Kontaktstellen PflegeEngagement

Schwerpunkt der Arbeit der Kontaktstellen PflegeEngagement ist die Unterstützung wohnortnaher Selbsthilfe- und Ehrenamtsstrukturen für pflegebedürftige Menschen, die zu Hause oder in einer ambulanten Wohngemeinschaft leben sowie von deren Angehörigen.

Ausgangslage

Die meisten Menschen möchten so lange wie möglich – auch bei Pflegebedürftigkeit – selbstbestimmt und eigenständig in ihrer gewohnten Umgebung leben. Aus diesem Grund wurden im Jahr 2010 die Kontaktstellen PflegeEngagement (KPE) zur Umsetzung der Pflegeselbsthilfe gemäß § 45d SGB XI in Berlin eingerichtet. In jedem Bezirk gibt es eine Kontaktstelle PflegeEngagement, die pflegende Angehörige und pflegeflankierendes bürgerschaftliches Engagement in vielfacher Weise unterstützen.
Die KPE sind trägerseitig, teils auch räumlich und teambezogen an ein Stadtteilzentrum oder eine Selbsthilfekontaktstelle angebunden, um durch die bewusste Verbindung zur Gemeinwesenarbeit einen niedrigschwelligen Zugang zu ermöglichen und Synergien in der Ausgestaltung des Angebotes zu erzielen. Sie arbeiten eng mit Pflegestützpunkten, Betreuungsangeboten, Stadtteilzentren und bezirklichen Pflegeverbänden zusammen. Die Angebote sind kostenlos und werden auf Grundlage der Pflegeunterstützungsverordnung (PuVO) gefördert. Durch das Kompetenzzentrum Pflegeunterstützung werden die KPE qualitätssichernd begleitet.

Zielsetzung

Die Kontaktstellen PflegeEngagement haben es sich zur Aufgabe gemacht, pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige zu unterstützen. Als Vorteil wird hierbei die Kooperation mit ehrenamtlichem Engagement in der Pflege betrachtet. Dabei agieren die KPE auch als beratende Vermittler zu wohnortnahen, bereits vorhanden ehrenamtlichen Strukturen, die in der Lage sind, die notwendige Unterstützung und Entlastung zielgerecht zu leisten. Insbesondere wird die Unterstützung in Form von Beratungs- und Informationsangeboten ermöglicht. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Förderung von Selbsthilfe, Gesprächsgruppen, Ehrenamt und nachbarschaftlichen Hilfenetzwerken rund um die Pflege.

Zielgruppen

Pflegebedürftige Menschen, die zu Hause oder in einer ambulanten Wohngemeinschaft leben und deren Angehörige.

Tätigkeitsfelder

Ein Fokus der Kontaktstellen PflegeEngagement ist die bezirklich orientierte Vernetzung und Kooperation mit vor Ort bereits organisierten, ehrenamtlich engagierten Strukturen in der Pflege sowie berlinweiten Organisationen und Initiativen.

Daneben bieten die KPE eine Vielzahl an Unterstützungsmöglichkeiten für pflegebedürftige Menschen, pflegende Angehörige und freiwillig Engagierte. Folgende Unterstützungsmöglichkeiten seien beispielhaft genannt:
  • Besuchs- und Begleitdienste
  • Sensibilisierungs- und Beratungsangebote
  • Gesprächskreise für pflegende Angehörige
  • Unterstützung von Angehörigen zum Thema Wohngemeinschaften
  • Gestaltung einer lebendigen Nachbarschaft und nachbarschaftlicher Hilfenetze
  • Förderung der Teilhabe an Kultur und am öffentlichen Leben durch gemeinsame Entwicklung von sozialen Aktivitäten
  • Begleitung und Qualifizierung freiwillig Engagierter
  • Initiierung und Organisation von Gruppen zur Alltags- und Nachbarschaftshilfe
  • Hilfe bei der Gründung von Gruppen und Selbsthilfe-Initiativen Betroffener oder Angehöriger zum Austausch von Erfahrungen, hilfreichen Informationen und Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit

Träger und Förderung durch das Land Berlin

  • Charlottenburg-Wilmersdorf: SELKO – Verein zur Förderung von Selbsthilfe-Kontaktstellen e. V.; 49.200 Euro
  • Friedrichshain-Kreuzberg: Volkssolidarität Landesverband Berlin e.V.; 51.900 Euro
  • Lichtenberg: Kiezspinne FAS e.V.; 53.800 Euro
  • Marzahn-Hellersdorf: Albatros gGmbH; 46.800 Euro
  • Mitte: StadtRand gemeinnützige Gesellschaft für integrierende soziale Arbeit mbH; 54.400 Euro
  • Neukölln: Selbsthilfe- und Stadtteilzentrum Neukölln-Süd e.V. ehemals Gesundheitszentrum Gropiusstadt e.V.; 56.300 Euro
  • Pankow: Humanistischer Verband Deutschlands; 52.200 Euro
  • Reinickendorf: Unionhilfswerk Ambulante Dienste gGmbH; 53.400 Euro
  • Spandau: casa e.V.; 55.200 Euro
  • Steglitz-Zehlendorf: Mittelhof e.V.; 55.400 Euro
  • Tempelhof-Schöneberg: Nachbarschaftsheim Schöneberg e.V.; 55.100 Euro
  • Treptow-Köpenick: ajb gGmbH; 50.500 Euro

Weiterführende Informationen

Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege

Abteilung Pflege