Ute Michalek berichtet aus Malmö

Mein Name ist Ute Michalek und ich bin bereits seit 1990 im Jugendamt des Bezirksamtes Lichtenberg angestellt. Bis 2003 war ich in verschiedenen Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen tätig, zuletzt als Leiterin des Jugendklubs „Betonoase“ in der Dolgenseestraße.

Seit 2003 arbeite ich als Sozialarbeiterin im Regionalen Dienst unsers Jugendamtes, davon seit über 10 Jahren im Regional Team 4. Ich fühle mich in meinem Team sehr wohl! Meine Kolleg*innen haben mich darin bestärkt, mich für dieses Projekt zu bewerben. Ohne das Wissen, dass meine Kolleg*innen hinter mir stehen, hätte ich mich wohl nicht darauf eingelassen.
Zu den Schwerpunkten unserer Tätigkeit gehören unter anderem Beratungsgespräche mit Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen, Eltern und Familien bei vielfältigen Fragen, Notlagen und Krisen, die Vermittlung und Einleitung von Hilfsangeboten sowie die Gewährleistung des Kinderschutzes.
In diesem Zusammenhang kooperieren wir u.a. mit Trägern der freien und öffentlichen Jugendhilfe, Schulen, Kindertagesstätten und Kliniken. Des Weiteren arbeiten wir eng mit Fachstellen, wie dem Kinder- und Jugendgesundheitsdienst, dem Sozialamt und dem Pflegekinderdienst zusammen.
Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Mitwirkung in familiengerichtlichen Verfahren, z.B. bei Umgangs- und/oder Sorgerechtsauseinandersetzungen.
Die Tätigkeit im Regionalen Sozialpädagogischen Dienst stellt eine hohe Herausforderung an jede/n Kollegin/en dar. Sie erfordert ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Eigenverantwortung, bietet aber auch eine große Vielfalt an Arbeitsinhalten, sowie die Möglichkeit, immer wieder Neues kennen zu lernen. Unbesetzte Stellen und die Fluktuation neuer Mitarbeiter*innen können diese Herausforderungen verschärfen. Ich erhoffe mir von den nächsten Wochen in Malmö, zu erfahren, wie die Schweden mit solchen Herausforderungen umgehen.
Ich habe mich bewusst für eine Hospitation in meinem erklärten Lieblingsland Schweden entschieden, da ich herausfinden möchte, ob die Erfolgsformel der schwedischen Arbeitskultur „Weniger arbeiten – mehr schaffen“, deren Basis Freiheit, Vertrauen und Verständnis darstellen, auch in der schwedischen Verwaltung funktioniert und wie die Umsetzung konkret aussieht. Gelingt es in der schwedischen Behörde, Mitarbeiter*innen erfolgreich längerfristig zu binden und wenn ja, wie?
Sind meine schwedischen Kolleg*innen zufrieden mit ihrer Arbeitssituation?
Welche innovativen Ideen kann ich mit nach Berlin nehmen und in meinen Arbeitsalltag übertragen? Ich bin gespannt!

Meine erste Woche vom 21.10 bis 25.10.19

Bildvergrößerung: Verwaltungsgebäude der Arbeitsmarkt- und Sozialverwaltung
Verwaltungsgebäude der Arbeitsmarkt- und Sozialverwaltung
Bild: Ute Michalek

Nun ist die erste Woche schon rum und ich habe schon so viel Neues erfahren und neue Eindrücke gewonnen, dass ich gar nicht weiß, wie ich das alles kurz und bündig in meinem ersten Blog unterkriegen soll. Ich versuch es. 
Am Montagvormittag wurden wir vier Teilnehmer*innen des LoGo Europe 2019 Programms aus Berlin, eine Kollegin aus Mitte, ein Kollege aus Steglitz-Zehlendorf sowie meine Kollegin Sina, welche Teamleiterin eines RSD Teams im Jugendamt Marzahn-Hellersdorf ist und ich im „Stadshuset Malmö stad“ herzlich begrüßt. Das Stadshuset ist sozusagen das Neue Rathaus von Malmö.
Gemeinsam mit meiner Kollegin Sina werde ich in der „Arbetsmarknads- och socialförvaltningen“, d.h. der Arbeitsmarkt – und Sozialverwaltung, zu der auch der Soziale Service gehört, hospitieren.
Unsere Ansprechpartnerinnen für diese Zeit sind Natalie Stade, die Justiziarin dieses Amtes, Ann-Christin Roselund, die Koordinatorin für das Pflegekinderwesen und Kristina Bloomfield, die Leiterin der Abteilung Soziale Ressourcen. Da sich in Schweden alle duzen, werde ich im weiteren Text auch nur noch Vornamen verwenden.
Zum Auftakt erhielten wir von Johanna, welche im Stadtentwicklungsamt tätig ist, einige interessante und wichtige Informationen über die Stadt Malmö, unterstützt durch eine Power Point Präsentation.
Hier ein paar wichtige Eckdaten zu Malmö:

  • In Malmö leben rund 340.000 Menschen.
  • 48 % davon sind unter 35 Jahre alt.
  • 33% der Bevölkerung sind außerhalb von Schweden geboren.

Nach dem gemeinsamen Lunch, zu dem uns unsere schwedischen Kolleginnen eingeladen haben, hat uns Natalie eine Einführung über die administrative und politische Verwaltung der Kommune Malmö gegeben.
Ab Dienstag waren wir Vier dann in unseren jeweiligen Fachabteilungen unterwegs.
Unsere Gastgeberinnen in der Arbeitsmarkt- und Sozialverwaltung hatten sich für diese Woche zum Ziel gesetzt, uns umfassend über die Struktur der Sozialverwaltung zu informieren.
Dazu hatten wir interessante Vorträge und Gespräche von und mit den jeweiligen Koordinator*innen zu den Themen Rechte der Kinder, entsprechend der UNO Kinderrechtskonventionen, Antidiskriminierung und Gleichstellung, Sexuelle Gesundheit, einschließend die Themen Sexueller Missbrauch, sexuelle Gewalt, Prostitution sowie Häusliche Gewalt und Gewalt gegen Kinder. In Malmö gibt es dazu ein speziell entwickeltes Programm, dessen Grundlage eine sehr enge Zusammenarbeit mit der Polizei ist. So befinden sich die dafür zuständige Abteilung der Polizei und die Abteilung Soziale Ressourcen bewusst in einem Gebäude.
Des Weiteren wurde uns der Aufbau und die Aufgaben der Abteilung Soziale Ressourcen vorgestellt. Dazu gehört u.a. der Soziale Service, ähnlich unserem Regionalen Sozialpädagogischen Dienst.
Ann-Christin informierte uns gemeinsam mit ihrer Kollegin Paulina über das Pflegekinderwesen und andere Möglichkeiten der Unterbringung von Kindern und Jugendlichen. Über die gesetzlichen Grundlagen, wenn eine Unterbringung gegen den Willen der Eltern erfolgen soll, hat uns Natalie ausführlich berichtet. Besonders interessant für uns ist, dass die meisten Kinder- und Jugendlichen in Pflegefamilien untergebracht werden sowie das Verfahren einer Inobhutnahme in Schweden. Am Freitagnachmittag hatten wir die Möglichkeit, gemeinsam mit Natalie und der für den Fall zuständigen Sozialarbeiterin Maria an einer Anhörung beim Kammergericht Göteborg per Videokonferenz im Verwaltungsgericht in Malmö teilzunehmen. Es wurde der Widerspruch einer jungen Mutter, gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Malmö, dass ihr Kind auf Empfehlung des Sozialen Dienstes dauerhaft in einer Pflegefamilie leben soll, verhandelt. Das war trotz der Sprachbarriere höchst spannend! Für die Beschlussfassung hat das Kammergericht allerdings drei Wochen Zeit!
Neben den vielen interessanten inhaltlichen Aspekten hatten wir natürlich auch einen ersten Eindruck in die Arbeitsbedingungen- und Atmosphäre in dieser Verwaltung.
Ab den jeweiligen Eingangsbereichen, wo sich die Rezeption befindet, bzw. in das Gebäude, in dem u.a. die Polizei und die Abteilung Soziale Ressourcen sitzen, kommt man nur noch mit einem Schlüssel weiter bzw. hinein, so auch in die einzelnen Etagen. Die Büros sind allerdings nicht abschließbar. Die meisten Kolleg*innen haben ihre Büros während der Arbeit offen stehen. Es gibt in jeder Abteilung mehrere Räume für Meetings, Sitzungen u.ä. in unterschiedlichen Größen. Diese können individuell gebucht werden.
In allen Abteilungen gibt es Pausenräume, in denen Kaffee, Tee und Wasser bereitgestellt werden sowie Mikrowellen und Kühlschränke. Zudem gibt es in den Verwaltungsgebäuden Kantinen, wo mehrere warme und kalte Speisen sowie eine Salatbar zur Auswahl stehen. Super!
Mein Fazit der Woche: Wir wurden von allen freundlich aufgenommen. Wir haben einen sehr guten Überblick über die Organisation des Arbeits- und Sozialverwaltung bekommen. Die schwedischen Kolleg*innen waren auch sehr an unserer Arbeit, Organisation, Struktur und unseren Arbeitsabläufen interessiert.
Jetzt sind wir sehr gespannt, in den kommenden zwei Wochen die Arbeit in den Sozialen Diensten vor Ort sowie verschiedene Einrichtungen für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, Eltern und Familien kennenzulernen!

Meine 2. Woche in Malmö vom 28.10. bis 1.11.2019

Bildvergrößerung: Das Rathaus von Malmö
Das Rathaus von Malmö
Bild: Ute Michalek

Diese Woche haben wir die verschiedenen Arbeitsbereiche des Sozialen Dienstes Malmö Nord kennengelernt. Unsere Ansprechpartnerinnen waren Sanna, die Teamleiterin der Familiensozialsekretäre, bzw. Sozialarbeiterinnen sowie Catarina, eine der Familiensozialarbeiterinnen. Hier in Malmö gehören zu dem Bereich Soziale Dienste noch weitere Abteilungen, wie der Dienst für die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die Beratung von Kindern, Jugendlichen, Eltern und Familien, der Pflegekinderdienst, die Abteilung für obdachlose Erwachsene, das „Investigation“-Team sowie das Team Arbeit mit „Feldgruppen“.
Die Hauptaufgabe der Familiensozialarbeiter ist die präventive Arbeit mit Familien. Dazu gehören zum Beispiel regelmäßige Netzwerktreffen, welche in verschiedenen Stadtteilen stattfinden. Am Montag wurde uns diese Arbeit in einem Familienzentrum im Stadtteil Rosengard vorgestellt. Hier leben 98 % Migranten unterschiedlichster Nationen. Ein Netzwerktreffen ist ein drei stündiges Treffen mit einer Familie und allen beteiligten Helfer, Institutionen etc. Voraus geht, dass ein Problem bzw. eine Sorge zu einem Kind benannt wurde. Ziel ist es, dass alle Beteiligten Zeit haben, ihre Meinung, Ansichten, Gefühle zu äußern und gemeinsam Ideen zu entwickeln.
Zum Lunch haben wir in einem Restaurant gegessen, in dem Frauen kochen, die keine Arbeit haben, mit dem Ziel, sie auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Es hat mega lecker geschmeckt!
Wieder zurück im Verwaltungsgebäude hat uns Christina von ihrer Arbeit als Familiensozialarbeiterin im Pflegekinderdienst erzählt. Sie ist eine der Sozialarbeiter*innen, die für die Arbeit mit den Pflegefamilien zuständig ist. Für das Kind und die Herkunftsfamilie sind andere Sozialarbeiter*innen zuständig.
Last but not least haben wir drei Mitarbeiter*innen des Investigationsteams und deren Arbeit kennengelernt. Diese Sozialarbeiter*innen bearbeiten alle eingehenden Meldungen Kinder und Jugendliche betreffend. Zuerst erfolgt eine Gefährdungseinschätzung und ggf. weitere Schritte, die notwendig sind, um ein Kind/Jugendlichen sofort zu schützen. Wenn kein akuter Handlungsbedarf besteht, wird im weiteren Verlauf ermittelt, welche Unterstützung das Kind, der Jugendliche und/oder die Familie benötigt. Auch hier findet eine sehr enge Zusammenarbeit mit der Polizei statt, welche ebenfalls ihren Sitz im selben Gebäude hat.
Am nächsten Tag haben wir von Tina und Eduardo Einblicke in die Arbeit der Familienberater*innen erhalten. Deren Aufgabengebiet ist ähnlich dem der Berater*innen der Erziehungs- und Familienberatungsstellen in Berlin, ausgenommen der Umgangsunterstützung- und Begleitung. Die Probleme und Sorgen der Kinder, Jugendlichen, Eltern und Familien sind sehr ähnlich denen, die es in Deutschland gibt. Eduardo benannte um Beispiel die Schulabstinenz Jugendlicher, welche sehr viel Zeit vorm PC verbringen, einhergehend mit sozialer Isolation.
Für uns neu war der Bereich des Teams, welches mit Obdachlosen arbeitet. Zwei Sozialarbeiterinnen dieses Bereiches haben uns jeweils eine Obdachlosenunterkunft am westlichen und eine am östlichen Stadtrand gezeigt. In den Unterkünften leben nur alleinstehende Personen. Sollten Familien obdachlos werden und es kann keine andere Lösung gefunden werden, wird für diese vorübergehend eine Wohnung angemietet.
Nach dem Lunch haben wir Anja und Mo getroffen. Sie gehören zum Team der „Feldgruppen“ Sozialarbeiter, vergleichbar mit Streetworkern in Deutschland. Deren Hauptaufgabe ist es, öffentliche Plätze der Stadt abzulaufen, Kinder und Jugendliche zu treffen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Zielgruppe sind nicht „Problemkids“ sondern die „normalen“ Kids, die sich auf der Straße treffen und häufig nicht wissen, was sie in ihrer Freizeit tun sollen. Auch hier liegt der Fokus auf der präventiven Arbeit.
Heute, am 30.10.19, haben uns die beiden Familiensozialarbeiterinnen Catarina und Indira über ihre Arbeit mit und in den Familienzentralen (ähnlich unseren Familienzentren) berichtet. Die Sozialarbeiterinnen bieten vor Ort regelmäßig den Elternkurs „Circle of Security“ (Kreis der Sicherheit) an. Das ist kurz gesagt ein Frühförderprogramm für Eltern, in dem Grundlagen der kindlichen Bedürfnisse und wie Eltern diese befriedigen können, vermittelt werden. Der Kurs beinhaltet 10 Nachmittage á 2 Stunden. Es können maximal 6 Elternpaare bzw. einzelne Eltern daran teilnehmen. Die Eltern haben Gelegenheit, sich auszutauschen und sich gegenseitig Unterstützung, Tipps und Ratschläge zu geben.
Am Nachmittag dieses Tages konnten wir ein Familienzentrum kennenlernen und an dem o.g. Kurs teilnehmen. Neben diesem Kurs stellt das Familienzentrum viele Angebote für Eltern und Kinder im Vorschulalter in seinem Programm bereit.
An Vormittag haben wir außerdem das Team, welches für die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge zuständig ist, kennengelernt. Auch wenn die Zahlen rückgängig sind, kommen in Malmö noch täglich minderjährige Flüchtlinge ohne Begleitung an. Einige Sozialarbeiter sind für die „Erstversorgung“ der Jugendlichen zuständig, d.h. sie ermitteln, was die jungen Menschen brauchen, wo sie leben können und wie sie versorgt werden. Andere Sozialarbeiter*innen übernehmen dann die weitere Betreuung und Begleitung der unbegleiteten Minderjährigen.

Am Donnerstag hatten wir u.a. die Möglichkeit, als Besucher im Rathaus an einer Ratssitzung der Stadtverordneten teilzunehmen. Das Rathaus Malmö ist ein sehr altes, schönes und ehrwürdiges Gebäude. Die Ratssitzung, welche einmal monatlich sattfindet, folgt einem festgeschriebenen Protokoll, welches sehr diszipliniert eingehalten wird. Die Sitzungen sind öffentlich, allerdings sind die Kontrollen am Besuchereingang sehr streng. Man kann alles aber auch im Internet verfolgen.
Am letzten Tag unserer zweiten Malmö-Woche hat uns Emma ihr neues Projekt, welches gerade startet, vorgestellt. Dessen Ziel ist es, die Eltern aus Flüchtlings- bzw. Migrantenfamilien zu erreichen und ihnen Unterstützung anzubieten. Oft sind deren Kinder mit dem Kita-, Vorschul- bzw. Schulbesuch schon gut in die Gesellschaft integriert. Dieses Projekt richtet sich an die Eltern mit den Schwerpunkten, diese mit der schwedischen Gesellschaft vertraut zu machen, aber auch dem Aufbau sozialer Netzwerke zur gegenseitigen Unterstützung.
Am Nachmittag haben wir eine der größten Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen Malmös – „Helamalmö“ besucht. Diese wird durch einen gemeinnützigen Verein betrieben. Im Durchschnitt halten sich hier 140 Kinder und Jugendliche am Tag auf. Auch Eltern haben die Möglichkeit, gemeinsam mit ihren Kindern und auch jüngeren Geschwistern, das Zentrum zu besuchen. Das Angebot umfasst u.a. sportlichen Aktivitäten, eine Bibliothek, ein Musikstudio, verschiedenen Tanzgruppen, aber auch gemütliche Ecken, wo man einfach nur chillen und quatschen kann. Die Einrichtung hat auch am Wochenende und in den Ferien geöffnet.
Damit geht unsere zweite spannende Woche in Malmö vorüber. Besonders interessant war für mich, die konkreten Arbeitsinhalte der einzelnen Bereiche des Sozialen Dienstes kennenzulernen und „hinter die Kulissen“ zu schauen. Wir haben wieder viele sympathische und herzliche Menschen kennengelernt, die sehr an unserer Arbeit und unseren Erfahrungen interessiert sind! Schnell kamen wir auch auf private Themen zu sprechen und haben viel gemeinsam gelacht!
Am Samstagabend hat Natalie uns vier „Logos“ einschließlich unserer Besucher*innen sowie unsere Ansprechpartner*innen zu einer kleinen „Mit bring“ – Party nach Hause eingeladen. Das war ein sehr schöner Abend und für uns ein gelungenes „Bergfest“! 

Meine dritte Woche in Malmö, 4.11. bis 8.11.2019

Bildvergrößerung: Kristallkronleuchter im Empfangssaal des Rathauses
Kristallkronleuchter im Empfangssaal des Rathauses
Bild: Ute Michalek

Am Montagvormittag wurde uns, der „Berliner Delegation“, eine ganz besondere Ehre zu teil. Die Vorsitzende des Stadtrates von Malmö, Carina Nilsson, führte uns durch das historische Rathaus von Malmö, erbaut Mitte des 16. Jahrhunderts. Von außen schon sehr sehenswert, waren wir von der wundervollen Innenarchitektur umso mehr beeindruckt! Am besten gefallen haben mir die riesigen Kristallkronleuchter im Empfangssaal des Rathauses!

In dieser Woche steht für Sina und mich das Kennenlernen der Abteilung Soziale Ressourcen auf dem Plan. Eine unserer Ansprechpartnerinnen, Kristina Bloomfield, hat uns für die ganze Woche ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, damit wir einen guten Einblick in die Arbeit ihrer Abteilung bekommen können.

Los geht’s am Montag nach dem Lunch, in einem super leckeren veganen asiatischen Restaurant!

Wir lernen Isabella und Emma kennen, zwei von 12 Kolleginnen des Teams, welche für die Organisation und Durchführung begleiteter und betreuter Umgänge zuständig sind. Aktuell finden für 140 Kinder Umgänge statt. Die Mitarbeiter*innen arbeiten im Schichtdienst, Früh- und nachmittags und auch am Wochenende! Der größte Unterschied zu dieser Arbeit in Berlin ist, dass hier die begleiteten Umgänge in Gruppen von (maximal) 5 Kindern und dem Umgangselternteil stattfinden. Dafür stehen freundlich eingerichtete Räumlichkeiten, in denen die Eltern auch Kaffee und Tee kochen können. Eine Form der Gestaltung begleiteter Umgänge, über die es sich nachzudenken lohnt.

Bildvergrößerung: St.Pauls Kirche
St. Paul’s Kirche
Bild: Ute Michalek

Am Dienstag wurden wir mit der Abteilung Integration vertraut gemacht. Diese richtet sich an unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Johanna, eine der Utvecklingssekreterare (Entwicklungssekretärin), so nennt man hier die zuständige Sozialarbeiterin im Amt und zwei Teamleiterinnen aus zwei Unterkünften für unbegleitete Minderjährige, Anna und Ajsher, informierten uns ausführlich über ihre Arbeit. In Malmö sind die Ankünfte minderjähriger Flüchtlinge rapide gesunken, so dass die Heimplätze auch mit Jugendlichen, welche andere Problemlagen haben, belegt werden. Am Nachmittag haben wir dann zwei der Einrichtungen besucht.
Zum Feierabend habe ich mir die St. Pauls Kirche angeschaut. Wer nach Malmö kommt, sollte dieser unbedingt einen Besuch abstatten.

Am Mittwochvormittag haben uns Anna und Helena einen Einblick in die Abteilung, welche sich hauptsächlich mit Umgangsberatung, familiengerichtlichen Verfahren bei Trennung und Scheidung sowie gerichtlichen Verfahren, Kinder in Pflegefamilien betreffend, gegeben. Die unterschiedlichen Bereiche werden in separaten Teams bearbeitet. Die Arbeit der Sozialarbeiter*innen, welche für die familiengerichtlichen Verfahren zuständig sind, ist sehr ausführlich und langwierig, ähnlich der eines Verfahrensbeistandes in Deutschland.

Am Nachmittag haben wir die Plattform Malmö besucht. Wir wurden sehr freundlich von Fiona und Martin empfangen und umfangreich per PowerPoint Präsentation über die Arbeit dieser Abteilung des Bereiches Soziale Ressourcen informiert. Plattform Malmö hat eigene Räumlichkeiten nahe des Zentrums. Die Plattform Malmö richtet sich vor allen Dingen an Kinder ab 12 Jahren, Jugendliche und junge Erwachsene. Plattform Malmö vereint mehrere verschiedene Beratungsangebote unter einem Dach, so z.B. die Arbeit der Streetworker, Angebote für straffällige Jugendliche und junge Erwachsene sowie „Maria Malmö“, eine Anlaufstelle für Drogenabhängige, um nur ein einige zu nennen.

Am Vormittag des 7.11.2019 treffen wir uns mit Simon Bloomfield (Kristinas Mann) in der Abteilung für ambulante und stationäre Hilfen im Stadtteil Väster (West). Simon ist Psychotherapeut und klinischer Supervisor und einer von 14 Mitarbeiter*innen, welche Beratung für Familien mit Kindern im Alter zwischen 0 und 18 Jahren durchführen. Der Zugang zur Beratungsstelle erfolgt zu 95 % über den Sozialen Service. Der Fokus der Beratung liegt auf der Prävention, Motivation und Akzeptanz, unterschiedlicher Sichtweisen in der Erziehung. Dabei kommen verschiedene Methoden zur Anwendung, wie z.B. Marte Meo. Sein Kollege Gustav hat im Anschluss etwas über seine Arbeit mit den Pflegestellen, von der Entscheidung über eine Unterbringung eines Kindes bis hin zum Prüfungsprozess potentieller Pflegeeltern, berichtet. Diese müssen in Schweden hohe Standards erfüllen.

Zum Lunch waren wir in Enebacken eingeladen, dem einzigen stationären Angebot für Kinder außerhalb von Pflegefamilien. Hier haben wir Sophie, Momo und eine junge Frau aus Island, die hier ihr Praktikum absolviert, getroffen. Enebacken umfasst insgesamt vier Häuser. In drei Häusern finden sehr intensive, ambulante Angebote für Familien statt. Im Haus „Lärkan“ – Lerche gibt es insgesamt 8 Plätze für Familien mit Kindern von 0 bis 12 Jahren, d.h. die Kinder werden immer zusammen mit ihren Eltern, bzw. einem Elternteil untergebracht. Der Zugang erfolgt über den Sozialen Service. Die Aufnahme ist freiwillig, ist aber oft die letzte Alternative zur Unterbringung des Kindes in einer Pflegefamilie. Die Familien leben hier durchschnittlich 9 Monate und werden im Anschluss noch weiterhin ambulant betreut.
Danach stellte uns Annelie die Projekte ALMA und ALVHA vor. Das sind sehr intensive, ambulante Angebote, welche sich an psychisch kranke Eltern mit Kindern zwischen 0 bis zum Schuleintritt wenden. Dieses Beratungszentrum ist das Einzige in Malmö und das einzige dieser Art in Schweden.

8.11.2019 Heute Vormittag steht ein Besuch des Familjenstöd Malmö auf unserem Plan. Zuerst einmal werden wir von der Leiterin Ingrid zum gemeinsamen Frühstück mit einem Teil ihres Teams eingeladen. Dabei tauschen wir erste Informationen aus. Die Frauen interessiert natürlich sehr, was zwei Sozialarbeiterinnen aus Berlin nach Malmö „verschlägt“. Danach erzählt uns Ingrid etwas mehr über die Arbeit der ambulanten Familienhilfe, welche in Schweden eine 80-jährige Tradition hat .Die Unterstützung richtet sich an Eltern und deren Kinder bis zum 1.Lebensjahr. Der Zugang zu einer Familienhilfe erfolgt über den Sozialen Service, ist aber auch über andere Wege wie z.B. Krankenhäuser, Hebammen möglich. Eltern könne sich auch direkt an Familjenstöd wenden, wenn sie Hilfe brauchen. Ingrid berichtete, dass ein Großteil ihrer Klient*innen z.B. unter psychischen Problemen leidet, alleinerziehende Mütter sind, keine Arbeit haben oder sozial isoliert leben. Inhaltlich geht es bei der Familienhilfe hauptsächlich um praktische Unterstützung bei der Versorgung und Betreuung des Kindes. In Malmö gibt es derzeit 24 Familienhelferinnen. Diese müssen Berufs- und Lebenserfahrung aufweisen.

Am Nachmittag waren wir in einem Sprakcafé, (eigentlich wird das Wort mit einem kleinen Kreis über dem 1. „A“ geschrieben, das dann wie ein „O“ gesprochen wird). Dieses findet in GARAGET statt, einem riesigen Gebäude, an eine ehemalige Fabrikhalle erinnernd, in der mehrere Angebote vereint sind, u.a. eine Bibliothek, ein Bio-Café, eine Kreativ-Werkstatt für Kinder sowie Beratungsangebote. Begrüßt wurden wir von Ulla-Britt, der Mutter von Kristina Bloomfield und Osa, der Koordinatorin des Sprachen Cafés. Erstmalig wurde für uns ein Dolmetscher zur Verfügung gestellt, Detlef Schulze. Er ist 74 Jahre alt, in Berlin geboren, lebt seit über 50 Jahre in Schweden und war selbst als Sozialarbeiter in Malmö tätig. Das Sprachen Café findet jeweils dienstags von 18:30 Uhr bis 20:30 Uhr und freitags von 13 Uhr bis 15 Uhr statt. Der Großteil der Besucher sind Migranten aus Somalia, dem Sudan und anderen arabischen Staaten. Es gibt insgesamt 30 Volontäre. Das sind ehrenamtliche Helfer, wie Ulla-Britt und Detlef, die jeweils zu zweit eine Gesprächsgruppe unterstützen. Am Freitag waren so viele Leute da, dass an mehreren Tischen Gespräche stattgefunden haben. Anliegen der Sprach Cafés ist es, durch gemeinsames Sprechen die schwedische Sprache zu üben, Informationen zu erhalten und soziale Kontakte zu knüpfen. Es ist ein sehr wertvolles Angebot zur Unterstützung der Integration von Menschen aus anderen Nationen. So geht wieder eine ereignisreiche Woche zu Ende.

Mein Fazit, Malmö ähnelt in vielem Berlin. Vielleicht fühle ich mich hier deswegen schon ein bisschen zu Hause ;-). Die Probleme, mit denen die Sozialarbeiter*innen hier konfrontiert werden, sind ähnlich denen unseren in Berlin, aber der Umgang damit und die Unterstützungsangebote unterscheiden sich teilweise. Und leider ist es so, dass auch hier oft zuerst an den dringend notwendigen sozialen Projekten gespart wird. Zum Glück gibt es überall Menschen, die sich mit Herz und hohem Engagement für soziale Gerechtigkeit einsetzen!

Meine letzte Woche in Malmö vom 11.11. bis zum 15.11.19

Bildvergrößerung: Stadtimpressionen Malmö
Stadtimpressionen Malmö
Bild: Ute Michalek

Am Wochenende 9./10.11. habe ich mich samstags mit zwei Freundinnen in Kopenhagen getroffen. Das ist superschnell von Malmö mit dem Zug zu erreichen. Da brauche ich länger mit Öffis von Lichtenberg nach Schöneberg. Kopenhagen hat eine sehr gut erhaltene, historische Altstadt. Und die kleine Meerjungfrau ist wirklich ziemlich klein, aber dennoch sehenswert! Als ich abends über den Öresund zurück nach Malmö fahre, hat das ein bisschen was von „endlich wieder nach Hause“… Ganz klar, ich finde Malmö schöner!

Am Sonntag haben meine beiden Berliner Kolleginnen und ich einen Ausflug nach Måkläppen, einem Naturreservat auf der Halbinsel Falsterbo, ca. 20 Kilometer südlich von Malmö, unternommen. Bei wundervoll sonnigem Wetter machten wir uns auf zur äußersten Spitze der Halbinsel, um die im Reiseführer versprochenen Seerobben zu beobachten. Und tatsächlich, dank des von einer Kollegin mitgeschleppten Fernglases, hatten wir dieses seltene Erlebnis! Nach 4,5 Stunden Wanderung durch Sand und Dünenlandschaft waren wir ziemlich erschöpft, aber glücklich!

Unsere letzte Arbeitswoche in Malmö beginnt allerdings mit erschütternden Nachrichten. Unsere schwedischen Kolleginnen berichteten uns, dass am Samstagabend, den 9.11.19, im Stadtteil Möllevången, einem beliebten multikulturellen Ausgehviertel nahe des Zentrums, ein 15-jähriger syrischer Jugendlicher erschossen wurde. Ein weiterer Jugendlicher wurde durch Schüsse lebensbedrohlich verletzt. Im Vorfeld kam es zu einer Autoexplosion im Stadtgebiet Malmö. Noch während Politiker und Polizei darüber diskutierten, wie man dieser massiven Gewalt begegnen kann, kam es am Montagabend erneut zu einer Schießerei, wobei ein 17-jähriger verletzt aufgefunden wurde. Dieses Ereignis fand ganz in der Nähe meines Appartements statt. Leider sind das nicht die ersten Schießereien mit Todesopfern und Verletzten in Malmö. Aufgrund wiederholter Straftaten wurde im vergangenen Herbst ein Pilotprojekt gestartet mit dem Namen „Sluta Skjut!“ – Hört auf zu schießen! In diesem arbeiten Polizei, Staatsanwaltschaft und die Verwaltung der Stadt Malmö eng zusammen.
Straftätern werden Alternativen zu ihrer kriminellen Laufbahn aufgezeigt. Unsere schwedischen Kolleg*innen reagierten mit Bestürzung und Trauer auf den Mord an einem erst fünfzehnjährigen. Einige Kolleginnen, die wir kennengelernt haben, sind in das Krisenmanagement zur Bearbeitung der aktuellen Geschehnisse involviert.
In dieser Woche sind nicht mehr ganz so viele Termine wie in den vergangenen drei Wochen geplant. Unsere Kolleginnen aus Malmö haben uns gebeten, am Freitagvormittag unsere Arbeit im Berliner Jugendamt sowie unsere Eindrücke und Erfahrungen unserer Hospitation in der Malmöer Arbeitsmarkt- und Sozialverwaltung vorzustellen. Wir nutzen also die terminfreie Zeit, um eine Präsentation vorzubereiten.

Am Montagvormittag wird uns von Nina und Carla das Einarbeitungsprogramm der Arbeitsmarkt- und Sozialverwaltung Malmö vorgestellt. Es wurde 2017 gemeinsam mit der Universität Malmö als Reaktion auf zahlreiche Kündigungen Ende 2015 in Folge massiver Arbeitsüberlastung speziell für diese Verwaltung entwickelt, welche mit 2500 Mitarbeiter*innen die größte ihrer Art in Schweden ist. Ziel des Programmes ist es, bessere Start- und Arbeitsbedingungen zu schaffen.

Am Dienstag, den 12.11. haben wir eine Grundschule in Väster (West) besucht. Vorgestellt und gezeigt hat uns die Schule Sofia, eine von zwei Schülerkoordinatorinnen der Schule. Diese besuchen 400 Schüler*innen im Alter zwischen 6 und 12 Jahren. Nach den letzten Veränderungen des Schulsystems ist die Vorschule in die Grundschule integriert. 98% der Kinder kommen aus Migrationsfamilien. Viele Kinder kommen aus sozial schwachen Familien mit geringem Einkommen. Der Schulbesuch und die Mittagsmahlzeit sind für alle Schüler*innen kostenlos. Wenn Kinder den Hort besuchen, können Kosten für Frühstück und Vesper anfallen. Jedem Kind wird ein Laptop zur Verfügung gestellt, welcher auch mit nach Hause genommen werden kann. Das finden wir angesichts des hohen Anteils der Kinder aus sozial schwachen Familien an dieser Schule besonders gut, da damit ihre Teilhabe an der Schulbildung gesichert ist.

Auf dem Rundgang durch die Schule bekommen wir einen sehr positiven Eindruck. Alle Kinder werden einzeln an der Tür zu ihrem Klassenraum von ihrer/m Lehrer/in begrüßt. Auf dem Weg durch die Schule begegnen wir vielen Schüler*innen, die Sofia alle mit Namen kennt! Uns gegenüber reagierten die Kinder freundlich und mit Neugier.
In dieser Schule gibt es zwei Klassen für autistische Kinder. In der Altersstufe 6 bis 8 stehen zehn Schüler*innen fünf Lehrer*innen und in der Altersstufe 9 Uhr bis 12 Jahre stehen 12 bis 14 Schüler*innen sechs Lehrer*innen zur Verfügung. Die Klassenräume für die Kinder sind speziell auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet. Diese speziellen Klassen gibt es laut Sofia in mehreren Grundschulen in Malmö.

Bildvergrößerung: Leuchtturm von Malmö
Leuchtturm von Malmö
Bild: Ute Michalek

Am Mittwoch, den 13.11. wurde uns von Annelie ihre Studie über die Umsetzung der Rechte der Kinder in Obdachlosen- bzw. Flüchtlingsunterkünften vorgestellt. Sie ist zu 50% Dozentin an der Uni Malmö und 50% bei der Stadt Malmö angestellt. Die Studie legt offen, dass in diesem Bereich noch ein hoher Nachholbedarf besteht. Abgesehen von finanziellen Mitteln, sei aus ihrer Sicht das Engagement und die Haltung jeder/s Einzelnen entscheidend.

Am Donnerstag hat uns Katarina ihr Familienzentrum in Möllevången vorgestellt. Zielgruppe sind Familien mit Kindern im Alter von null bis sechs Jahren. Das Team besteht aus einer Sozialarbeiterin (Katarina), der Leiterin des Familienzentrums, zwei Pädagoginnen, drei Krankenschwestern und einem Kinderarzt. Das Familienzentrum hält täglich Angebote für unterschiedliche Altersgruppen, mit verschiedensten Themen bereit. Das Zentrum ist für alle offen und kostenfrei. Es gibt Platz für insgesamt 70 Personen. Die Eltern tragen in der Zeit ihres Aufenthaltes die Verantwortung für ihr/e Kind/er. In diesem Familienzentrum findet auch das medizinische Vorsorgeprogramm für alle Kinder zwischen 0 und 6 Jahren satt. Das Programm ist freiwillig, wird aber von fast allen Eltern genutzt. Insgesamt gibt es in Malmö sechs dieser Zentren.

Freitag, der 15.11.19, der letzte Tag unseres Austauschprogramms!
Heute Vormittag war es nun soweit! Wir präsentierten mit einer Power Point Präsentation die Arbeit der Verwaltungen des Bezirksamtes Lichtenberg und des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf. Wir berichteten u.a. über unsere Arbeit im Regionalen Sozialpädagogischen Dienst, stellten die gesetzlichen Grundlagen vor und sprachen über die Umsetzung der Rechte der Kinder in Deutschland. Im Anschluss daran teilten wir unsere Eindrücke, Informationen und Erfahrungen, welche wir in den vergangenen vier Wochen in der Arbeitsmarkt- und Sozialverwaltung von Malmö gesammelt haben, mit. Der Kuchen, den Sina und ich als Dankeschön für unsere schwedischen Kolleginnen am Vorabend gebacken haben, rundete unseren Vortrag kulinarisch ab!  Unsere schwedischen Kolleg*innen waren sehr interessiert an unserer Arbeit und stellten viele Fragen. Wir tauschten uns angeregt über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten unserer Arbeit aus sowie Möglichkeiten, das eine oder andere Positive in den jeweiligen Arbeitsalltag zu übernehmen. Es war ein sehr gelungener Abschluss unseres LoGo! Europe 2019 Aufenthaltes! Mit Blumensträußen und kleinen Geschenken haben wir uns noch einmal persönlich bei unseren drei Ansprechpartnerinnen, Ann-Christin, Natalie und Kristina, welche hauptsächlich für die Organisation unseres Programmes verantwortlich waren, bedankt.

Damit geht eine wundervolle Zeit in Malmö zu Ende! Ich nehme viele neue Erfahrungen, Erkenntnisse und Eindrücke mit nach Berlin. Unsere schwedischen Gastgeber*innen waren sehr herzlich zu uns. Sie haben für uns ein interessantes und vielfältiges Programm organisiert, damit wir einen guten Überblick über die Arbeitsmarkt- und Sozialverwaltung der Stadt Malmö erhalten. Die Kolleg*innen in den Einrichtungen, die wir besucht haben, waren auch alle sehr freundlich, haben sich Zeit genommen und waren an unserer Arbeit interessiert.

Nicht zuletzt habe ich Malmö als eine sehr schöne Stadt erlebt, mit einem historischen Stadtzentrum, netten Cafés und Restaurants, Läden, die zum Shoppen einladen, vielen Parks, Spielplätzen und einem kilometerlangen Strand, neuen, innovativen Wohngebieten, die rasant wachsen. Aber auch als eine Stadt mit sozialen Brennpunkten, einer hohen Arbeitslosenquote, dem höchsten Prozentsatz von Menschen mit Migrationshintergrund in Schweden und einem massiven Problem mit Bandenkriminalität und Gewalt – eine hohe Herausforderung für die Gesellschaft und jeden Einzelnen. Ich habe viele Menschen kennengelernt, die sich täglich, nicht nur in ihrem Job, mit hohem Einsatz für alle Menschen in ihrer Stadt engagieren.

Und jede/r meinte, ich liebe Malmö und ich liebe Berlin! Me too!