Pflege-Bezirksprofil Marzahn-Hellersdorf

Mit den neu eingeführten Bezirksprofilen stellt die SenWGP erstmals bezirksspezifische Daten zur pflegerischen Versorgung in einheitlicher Form bereit.

A. Demographische Entwicklung

Indikator 1: Einwohnerinnen und Einwohner (EW) nach Altersgruppen

Tabelle 1: Einwohnerinnen und Einwohner (EW) nach Altersgruppen im Bezirk Marzahn-Hellersdorf am 31.12. der Jahre 2019 und 2023

Die Gesamtbevölkerung im Bezirk Marzahn-Hellersdorf betrug zum 31.12.2023 291.948 Einwohnerinnen und Einwohner, was einem Zuwachs von 8,1 % (+21.981 Personen) gegenüber 2019 entspricht. Besonders hervorzuheben ist die Gruppe der 80-Jährigen und Älteren, die mit 17.125 Personen 5,9 % der Bevölkerung ausmacht und einen signifikanten Anstieg von 22,7 % verzeichnet. Damit liegt diese Gruppe mit -0,6 Prozentpunkten klar unter dem Berliner Durchschnitt. Die unter 15-Jährigen nahmen um 11,8 % (+4.800 Personen) zu und machen damit 15,6 % der Bevölkerung aus, mit deutlichen +1,8 Prozentpunkten über dem Berliner Durchschnitt. Die erwerbsfähige Gruppe der 15- bis unter 65-Jährigen, die mit 62,9 % die größte Gruppe in der Marzahn-Hellersdorfer Bevölkerung stellt, wuchs um 6,0 % (+10.322 Personen) und liegt mit –4,5 Prozentpunkten unter dem Durchschnitt. Die Zahl der 65- bis unter 80-Jährigen stieg um 8,8 % (+3.689 Personen) und macht ebenfalls 15,6 % aus, mit einer starken Abweichung von +3,3 Prozentpunkten zum Berliner Mittelwert.

B. Pflegebedürftige und Pflegeprävalenz

Indikator 2: Pflegebedürftige (PB) nach Altersgruppen

Tabelle 2: Pflegebedürftige (PB) gemäß SGB XI nach Altersgruppen im Bezirk Marzahn-Hellersdorf am 15.12. der Jahre 2019 und 2023

Im Bezirk Marzahn-Hellersdorf waren zum 15.12.2023 insgesamt 16.120 pflegebedürftige Menschen erfasst, was einer Zunahme von 35,7 % (+4.242 Personen) gegenüber 2019 entspricht. In allen Altersgruppen nahm die Zahl der Pflegebedürftigen zu. Vor allem die Gruppe der unter 15-Jährigen verzeichnete einen auffälligen Zuwachs von 63,0 % (+340 Personen) und macht mittlerweile 5,5 % der Pflegebedürftigen aus. Dieser Anteil liegt mit +1,1 Prozentpunkten stark über dem Berliner Durchschnitt. Die Anzahl der 15- bis unter 65-Jährigen stieg um 25,7 % (+571 Personen). Diese Gruppe bildet 17,3 % der Gesamtheit, womit sie um 1,6 Prozentpunkte unter dem Berliner Durchschnitt liegen. Die 65- bis unter 80-Jährigen wuchsen um 31,3 % (+1.078 Personen) und machen 28,0 % der Pflegebedürftigen aus, damit liegen sie +2,3 Prozentpunkten über dem Berliner Mittelwert. Die Gruppe der 80-Jährigen und Älteren stieg um 39,7 % (+2.253 Personen) und stellt mit 49,2 % den größten Anteil. Im berlinweiten Vergleich liegt die Gruppe noch um 1,7 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt.

Indikator 3: Altersspezifische Pflegeprävalenz

Tabelle 3: Altersspezifische Pflegeprävalenz im Bezirk Marzahn-Hellersdorf am 15.12. der Jahre 2019 und 2023

Tabelle 3 zeigt die altersspezifische Pflegeprävalenz im Bezirk Marzahn-Hellersdorf und vergleicht die Werte von 2019 mit denen von 2023. In allen Altersgruppen nahm die Pflegeprävalenz zu. Besonders hervorzuheben ist die Gruppe der 80-Jährigen und Älteren, bei der die Pflegeprävalenz mit einem Zuwachs um 5,6 Prozentpunkte 46,3 % erreicht. Diese Gruppe liegt 3,2 Prozentpunkte über dem Berliner Durchschnitt und weist damit einen besonders hohen Pflegebedarf auf. Auch die 65- bis unter 80-Jährigen zeigten einen deutlichen Anstieg der Pflegeprävalenz auf 9,9 %, was einer Erhöhung um 1,7 Prozentpunkte entspricht. Damit liegt diese Gruppe um 1,5 Prozentpunkte deutlich unter dem Berliner Durchschnitt. In den jüngeren Altersgruppen (unter 15 Jahre sowie 15 bis unter 65 Jahre) liegt die Pflegeprävalenz bei 1,9 % bzw. 1,5 %. Von 2019 zu 2023 ist die niedrige Pflegeprävalenz bei den unter 15-Jährigen sehr deutlich um 0,6 Prozentpunkte (oder 46 %) angestiegen. Insgesamt unterstreichen diese Zahlen den stark ansteigenden Pflegebedarf vor allem in der hochaltrigen Bevölkerung.

Indikator 4: Pflegebedürftige nach Pflegegrad

Tabelle 4: Pflegebedürftige (PB) gemäß SGB XI nach Pflegegrad (PG) im Bezirk Marzahn-Hellersdorf am 15.12. der Jahre 2019 und 2023

Die Tabelle 4 zeigt die Verteilung der pflegebedürftigen Menschen im Bezirk Marzahn-Hellersdorf nach Pflegegrad sowie deren Veränderungen zwischen 2019 und 2023. Insgesamt stieg die Zahl der Pflegebedürftigen um 35,7 % auf 16.120 Personen. Der größte Anteil Pflegebedürftiger mit 6.869 Personen (42,6 %) ist dem Pflegegrad 2 zugeordnet. Besonders auffällig ist der Anstieg in Pflegegrad 1, der um 127,0 % (+1.120 Personen) zunahm und nun 12,4 % der Gesamtzahl ausmacht. Diese Entwicklung ist auf Änderungen im Pflegebedürftigkeitsbegriff, dem dazugehörigen Begutachtungs-Instrument sowie einer verzögerten Erfassung von Pflegebedürftigen im Pflegegrad 1 zurückzuführen. Auch die Gruppe der Pflegebedürftigen mit Pflegegrad 3 nahm mit 39,4 % (+1.394 Personen) deutlich zu, während Pflegegrad 4 vergleichsweise moderat um 17,7 % (+265 Personen) zunahm. Pflegegrad 5 verzeichnete lediglich eine geringe Steigerung von 4,7 % (+25 Personen). Die Abweichungen zum Berliner Durchschnitt sind insgesamt gering.

Indikator 5: Hilfe zur Pflege

Tabelle 5: Empfängerinnen und Empfänger und Ausgaben in der Hilfe zur Pflege (7. Kapitel SGB XII) im Bezirk Marzahn-Hellersdorf am 31.12. der Jahre 2019 und 2023

Die Tabelle 5 zeigt die Entwicklung der Zahl der Personen, die im Bezirk Marzahn-Hellersdorf zwischen 2019 und 2023 Leistungen der Hilfe zur Pflege (HzP) erhielten und die diesbezüglichen Ausgaben. Während die Zahl der Empfänger um 4,6 % (-67 Personen) leicht zurückging, was 1.390 HzP-Empfangenden im Jahr 2023 entspricht, stiegen die Gesamtausgaben deutlich um 30,4 % auf rund 26,3 Mio. Euro. Auffallend ist der starke Anstieg der Ausgaben außerhalb von Einrichtungen, die um 47,9 % (+5.397.616 €) zunahmen und 16,67 Mio. Euro erreichten. Die Ausgaben in Einrichtungen erhöhten sich hingegen nur moderat um 8,2 % (+729.819 €) auf ca. 9,64 Mio. Euro.
Diese Entwicklungen stehen im Kontrast zu dem deutlichen Anstieg der Pflegebedürftigen im Bezirk (siehe auch Tabelle 2). Mögliche Einflussfaktoren für die Abnahme der HzP-Empfangenden und der damit verbundenen Ausgaben können Änderungen in der Pflegeversicherung, die sozioökonomische Situation der Pflegebedürftigen sowie die verstärkte Bearbeitung von HzP-Fällen durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin (LAGeSo) sein. Durch veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen, etwa die Einführung der Tariftreue oder die Inflation, führt eine Reduzierung in der Zahl der HzP-Empfangenden nicht zwangsläufig zu einer Reduktion der Ausgaben in gleicher prozentualer Höhe.

C. Pflegerische Infrastruktur

Indikator 6: Versorgung nach Einrichtungsart

Tabelle 6: Anzahl Einrichtungen und Pflege-WG nach Art der Versorgung im Bezirk Marzahn-Hellersdorf am 15.12. der Jahre 2019 und 2023

Die Tabelle 6 bietet einen Einblick in die pflegerische Infrastruktur im Bezirk Marzahn-Hellersdorf und zeigt die Entwicklung der Einrichtungen und pflegespezifischen Wohnformen zwischen 2019 und 2023. Im Jahr 2023 waren 20 vollstationäre Einrichtungen (Dauer- und Kurzzeitpflege) vorhanden, was einem Zuwachs von 3 Einrichtungen beziehungsweise 17,6 % entspricht. Die teilstationären Angebote (Tages- und Nachtpflege) nahmen um 2 auf 9 Einrichtungen zu, was einem Plus von 28,6 % entspricht. Insgesamt wuchs der stationäre Bereich um 4 Einrichtungen auf 28, was einer Steigerung von 16,7 % entspricht. Auch die Zahl der Pflege-Wohngemeinschaften stieg um 7 Einrichtungen (17,9 %), auf nun 46. Besonders auffällig ist der Zuwachs der ambulanten Pflege- und Betreuungsdienste, die um 21 Einrichtungen (+36,2 %) zunahmen. Insgesamt verdeutlichen diese Zahlen eine Erweiterung der pflegerischen Infrastruktur im Bezirk, insbesondere im ambulanten Segment.

Indikator 7: Versorgung nach Einrichtungsart und Plätze

Tabelle 7: Anzahl Plätze nach Einrichtungsart im Bezirk Marzahn-Hellersdorf am 15.12. der Jahre 2019 und 2023

Die Tabelle 7 beleuchtet die zahlenmäßige Entwicklung der Pflegeplätze im Bezirk Marzahn-Hellersdorf zwischen 2019 und 2023. Insgesamt standen im Jahr 2023 2.498 stationäre Plätze zur Verfügung, was einer Steigerung von 11,7 % (+262 Plätze) entspricht und 15,5 Plätze pro 100 Pflegebedürftige bedeutet. Die vollstationären Plätze nahmen entgegen dem Berliner Trend (-5,2 %) um 9,3 % (+198 Plätze) zu und liegen nun bei 2.318 Plätzen, was 14,4 Plätze je 100 Pflegebedürftige ergibt, womit nun der Berliner Durchschnitt erreicht ist. Auffällig ist auch der starke Zuwachs im teilstationären Bereich um 55,2 % (+64) auf 180 Plätze, was 1,1 Plätze pro 100 Pflegebedürftige ergibt. Bei den Pflege-Wohngemeinschaften verzeichnete man einen Anstieg von 37,6 % (+179 Plätze) auf insgesamt 655 Plätze, was 4,1 Plätze pro 100 Pflegebedürftige entspricht und mit 1,2 Prozentpunkten um 41,4 % über dem Berliner Durchschnitt liegt.

Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege

Abteilung Pflege