immer wieder zum Ausfall von einzelnen Pflanzen oder ganzer Heckenpartien. Betroffen sind die beliebten und häufigen Koniferen – Thuja, Chamaecyparis, Cupressus, Juniperus, Sequoiadendron, Tsuga.

Die wärmeliebenden Käfer wanderten aus südlichen Regionen (Mittel- und Südeuropa) zu, wobei der Thujaborkenkäfer bereits seit den 1950er Jahren in Österreich und Süddeutschland auftrat, der Wacholderborkenkäfer dort jedoch erst in den 1980er Jahren auffällig wurde. Im Berliner Stadtgebiet wurden beide Arten in 2004, nach dem sehr trockenen Jahr 2003, auffällig. In ihrer Ausbreitung profitierten sie stark von den Trockenjahren 2006 und 2010 und ebenfalls von den letzten drei trockenen und überaus warmen Jahren 2018 bis 2020, so dass 2021 wiederum ein starkes Auftreten dieser Käfer zu erwarten ist bzw. Schäden an den Wirtspflanzen auftreten können.

Im Frühsommer auftretende einzelne fahle oder trockene Triebspitzen werden als Erstsymptom eines beginnenden Befalls oftmals übersehen. Ausgehöhlte Triebspitzen sind ein Indiz für den Reifungsfraß der Jungkäfer. Danach bohren sich die Weibchen zur Eiablage in die Stämme ein. Der anschließende Larvenfraß unter der Rinde führt zur Unterbrechung des Wasserhaushaltes und absterbende Gehölzpartien sind die Folge. Trockenphasen und Wärme fördern die Entwicklung der Borkenkäfer und führen zur weiteren Schwächung der Wirtspflanzen.

Lebensweise

Bildvergrößerung: Lebensweise der Thuja- und Wacholderborkenkäfer im Stadtgebiet Berlin
Lebensweise der Thuja- und Wacholderborkenkäfer im Stadtgebiet Berlin
Bild: Pflanzenschutzamt Berlin

Lebensweise der Thuja- und Wacholderborkenkäfer im Stadtgebiet Berlin

PDF-Dokument (204.2 kB) Dokument: Pflanzenschutzamt Berlin

Thujaborkenkäfer – Phloeosinus aubei und Wacholderborkenkäfer – Phloeosinus thujae

  • Vorkommen:

    Biota, Chamaecyparis, Cupressus, Juniperus, Sequoiadendron, Thuja, Tsuga

  • Käferflug:

    Mai / Anfang Juni je nach Witterung auch bis August

  • Aussehen Thujaborkenkäfer:

    2,1 bis 2,7 mm, braunschwarz, Fühler braunrot

  • Aussehen Wacholderborkenkäfer:

    1,4 bis 2,4 mm, braunschwarz, gelb behaart, rotgelbe Fühler

  • Reifungsfraß:

    Aushöhlen der Triebe, in Zweigachseln

  • Eiablage:

    Juli / August
    20 bis 100 Eier pro Muttergang

  • Brutbild:

    am Stamm
    doppelarmiger Längsgang 2 bis 5 cm lang, selten sternförmig

  • Larvenentwicklung:

    Thujaborkenkäfer: flach unter der Rinde
    Wacholderborkenkäfer: tiefer im Splintholz

  • Puppenwiegen:

    Thujaborkenkäfer: im Holz, eher flach
    Wacholderborkenkäfer: 4 mm tief im Splintholz

  • Überwinterung:

    unter der Rinde

  • Schadsymptome:

    hängende, fahle Triebe, ausgehöhlte Triebe, Bohrmehl, Bohrlöcher, Harzfluss, Verbräunungen, absterbende Triebe Äste, bis zum Totalausfall von Pflanzen

  • Ausbreitung:

    geschwächte Pflanzen werden als erstes befallen,
    bei starker Vermehrung können die Käfer auch primär werden

Maßnahmen

Ist ein Gehölz erst befallen wird es schwierig, da für die Bekämpfung keine Pflanzenschutzmittel zur Verfügung stehen.

Mechanische Maßnahmen:

Rückschnitt befallener Triebe, am besten solange die Käfer sich noch im Trieb befinden. Bei Ausfall einzelner Heckenpflanzen durch Borkenkäfer, diese behutsam und vorsichtig entfernen, möglichst ohne die Wurzeln der Nachbarpflanzen zu beschädigen. Es gilt Mut zur Lücke! Einzelne Pflanzen etablieren sich in einem Bestand schlecht und können so erneut befallen werden.
Befallenes Material umgehend entsorgen (Restmülltonne oder Entsorgung über einen Fachbetrieb).

Vorbeugende Maßnahmen

  • Kulturbedingungen optimieren
    • Standortwahl
    • gute Pflanzenqualität
    • Bodenvorbereitung: bei sehr sandigen Böden Wasserhaltefähigkeit verbessern (Bentonit). Mögliche Verdichtungen beseitigen.
    • Bewässerung: Tröpfchenbewässerung, gute Abzugsmöglichkeiten, keine Staunässe. Eine ausreichende Wasserversorgung kann einen Befall verhindern bzw. reduzieren.
  • Nährstoff- und Wasserversorgung optimieren
  • Regelmäßige Kontrollen
  • Hygienemaßnahmen: Bei Feststellung von ausgehöhlten Trieben sind die befallenen Äste umgehend zu entfernen.

Besonders betroffen sind Großbaumverpflanzungen, auf diese sollte in Befallslagen möglichst verzichtet werden.