Parklandschaft Barnim

Barnim - Naturpark und Regionalpark
Bild: Bezirksamt Lichtenberg

Vielleicht werden Sie sich fragen, Parklandschaft Barnim, wo liegt denn das nun wieder? Wesentlich bekannter sind der Naturpark Barnim und der Regionalpark Barnim.
Der Barnim ist eint eiszeitlich entstandene Hochfläche, die sich vom Bezirk Lichtenberg bis weit in die Landschaft bei Eberswalde erstreckt. Er prägt den Nordosten Berlins. Auf den mergeligen Böden wurden schon vor mehr als 700 Jahren die Wälder gerodet und Ackerbau betrieben. Vor allem im Bezirk Lichtenberg sind großflächig die Spuren der Landwirtschaft erhalten geblieben. Der Bau der Großsiedlung Neu-Hohenschönhausen zog die Entwicklung eines Naherholungsgebietes nach sich. Der Bezirk Hohenschönhausen hatte daher bereits 1990 den Außenbereich als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Im Jahr 1994 beschloss das Abgeordnetenhaus mit dem Landschaftsprogramm die Einrichtung eines viertes Naherholungsgebietes im Nordosten Berlins – für die vier Stadtrandparks im Nordosten wurde der Begriff Parklandschaft Barnim gefunden. Seit dem ist viel auf den Weg gebracht worden, die Landschaft hat sich deutlich verändert. Immer mehr Menschen erfreuen sich an der Natur und Landschaft im Norden Berlins. Auf dieser Seite können Sie etwas über die Vielfalt der Lichtenberger Landschaft in Wort und Bild (Bildergalerie ) erfahren.

Vielfalt der Lichtenberger Landschaft

Link zu: Falkenberger Feldmark im Winter
Bild: Bezirksamt Lichtenberg

Die Falkenberger Feldmark befindet sich nördlich vom Ortsteil Falkenberg. Mit einem zweistündigen Spaziergang kann man den großen Teil erkunden. Wer den Stegeweg oder den Hausvaterweg nach Norden geht, findet schon bald hinter dem Ortsrand die ersten Relikte der Landwirtschaft – Wiesen und die Altobstanlage. Aber erst hinter dem Tierpark Falkenberg fühlt man, dass die Großstadt hinter einem liegt. Hier begannen die ersten landschaftspflegerischen Maßnahmen zur Entwicklung der Parklandschaft Barnim. 1992 wurden Hecken und Bäume gepflanzt, neue Kleingewässer angelegt und das Wegenetz ergänzt. Seit 1996 beweiden Rinder als “Landschaftspflerger” das Naturschutzgebiet Falkenberger Rieselfelder. An kalten Wintertag kann man mit ein wenig Glück Rehe und Feldhasen beobachten.

Link zu: Kleingewässer in Barnim
Bild: Bezirksamt Lichtenberg

Kleingewässer sind die Augen der Landschaft. Alte Flurkarten bezeugen eine ursprünglich hohe Anzahl vor allem der eiszeitlich entstandenen Pfuhle um Malchow, Wartenberg und Falkenberg. Viele Gewässer wurden aber auch künstlich angelegt, wie zum Beispiel die alte Viehtränke im Naturschutzgebiet Wartenberger/Falkenberger Luch. Schon lange werden hier keine Tiere mehr getränkt.
Stattdessen haben Bäume und Sträucher das Gelände erobert. Die Viehtränke befindet sich im eingezäunten Kernbereich des Naturschutzgebietes. In aller Abgeschiedenheit brüten hier Vögel und sonnen sich Ringelnattern. Im Sommer suchen auch Kraniche häufig das Gebiet auf.

Link zu: Wiesengelände
Bild: Bezirksamt Lichtenberg

Nur wenige der alten Dörfer in Berlin sind so gut erlebbar wie der heutige Ortsteil Malchow. Ein Rundweg führt rund um das Dorf und gibt viele Blicke auf Gärten und alte Scheunen preis. Im Nordosten führt der Weg in das Naturschutzgebiet Malchower Aue. Auf einem Wiesengelände wurde von 1978 – 1982 Torf abgebaut, es entstanden mehrere Gewässer. Naturfreunden gelang die Erhaltung dieser Teichlandschaft, die den Kern des Naturschutzgebietes darstellt.
Zu den flachen Torfstichgewässern kommen im Frühjahr zahlreiche Amphibien zu ihrem Laichgeschäft, vor allem die Erdkröte hat hier ein bedeutendes Vorkommen. Im Osten des Naturschutzgebietes befindet sich eine ehemalige Betonbruchdeponie. Zum Zeitpunkt des Baus der Großsiedlung Neu-Hohenschönhausen wurde hier der Volkspark Malchower See geplant. Es sollte ein Rodelhügel mit Aussichtspunkt entstehen. Zum Abschluss kam der Bau des Hügels aber erst 1994, als der Betonbruch mit dem Bodenaushub der Baustelle vom Hohenschönhauser Linden-Center abgedeckt wurde.

Link zu: Eichhörnchen im Parklandschaft Barnim
Bild: Bezirksamt Lichtenberg

Das Eichhörnchen gehört für viele Berliner inzwischen zum Alltag. Überall wo ausreichend Bäume sind, haben die possierlichen Tiere die Stadt besiedelt. Sie profitieren sehr stark von der Durchgrünung der Stadt. 2010 konnten im Rahmen einer Diplomarbeit erstmals eine flächendeckende Erfassung der Eichhörnchen im Bezirk vorgenommen werden. Durch die Pflanzung von Straßenbäumen und die Neuanlage von Grünflächen hat das Eichhörnchen auch den Norden des Bezirks und die Parklandschaft Barnim erreicht. Noch vor 20 Jahren konnten hier keine Eichhörnchen beobachtet werden. Das Eichhörnchen ist ein Beispiel für einen gelungenen Biotopverbund.
Die meisten Eichhörnchen leben aber in den zentralen Wohngebieten von Lichtenberg. Hier gibt es die ältesten Bäume und auch zahlreiche Tierfreunde, die für Eichhörnchen nicht nur ein Herz übrig haben.

Link zu: Wiesenfläche
Bild: Bezirksamt Lichtenberg

Eine Verbesserung des Angebotes der Bewohner von Neu-Hohenschönhausen mit Grünanlagen für Freizeit und Erholung ist eine der vordringlichsten Aufgaben der Landschaftsplanung. Die Erweiterung des alten Gutsparkes Falkenberg einschließlich der behutsamen Gestaltung der Falkenberger Feldmark hat seit fast zehn Jahren dazu einen wichtigen Beitrag geleistet. Mehr als 50 Planungsbüros beteiligten sich 1999 an einem landschaftsplanerischen Ideen- und Realisierungswettbewerb für einen Landschaftspark Falkenberg. Der Gewinner des Wettbewerbes, das Büro Atelier Loidl, hat mit der Planung der Großen Weite eine Wiesenfläche vorgesehen, auf der viele Formen der Freizeit möglich sind. Wo sich noch vor zehn Jahren stillgelegte Silos und Stallanlagen befanden, blühen heute Obstgehölze. Der Park ist noch nicht völlig Fertig gestellt. Die Baumpflanzungen lassen aber erahnen, welch Oase hier zukünftig entsteht.

Link zu: Ackerrandstreifen
Bild: Bezirksamt Lichtenberg

Ackerrandstreifen gehören zu den artenreichsten Strukturen landwirtschaftlich geprägter Landschaften. In der Vergangenheit dienten diese Säume zur Abgrenzung der Flächen und wurden ebenfalls wirtschaftlich genutzt. Spätestens nach Erliegen der privaten Kleintierhaltung haben sich die Säume stark verändert. Wo landwirtschaftliche Großmaschinen die Säume nicht bearbeiten konnten, wachsen Gehölze zu dichten Feldhecken und verdrängen die Kräuter.
Im Landschaftspark Wartenberg wurden breite Saumbereiche an die Landwirte verpachtet. Hier blühen im Frühjahr und Sommer wieder viele Pflanzenarten, die sonst selten zu sehen sind. Schmetterlinge und andere Insekten nehmen das Angebot gern an. Aber auch die Feldhasen nutzen diese Saumbereiche als Lebensraum. Viele Vogelarten haben den Landschaftspark Wartenberg als Brutplatz wieder entdeckt.
So kann jeder Spaziergang zum Naturerlebnis werden, wenn man sehen und hören kann.

Link zu: Feuchtwiesen
Bild: Bezirksamt Lichtenberg

Die Parklandschaft Barnim ist als einziges Berliner Naherholungsgebiet landwirtschaftlich geprägt, aber dennoch durch vielfältige Nutzungsstrukturen abwechslungsreich gestaltet. Die Ackerbewirtschaftung hat im Jahresverlauf sehr unterschiedliche und farbenfrohe Gesichter und gemeinsam mit Wiesen und Weiden lassen sie uns die Weite der Landschaft erleben. Alleen, Waldfraktale und Streuobstwiesen gliedern den Raum und fangen den Blick.
Feuchtwiesen sind Standorte, die für die gewerbliche Landwirtschaft nur noch von geringem Interesse sind. Als Lebensraum haben sie jedoch einen hohen Stellenwert, da auf den Wiesen seltene Pflanzen wie Orchideen und eine einzigartige Tierwelt vorkommen.
Aber auch das Erholungs- und Bewegungsbedürfnis der jüngeren Generation soll Berücksichtigung finden. So laden im Landschaftspark Wartenberg Asphaltwege zum Skaten, Spieltrapeze zum Klettern, Ballspielen und Chillen ein.

Link zu: Gutsparkteich
Bild: Bezirksamt Lichtenberg

Im Gutspark Falkenberg befindet sich der Gutsparkteich. Er zeugt von der vielfältigen Nutzung der Landschaft über viele Generationen hinweg. Vom Gutspark Falkenberg sind verschiedene Nutzungen bekannt. Er diente sowohl der Erholung als auch dem Nahrungserwerb. Und so häufig wie die Besitzer des Gutes Falkenberg wechselten, so häufig wurde auch der Gutspark umgestaltet. Im Gegensatz zu vielen anderen ländlichen Parks gab es hier keine Gestaltung durch namhafte Landschaftsarchitekten. Der Teich selbst wurde offenbar an einer Stelle angelegt, die immer schon vernässt war. Die geometrische Form lässt vermuten, dass hier vielleicht zuerst der Torf abgebaut wurde. Dann hat sich die Grube mit Wasser gefüllt und diente über lange Zeit als Fischteich und für die Aufzucht von Wassergeflügel.
Heute ist er Bestandteil der öffentlichen Grünanlage und dient vor allem Fröschen und Enten als Lebensraum. Für die Fischwirtschaft ist er nicht mehr von Interesse, in kalten Wintern friert er nahezu bis auf den Grund zu.

Link zu: Streuobstwiesen
Bild: Bezirksamt Lichtenberg

Der September ist Erntezeit in der Parklandschaft Barnim. Das Obst der vielen kleinen Streuobstwiesen wird dann zur Verarbeitung geschafft und kommt als regionales Produkt in Form von Saft wieder auf den Tisch. Kenner nutzen aber auch Holunder, Schlehen und Hagebutten für die Verarbeitung. Sie stehen für jedermann am Wegesrand.
Von den Obstalleen im Landschaftspark Falkenberg gibt es einen schönen Blick über die Rinderweide im Naturschutzgebiet Falkenberger Rieselfelder weit in den Landkreis Barnim hinein.
Der Obstbau soll zukünftig ausgeweitet werden. Noch bis 1980 gab es in der Parklandschaft Barnim etwa 80 Hektar Obstplantagen. Die Bewirtschaftung wurde auf Grund der Überalterung der Bäume aufgegeben, die Standorte wurden zum Teil bebaut. Ein Relikt aus dieser Zeit ist die Altobstanlage Falkenberg. Und in dieser Altobstanlage gibt es ein noch älteres Relikt – eine Birnenallee aus der Zeit der Rieselfeldbewirtschaftung.

Link zu: Waldflächen
Bild: Bezirksamt Lichtenberg

Prachtvolle alte Ahornbäume und Eschen säumen den Eingangsbereich in den Landschaftspark Wartenberg. Über Jahrzehnte waren sie die einzigen Waldbäume in der mit Obstbäumen gesäumten Landschaft der Rieselfelder. Sie haben die Beseitigung der Rieselfelder und die Einführung der industriellen Landwirtschaft überlebt. Seit 16 Jahren haben sie Gesellschaft erhalten. Zahlreiche Bäume wurden im Landschaftspark neu gepflanzt. 1996 hat der Verein Naturschutz Malchow e.V. mit der Pflanzung des ZukunftswaIdes 2000 begonnen. Im Norden wird der Landschaftspark seit 1998 von der Eschenallee des Barnimer Dörferweges begrenzt. Auf weiteren 40 Hektar hat das Amt für Umwelt und Natur seit 2005 mit Unterstützung der Berliner Forsten weitere Waldflächen angelegt. Der Förderverein Landschaftspark Nordost e.V. pflanzt und pflegt Hecken im Landschaftspark. Die Vereine freuen sich über jede helfende Hand, die sich an der Pflanzung und Pflege von Bäumen beteiligen will.

Link zu: Wanderrouten
Bild: Bezirksamt Lichtenberg

Wege stellen das Rückgrat der Parklandschaft Barnim dar. Seit 1990 wurden mehr als 20 km Fuß- und Radwege neu angelegt. Sie haben dazu beigetragen, dass die vielen nach Neu-Hohenschönhausen zugezogenen Bürger ihre neue Heimat erkunden können. Aber auch die Alteingesessenen freuen sich über neue Verbindungen. Seit 2006 ist es möglich, vom S-Bahnhof Ahrensfelde innerhalb weniger Minuten den neuen Gehrenseepark zu erreichen. Von dort geht es schnell weiter zum Naturschutzgebiet Falkenberger Rieselfelder und weiter bis zum Landschaftspark Wartenberg mit seiner Landmarke.
Der Möglichkeiten gibt es viele, und so hat jeder für sich seine Wanderrouten entdeckt. Die schönsten Touren hat der Arbeitskreis Bildung und Umwelt auf Wanderkarten dargestellt. Sie sind im Amt für Umwelt und Natur und in der Informationsstelle des Vereins Regionalpark Barnimer Feldmark in der Dorfkate Falkenberg erhältlich.

Link zu: Winter im Naturpark Barnim
Bild: Bezirksamt Lichtenberg

Auch Theodor Fontane besuchte das Gebiet der heutigen Parklandschaft Barnim. Seine Schilderung des Weges anlässlich eines Besuches im Pfarrhaus Malchow spricht für sich:
Eine Wanderung nach Malchow, so kurz sie ist, gliedert sich nichtsdestoweniger in drei streng geschiedene Teile: Omnibusfahrt bis auf den Alexanderplatz, Pferdebahn bis Weißensee, und per pedes apostolorum bis nach Malchow selbst. Und so vollzog es sich auch. Auf dem Alexanderplatz regierten bereits die fliegenden Söhlkes mit dem “Schäfchen” und dem “Schaukelmann”, dessen Birnen sich noch gerade so gelb und rot gesprenkelt zeigten wie vor fünfzig Jahren, in den Tagen meiner eigenen Kindheit; in dem Pferdebahnwagen aber, in dem ich einstieg, war es, als wäre der Weihnachtsmann mit oder vor mir eingestiegen und gedenke seinen Einzug in Weißensee zu halten. Alle Plätze voller Kinder mit ihren Schulmappen auf dem Rücken, und hinten und vorn im Wagen und vor allem obenauf ganze Büsche von Weihnachtsbäumen. Das war Vergnügen an der Fahrt, viel vergnüglicher als die Vergnügungslokale, die mit ihren grasgrünen Staketenzäunen halbverschneit am Wege lagen.
Endlich hielten wir am Ende des Dorfes, und der Umspannungsmoment war nun für mich da: Schusters Rappen musst aus dem Stall. Er war’s auch zufrieden, und willig und guter Dinge zog ich “fürbaß”, unangefochten von der Öde der Landschaft. Aus den Schneemassen, die die Felder zu beiden Seiten deckten, wuchsen nur ein paar vertrocknete Grashalme auf und zitterten im Winde, während die Chausseepappeln wie nach oben gekehrte Riesenbesen dastanden. Aber so trist und öde die Landschaft war, so voller Leben war die große Straße, darauf ich ging, denn in langer Reihe folgten die Gespanne, die von den benachbarten Seen her hoch aufgetürmte Eismassen zur Stadt fuhren. “Nach Malchow?” fragt ich, um mich des Weges zu vergewissern. “Joa; ‘t nächste Dörp.” Und in der Tat, nicht lange, so wurd auch der kurze Laternenturm zwischen den Pappelweiden sichtbar, unter einem Schlagbaume fort, der hier noch aus den Tagen der Hebestellen her sein Dasein fristete, hielt ich meinen Einzug.

Bildergalerie

Wenn Sie nun selbst neugierig geworden sind und sich auf die Spuren Theodor Fontanes begeben, dann hat diese Seite bereits sein Ziel erreicht – die Akzeptanz dieser noch jungen Erholungslandschaft zu verbessern und vielleicht auch ein wenig Heimatgefühl zu wecken.

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