Pflegestützpunkte Berlin

In den Pflegestützpunkten in allen Berliner Bezirken erhalten Ratsuchende Informationen, Beratung und Unterstützung rund um die Themen Pflege und Alter. Das Beratungsangebot der Pflegestützpunkte ist kostenlos und unabhängig.

Ausgangslage

Der Pflegefall fordert Betroffene und ihre Angehörigen nicht nur emotional, sondern auch organisatorisch enorm heraus. Plötzlich stehen existenzielle Fragen im Raum: Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es? Wo finde ich einen passenden Pflegedienst? Welche Wohnformen existieren, wenn das selbstständige Leben in der eigenen Wohnung nicht mehr möglich ist? Wie wird der Umzug in ein Pflegeheim organisiert?
Im Jahr 2023 kontaktierten 114.000 Ratsuchende die Berliner Pflegestützpunkte. Ihr Beratungsangebot ist kostenlos, unabhängig und verbraucherorientiert. In jedem Berliner Bezirk gibt es drei Beratungsstellen, die sowohl die Problemlagen als auch die Angebote in ihren Vierteln kennen.

Zielsetzung

Ziel der Arbeit der Pflegestützpunkte Berlin ist es, die Versorgung älterer und pflegebedürftiger Menschen zu verbessern, die Berliner Bevölkerung über Präventivangebote, die Leistungen der Pflegeversicherung und der Sozialhilfe zu informieren. Informationen aus der Beratungsarbeit der Pflegestützpunkte und Netzwerkarbeit tragen zur Weiterentwicklung der Beratungs- und Hilfestrukturen bei.

Zielgruppen

Zielgruppen sind in erster Linie:
  • hilfe- und pflegebedürftige, ältere Menschen sowie Familien mit pflegebedürftigen Kindern und Jugendlichen
  • pflegende Angehörige und sonstige Kontaktpersonen wie bspw. Nachbarinnen oder Nachbarn

Tätigkeitsfelder

Die Pflegestützpunkte Berlin beraten vor Ort an 36 Standorten, telefonisch, im Rahmen von Hausbesuchen, und, wenn die körperliche Verfassung der Ratsuchenden es erfordert, per Video.

Das Beratungsspektrum umfasst folgende Felder:
  • Aufzeigen von Möglichkeiten zu einer selbstständigen Lebensgestaltung durch ambulante Versorgung in der eigenen Häuslichkeit und/oder pflegegerechte Anpassung der Wohnung durch zertifizierte Wohnraumberatung
  • Entlastungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige
  • Beratung von Familien pflegebedürftiger Kinder und Jugendlicher
  • Vorbereitung für die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst
  • Unterstützung beim Umzug in eine stationäre Pflegeeinrichtung
  • Case Management (individueller Hilfeplan)
  • Information über Unterstützungsleistungen im Vorfeld von Pflegebedürftigkeit wie Mobilitätsvermittlung anderer Dienste für Arztbesuch und Einkauf, Hilfen für die häusliche Versorgung, fahrbarer Mittagstisch oder Installation eines Hausnotrufs sowie Vorsorgevollmachten und Patientenverfügung
  • Demenzberatung
  • kostenfreie Informationsveranstaltungen für Pflegebedürftige, pflegende Angehörige, Fachkräfte und weitere Interessierte

Sollten die Ratsuchenden ihre Hilfen nach der Beratung nicht selbst organisieren können, helfen die Mitarbeitenden der Pflegestützpunkte Berlin auch bei der Koordinierung der erforderlichen Hilfen.
Für pflegebedürftige Menschen, für die Deutsch nicht die Muttersprache ist, bieten die Pflegestützpunkte ihre Beratung in Kooperation mit den Interkulturellen Brückenbauerinnen und Brückenbauern in der Pflege, unentgeltlich in zahlreichen Fremdsprachen an.
Die Pflegestützpunkte Berlin haben im Rahmen des Care Managements einen gesetzlichen Vernetzungsauftrag.

Träger und Förderung

Die 36 Pflegestützpunkte Berlin befinden sich in gemeinsamer geschäftsführender Trägerschaft des Landes Berlin und der Berliner Pflege- und Krankenkassen. 23 Standorte werden aktuell von den Pflegekassen betrieben. Das Land Berlin delegiert die Trägerschaft ihrer 12 Standorte auf freigemeinnützige Träger, die aus den Koordinierungsstellen rund ums Alter hervorgegangen sind:
  • ALBATROS gemeinnützige Gesellschaft für soziale und gesundheitliche Dienstleistungen mbH
  • Unionhilfswerk Sozialeinrichtungen gemeinnützige GmbH
  • Volkssolidarität Berlin e. V.
  • Diakonisches Werk Berlin Stadtmitte e.V.
  • Diakonisches Werk Steglitz und Teltow-Zehlendorf e.V.
  • Humanistischer Verband Deutschlands, Landesverband Berlin-Brandenburg KdöR
  • Evangelisches Johannesstift Altenhilfe gGmbH
  • Evangelisches Geriatriezentrum Berlin gGmbH
  • Sozialverband VdK Berlin – Brandenburg e. V.

Darüber hinaus wird in Marzahn-Hellersdorf ein Beratungszentrum landes- und kassenseitig gemeinsam vom Allgemeinen Regionalen Sozialdienst des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf, der Kontaktstelle PflegeEngagement sowie für die Pflegestützpunktberatung von der ALBATROS gemeinnützige Gesellschaft für soziale und gesundheitliche Dienstleistungen mbH und der AOK Nordost betrieben.
Die Förderung der Pflegestützpunkte durch das Land Berlin im Rahmen des Integrierten Gesundheits- und Pflegeprogramm betrug im Jahr 2023 rund 4 Mio. Euro. Hierbei wurden durchschnittlich 3,5 Stellen pro Standort finanziert.

Weterführende Informationen

Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege

Abteilung Pflege