Drucksache - DS/0829/VIII  

 
 
Betreff: Stele Ehepaar Marcusson
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:Kultur und BürgerbeteiligungBezirksamt
  BzBm/PersFinImmKult,
Drucksache-Art:Dringliche BeschlussempfehlungVorlage zur Kenntnisnahme (Abb.)
Beratungsfolge:
Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg von Berlin Entscheidung
21.06.2018 
20. Sitzung in der VIII. Wahlperiode der Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg von Berlin ohne Änderungen in der BVV beschlossen   
Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg von Berlin Entscheidung
30.08.2018 
21. Sitzung in der VIII. Wahlperiode der Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg von Berlin mit Abschlussbericht zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlagen:
Dringliche BE KulturBb PDF-Dokument
VzK (Abb.) PDF-Dokument

Das Bezirksamt wurde ersucht:

 

zur Erinnerung an das Ehepaar Hildegard und Erwin Marcusson eine Stele an geeignetem Ort beim ehemaligen Wohnhaus des Ehepaares Gundelfinger Straße 27 zu errichten.

 

 

Das Bezirksamt bittet die Bezirksverordnetenversammlung, Folgendes zur Kenntnis zu nehmen:

 

Eine Stele zur Erinnerung an das von den Nationalsozialisten verfolgte Arztehepaar Hildegard und Erwin Marcusson wird am 20. August, um 16.30 Uhr von Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Michael Grunst feierlich übergeben. Die Stele wird am ehemaligen Wohnhaus von Hildegard und Erwin Marcusson in der Gundelfinger Straße 27 errichtet.

 

Die Errichtung der Stele wurde aus dem Lichtenberger Fonds für Erinnerungskultur finanziert und von der Designerin Helga Lieser gestaltet.

 

Hildegard Marcusson, geb. Zehden, *14.1.1910 Berlin +21.8.1992 Berlin

Erwin Marcusson, *11.6.1899 Berlin +29.1.1976 Berlin

 

Das Arztehepaar entstammte jüdischen Familien und fand früh zur kommunistischen Bewegung. Vom Nationalsozialismus in die UdSSR vertrieben, wurde es dort Opfer stalinistischer Verfolgung. Erwin Marcusson wurde aus der KPD ausgeschlossen, seine Frau wegen falscher Anschuldigungen verhaftet. Beide wurden 1940 aus der Sowjetunion ausgewiesen, erhielten jedoch einen geduldeten Aufenthalt in Kasachstan. 1947 siedelten die Marcussons in die sowjetische Besatzungszone Deutschlands über. Dort beteiligten sich beide in verantwortlichen Positionen am Aufbau des Betriebsgesundheitswesens und der ärztlichen Fortbildung im Osten Deutschlands und in der DDR. Ab 1959 wohnten sie in der Gundelfinger Straße 27 im Bezirk Lichtenberg.

Seit 2006 trägt eine Straße im „Berlin-Campus“ an der Rummelsburger Bucht den Namen Hildegard-Marcusson-Straße.

 

 
 

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