Vier Abdrücke der Innenseiten von Zellentüren sind ineinander gekeilt und zusammengerückt. Sie stehen für jene vier umstehenden Gebäude des Roedeliusplatzes, in deren Kerkern und Kellern Menschen widerrechtlich eingeschlossen und willkürlich verurteilt wurden.
„Einschlüsse“, eingelassene Okulare in den Türen imaginieren die Freiheitssehnsucht der Eingeschlossenen. Einblicke in Einzelschicksale schaffen den Durchblick. Sie zeugen von widerfahrenem Unrecht, Willkür und Tod. Diese Schicksale wollen eins nach dem anderen entdeckt, erschlossen und entschlüsselt werden. Der Gedenkort ist partizipativ. Er weckt Neugier, hält das Interesse am Leid der Entrechteten wach und sensibilisiert das Unrechtsempfinden künftiger Generationen.
Passanten umstehen den zeichenhaften Denkort. Sie stehen vor den Innenseiten jener einstmals unüberwindbaren Kerkertüren, blicken in die Geschichte und versetzen sich hinein in die Lage der politischen Häftlinge. Inhaltlich gefesselt verharren die Passanten vor den Türen und werden moralisch einbezogen. Gedanklich eingeschlossen verschmelzen sie für einen Moment mit dem Gedenkort.