Fachstelle Migration, Pflege und Alter (FaMiPA)

Aufgabe der Fachstelle Migration, Pflege und Alter (FaMiPA) ist es, die gleichberechtigte und selbststimmte Teilhabe von älteren Migrantinnen und Migranten zu unterstützen. Die Fachstelle informiert und vernetzt zum Themenkomplex Migration, Alter und Pflege und initiiert Kooperationsprojekte.

Ausgangslage

Ältere Menschen mit Migrationsgeschichte sind die am stärksten wachsende Bevölkerungsgruppe in Berlin. Die Gruppe zeichnet sich insbesondere durch ihre hohe Heterogenität aus. Die Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Gruppe darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lebenslagen der Menschen im Vergleich zur Bevölkerung ohne Migrationsgeschichte oftmals als schwierig zu bewerten sind. Häufig treffen in der Zielgruppe älterer Migrantinnen und Migranten prekäre sozioökonomische Bedingungen mit migrations- und altersbedingten Belastungen zusammen. Ausgehend von diesen Mehrfachbelastungen (Intersektionalität) tragen sie ein relativ hohes Erkrankungs- und Pflegerisiko. Zudem verändern sich allmählich auch bei dieser Zielgruppe soziale Familienstrukturen, so dass migrationsspezifische intergenerationale und familiäre Unterstützungsressourcen zukünftig nicht mehr in demselben Maße wie heute zur Verfügung stehen werden. Daher ist anzunehmen, dass zukünftig immer mehr Menschen mit Migrationsgeschichte auf Leistungen des Altenhilfe- und Pflegesystems angewiesen sein werden (Bartig 2022).

Zielsetzung

Im Jahr 2025 wird die Fachstelle aufgebaut. Schwerpunkt der Tätigkeit ist die Stärkung der Zielgruppe selbst, durch unterschiedliche Instrumente und Maßnahmen (wie z.B. Information, Befähigung oder Projektinitiierung). Als Netzwerkpartner begleitet die Fachstelle aktiv die Berliner Altenhilfe- und Pflegestrukturen in Fragen der Implementierung eines neuen Verständnisses von Diversität. Entsprechend ihrer zugrundeliegenden Konzeption wird die Fachstellenarbeit einen intersektionalen Ansatz verfolgen und in ihren Tätigkeitsfeldern die Dimensionen von Vielfalt insbesondere unter Einbezug des Migrationsaspektes berücksichtigen.

Zielgruppen

(Pflegebedürftige) ältere Migrantinnen und Migranten, ihre An- und Zugehörigen sowie weitere Organisationen (z.B. Migrantenselbstorganisationen) und Strukturen, die im Kontext Migration, Pflege und Alter stehen.

Tätigkeitsfelder

Die Tätigkeitsfelder der Fachstelle Migration, Pflege und Alter zielen alle auf die Stärkung der Zielgruppe selbst ab:

  1. Bereitstellung von Informationen für die Zielgruppe und interessierte Parteien unter anderem zur Entwicklung und Anpassung von Projekten. Damit eng verbunden ist die Netzwerktätigkeit und Kooperation zu bestehenden Angeboten zum Thema Alter im Kontext Migration und Pflege.
  2. Aufbau von Befähigungsstrukturen unter Berücksichtigung der Potentiale der Zielgruppe (z.B. durch Multiplikatorenschulungen im Bereich der kultursensiblen Pflege)
  3. Initiierung von innovativen Projekten in Kooperation mit Berliner Unternehmen und Organisationen an der Schnittstelle Alter, Pflege und Migration.

Nicht zuletzt sieht sich die Fachstelle im Rahmen von Transformationsprozessen als Hinweisgeber zur Umsetzung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse. Gemeinsames Ziel ist es, über die Ermöglichung von Austausch und Wissensvermittlung Handlungssicherheit in Bezug auf ein zeitgemäßes Verständnis von Diversitätssensibilität zu entwickeln und zu etablieren.

Träger und Förderung

  • Träger: AWO Landesverband Berlin e.V.
  • Förderung: Das neu entwickelte Projekt wird im Jahr 2025 erstmals durch das Land Berlin mit Mitteln in Höhe von max. 312.000 Euro gefördert.

Weterführende Informationen

  • Die Internetpräsenz ist in Bearbeitung
  • Bartig, S. (2022). Alter(n) und Migration in Deutschland. Ein Überblick zum Forschungsstand zur Lebenssituation älterer Menschen mit Migrationsgeschichte in Deutschland. In Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) (Hrsg.), DeZIM Research Notes 9 (S. 8-19), Berlin.

Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege

Abteilung Pflege