Gedenk- und Erinnerungsort Roedeliusplatz

Roedeliusplatz nach Neugestaltung 2023

Historie Roedeliusplatz

Der Platz erhielt im Jahr 1897 bei den Planungen für ein neues urbanes Zentrum Lichtenbergs den Namen Wagnerplatz. Der Platz wird umrahmt von zahlriechen Gebäuden die in der jüngeren Geschichte eine Rolle spielten. Weitere Informationen

Berlin History App

Berlin-History-App

Kostenlose und werbefreie, zweisprachige Mobilgeräte-App, die ortsgebunden historische Informationen bereitstellt. Auch der Roedeliusplatz kann erkundet werden mit der Darstellung der Geschichte der Dienststellen und Gebäude sowie der Straßennamen rund um den Platz in Bildern, Texten und Videos. Weitere Informationen

Roedeliusplatz - Einschlüsse

Mahnmal "Einschlüsse"

EINSCHLÜSSE heißt der Siegerentwurf von Roland Fuhrmann im Wettbewerb für einen Erinnerungsort für die Opfer der Gerichtsbarkeit der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) und der später von der DDR Staatssicherheit übernommenen Einrichtungen 1945-89 am Roedeliusplatz. Weitere Informationen

Amtsgericht vor 1945

Amtsgericht vor 1945

Der Bezirk Lichtenberg (Bezirksamt, Bezirksverordnetenversammlung) hat sich zum Ziel gesetzt, die Geschichte der von 1945 bis 1989 am Roedeliusplatz angesiedelten Institutionen im Rahmen eines Runden Tisches aufzuarbeiten und einen Erinnerungs- und Gedenkort für die Opfer der Gerichtsbarkeit der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) und der später von der DDR Staatssicherheit übernommenen Einrichtungen am Roedeliusplatz sowie einen Ort der politischen Bildung zu schaffen.

Im Zuger der Neugestaltung des Platzes wurden Info-Tafeln aufgestellt die Auskunft geben über die Geschichte der den Platz umrahmenden Gebäude, ebenfalls wurde das Mahnmal “Einschlüsse” errichtet.

Künstlerischer Wettbewerb zum Mahnmal

Ziel des Wettbewerbes ist ein künstlerisches Denkzeichen, dass auf den Standort, die Gebäude (Amtsgericht, Finanzamt, Gefängnis, Schottstr. 6) und deren Geschichte verweist. Das Denkzeichen soll sich in die Platzsituation einpassen und im Kontext zur Koptisch-Orthodoxen Kirche St. Antonius stehen. Auf elektronische Hilfsmittel soll verzichtet werden.

Aus dem Wettbewerb ging das Mahnmal “Einschlüsse” des Künstlers Roland Fuhrmann hervor. Das Manhmal wurde 2023 eingeweiht. Auf dem Boden vor dem Denkzeichen wurde eine Widmung und ein gemeinsames Logo mit dem Verweis auf die Informationstafeln sowie die ergänzenden Internetinformationen (bspw. über einen QR-Code) angebracht.

Vom künstlerisch gestalteten Denkzeichen wird mit kreativen Mitteln auf die mit Info-Tafeln versehenden Gebäude verwiesen.

Roedeliusplatz - Einschlüsse

Das Mahnmal "Einschlüsse"

Vier Abdrücke der Innenseiten von Zellentüren sind ineinander gekeilt und zusammengerückt. Sie stehen für jene vier umstehenden Gebäude des Roedeliusplatzes, in deren Kerkern und Kellern Menschen widerrechtlich eingeschlossen und willkürlich verurteilt wurden.

„Einschlüsse“, eingelassene Okulare in den Türen imaginieren die Freiheitssehnsucht der Eingeschlossenen. Einblicke in Einzelschicksale schaffen den Durchblick. Sie zeugen von widerfahrenem Unrecht, Willkür und Tod. Diese Schicksale wollen eins nach dem anderen entdeckt, erschlossen und entschlüsselt werden. Der Gedenkort ist partizipativ. Er weckt Neugier, hält das Interesse am Leid der Entrechteten wach und sensibilisiert das Unrechtsempfinden künftiger Generationen.

Passanten umstehen den zeichenhaften Denkort. Sie stehen vor den Innenseiten jener einstmals unüberwindbaren Kerkertüren, blicken in die Geschichte und versetzen sich hinein in die Lage der politischen Häftlinge. Inhaltlich gefesselt verharren die Passanten vor den Türen und werden moralisch einbezogen. Gedanklich eingeschlossen verschmelzen sie für einen Moment mit dem Gedenkort.

Der Künstler Roland Fuhrmann

Vita des Künstlers Roland Fuhrmann

1991–95 Studium Bildende Kunst an der Burg Giebichenstein, Kunsthochschule Halle
1995–97 Studium Multimedia an der Ecole Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris bei Christian Boltanski
1997 Diplom für Bildende Kunst
2012-2018 Promotion an der TU Dresden
2019-2021 Mitglied im Sachverständigenkreis Kunst am Bau der Bundesregierung
seit 1998 freiberuflich als Bildender Künstler in Berlin
seit 2019 Stellvertreter im Bratungsausschuss Kunst (BAK) der Senatsverwaltung Kultur und Europa, Berlin
Mitglied im im BBK und im Deutschen Künstlerbund

Fachbereichsleitung und Leitung Museum Lichtenberg
Daniela Bell (kommissarisch)