Parks und Grünanlagen

Oberseepark

Zur Entstehung und Geschichte des Parks
1872 war dieser Landschaftsraum im heutigen Bezirk Lichtenberg durch zahlreiche kleinere Seen und Tümpel geprägt.
1894 erfolgte die Inbetriebnahme der Löwenbrauerei, anbei wurde auch der Ausschank im Wirtshaus Orankesee bedient. Bis 1895 wurden zum Zwecke der Brauchwasserentnahme die Senken Lindwerder Lake (verlandetes Wiesenmoor, später Obersee) und Elspfuhl (Orankesee) aufgefüllt.
Um 1900 wurde zur Deckung des enormen Wasserbedarfs ein Wasserturm errichtet, 1910 war ein Großteil der Seen und Tümpel verschwunden.
1912/13 entstand auf dem Gelände zwischen dem Obersee und der anliegenden Waldowstraße der Oberseepark. Mit der Gestaltung der Anlage wurde der Gartenarchitekt Otto Werner beauftragt. Besondere Attraktion war eine Insel, auf der ein Teehäuschen stand, das mit Gondeln zu erreichen war.
Wegen des Ersten Weltkriegs mussten die Bauarbeiten zunächst unterbrochen werden, der Park wurde letztendlich 1920 fertiggestellt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde ein Ehrenhain (Denkmal und Pavillon) für gefallene Hohenschönhausener im südöstlichen Teil des Parks durch Otto Kuhlmann geschaffen.
Am nördlichen Ufer des Obersees ordnen sich Wohnhäuser in die Landschaft. Urwüchsig liegt eine schmale Insel inmitten des langgestreckten Gewässers an deren Ufer sich das Mies van der Rohe Haus befindet. Steil steigen rechts die Uferanlagen des Parks empor.
Dieser See ist auch ein beliebter Anziehungspunkt für den Wintersport: Ski und Rodel sind in dem 4,7 Hektar großen Park gut, und die Seefläche bietet den Schlittschuhläufern lange Laufstrecken.
Erst Anfang der 60er Jahre erhielt der Park nach Plänen von Editha Bendig und Oskar Köster eine landschaftliche Prägung. Den Ursprungszustand konnte und wollte man nicht wieder herstellen.
An Stelle des Ehrenhains trat ein Spielplatz, neue Promenaden wurden errichtet und mit Pflanzungen ergänzt wie zum Beispiel den Rosengarten am ehemaligen Wasserturm.

Orankesee

Slawen besiedelten einst dieses Gebiet, das heute zum Stadtbezirk Lichtenberg gehört. Die Urväter nannten den See Roranka.
Die slawische Bezeichnung bedeutet soviel wie kleiner rotbrauner See. Im Laufe der Zeit wurde daraus Rothe, Ranke, Roderanke, Rohrranke und schließlich Orankesee. Er gehört zu der eiszeitlichen Seenkette, die sich vom oberen Barnim in die Berliner Niederung erstreckt und zu der noch der Malchower See, der Faule See und der Weiße See gehören.
Die Größe des Sees, an dem sich ein Strandbad mit 300 Meter langem Sandstrand befindet, beträgt 3,9 Hektar.
Das 1929 entstandene Strandbad ist ein beliebtes Ausflugsziel. Aber auch im idyllisch gelegenen Biergarten am Orankesee lohnt sich in der warmen Jahreszeit ein Besuch.
Das Strandbad Orankesee mit Spielplatz, Plätzen für verschiedene Ballsportarten, Strandkorbverleih, Grillplätzen, einem Eiscafé und einer 52-Meter-Rutsche, die besonders bei den Kleinen sehr beliebt ist. Ein feinsandiger Strand zaubert einen Hauch Ostseeflair – Berlin am Meer sozusagen.

Stadtpark Lichtenberg

Anfang des 20. Jahrhunderts im Zentrum des alten Ortskerns Lichtenberg zwischen Möllendorffstraße und den Gleisanlagen der Stadtbahn ist der Stadtpark aus einer privaten Parkanlage des Generals von Möllendorff entstanden. Dieser hatte das Grundstück ursprünglich erworben und mit interessanten und seltenen Gehölzen bepflanzt. Die aufstrebende Gemeinde Lichtenberg baute angrenzend an dieses Grundstück ein neues Rathaus im neogotischen Klinkerstil und erwarb 1907 schließlich das Grundstück vom Armeelieferanten Dotti, der sich inzwischen hier niedergelassen hatte. Ein Bürgerpark wurde bis 1910 angelegt. Der Erste Weltkrieg verhinderte die Ausprägung der neuen Anlage. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Park erneut umgestaltet nach den Anforderungen eines öffentlichen Erholungsraumes für alle Bevölkerungsschichten.

1950 erfolgte nach der Sanierung und Befreiung von Schuttresten aus dem Zweiten Weltkrieg eine erneute Umgestaltung. Der Park wurde nach Norden und bis an die Möllendorffstraße erweitert. Es wurden innerhalb der Anlage neue Wege sowie eine Freilichtbühne und ein Planschbecken gebaut. Ein Aussichtsplateau an der Deutschmeisterstraße und der Rodelberg wurden in veränderter Form wiederhergestellt. Das Theater an der Parkaue wurde ursprünglich als Gebäude für das städtische Realgymnasium gebaut. Nachträglich erweiterte man es in die Parkanlage hinein und widmete es in ein Theater um.
1968 entstanden dann schließlich weitere Sportanlagen und der Park wurde generalüberholt, es wurde eine Plansche angelegt. Es folgten regelmäßig Umbau- und Ersatzmaßnahmen der Spiel- und Sportplätze, 2006 erstmals unter Aspekten des Gender Mainstreaming 1 (Umbau des Sportfeldes).

  • Größe

    5,3 ha

  • Freizeitangebote

    Spazierwege, Spiel- und Ballspielplatz, Liegewiesen, verschiedene Skulpturen, Ruhebereiche, Aussichtspunkte, Grillplatz

  • Sonderanlagen

    Wasserspiel, Volleyballplatz, Fußballplatz

1 Erklärung: Ursprünglich als Gleichstellung der Geschlechter gedacht, schließt dieser Begriff heute die Gleichbehandlung aller Menschen unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft etc. ein.