Beratungsstelle der Jüdischen Gemeinde zu Berlin für Ältere und Menschen mit Behinderungen

Die Beratungsstelle der Jüdischen Gemeinde zu Berlin verbessert die Versorgung alter und pflegebedürftiger Gemeindemitglieder durch gezielte Beratung, Vermittlung und Koordination von Hilfen in Einzelfällen.

Ausgangslage

Pflegebedürftige Mitglieder der Jüdischen Gemeinde zu Berlin müssen akute Krankheiten, geistige, psychische und körperliche Beeinträchtigungen unter besonderen biografischen Bedingungen bewältigen: Viele pflegebedürftige Menschen haben einen großen Teil oder alle Familienangehörigen während des Holocausts verloren und sind daher im besonderen Maße von Vereinsamung bedroht. Die stark traumatischen Erlebnisse sind für viele Mitglieder der Jüdischen Gemeinde zu Berlin auch in der zweiten oder dritten Generation nach wie vor sehr präsent. Daher benötigt es für diese Personengruppe eine die geschichtlichen, biografischen und religiösen Bedürfnisse berücksichtigende Beratung.

Zielsetzung

Ziel der Arbeit der Beratungsstelle der Jüdischen Gemeinde zu Berlin für Ältere und Menschen mit Behinderungen ist es, die Versorgung alter und pflegebedürftiger Menschen zu verbessern und über Leistungen der Pflege- und Krankenkassen zu informieren.

Zielgruppen

Die Beratungsstelle können alle Gemeindemitglieder und deren Angehörige, die pflegebedürftig oder beeinträchtigt sind oder Rat suchen, nutzen. Jährlich wenden sich über 200 Ratsuchende an das kostenlose Beratungs- und Unterstützungsangebot. Die Beratungen finden in der Beratungsstelle, telefonisch oder im Rahmen von Hausbesuchen, bei Besuchen in Einrichtungen wie Krankenhäusern, Pflegeheimen oder bei Gruppentreffen statt.

Tätigkeitsfelder

Das Tätigkeitsspektrum umfasst folgende Felder:
  • gezielte Information über das Gesundheits- und Sozialleistungssystem und die Voraussetzungen der Inanspruchnahme
  • Überblick über pflegerische Angebote und Dienste der Behindertenhilfe
  • Beratung erfolgt möglichst in der Muttersprache (Russisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch)
  • Kooperation mit Aktion Sühnezeichen und Bundefreiwilligenagentur zur Vermittlung von Ehrenamtlichen
  • Case Management (individueller Hilfeplan) und Fallkoordination bei fehlendem Selbsthilfepotential
  • Unterstützung bei der Durchsetzung gesetzlicher Ansprüche und bei der Anfertigung von Widersprüchen
  • Information über mögliche Gruppenangebote, Freizeitaktivitäten und Beschäftigungsmöglichkeiten innerhalb der Jüdischen Gemeinde
  • Unterstützung bei der Teilnahme von Freizeitgruppen für Seniorinnen und Senioren oder Menschen mit Behinderungen
  • Vernetzung innerhalb der Jüdischen Gemeinde

Träger und Förderung

  • Träger: Jüdische Gemeinde zu Berlin
  • Die Förderung durch das Land Berlin betrug im Jahr 2023 rund 49.600 Euro.

Weterführende Informationen

Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege

Abteilung Pflege