Bild: craft by creatives
1. Preis
Barkow Leibinger Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin, mit fabulism GbR, Landschaftsarchitektur, Berlin Weitere Informationen
Das landeseigene Brücke-Museum in Berlin Steglitz-Zehlendorf soll saniert und um einen Neubau erweitert werden. Es besitzt die weltweit größte zusammenhängende Sammlung der Künstlergruppe Brücke und eine der bedeutendsten Sammlungen zum deutschen Expressionismus. 1967 nach einem Entwurf von Werner Düttmann erbaut, weist das seit 1995 denkmalgeschützte Gebäude insbesondere bei der Gebäudetechnik und -hülle erheblichen Sanierungs- und Modernisierungsstau auf. Außerdem besteht dringender Bedarf an einer Erweiterung der Ausstellungs- und Depotflächen für die gewachsene Sammlung sowie der Flächen für Service, Verwaltung und Betrieb, Bildungs-, Vermittlungs- und Forschungsarbeit.
Ziel des Realisierungswettbewerbs ist die Entwicklung eines denkmalgerechten Sanierungs- und Erweiterungskonzepts, das anschließend durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen (Abteilung V Hochbau) umgesetzt wird. Das Brücke-Museum soll zukünftig als zeitgerechtes, hochwertig gestaltetes Ensemble aus Bestands- und Erweiterungsbau der Präsentation, Vermittlung und Aufbewahrung seiner umfangreichen Sammlung, steigenden Besucherzahlen und heutigen Arbeitsplatzanforderungen gerecht werden.
Es gehört zu den bedeutendsten Museen für die klassische Moderne: Das Brücke-Museum in Berlin-Dahlem ist ein einzigartiger Ort von internationaler Wahrnehmung, an dem die expressionistische Kunst der frühen Moderne bewahrt, erforscht und präsentiert wird. 1967 wurde es in Folge einer ersten bedeutenden Schenkung des Brücke-Künstlers Karl Schmidt-Rottluff nach einem Entwurf des Architekten und damaligen Senatsbaudirektors Werner Düttmann errichtet. Düttmanns Entwurf geht auf den Wunsch Schmidt-Rottluffs nach größter Einfachheit des Gebäudes wie auch einem intensiven Dialog mit dem ersten Direktor des Museums Leopold Reidemeister zur idealen Präsentation der Bilder der Brücke-Künstler ein. Das Gebäude zeichnet sich noch heute durch eine Atmosphäre von lichter Weite und großer Intimität aus, die auch zu einem Markenzeichen des Ortes gehört. In den 1980er Jahren wurde es erstmals erweitert und seit 1990 immer wieder kleineren Umbau-, Sanierungs- und Bauunterhaltsmaßnahmen unterzogen. Längst entsprechen weder das heutige Flächenangebot noch die technischen Anlagen den heutigen Ansprüchen an einen musealen Ausstellungsbetrieb. Es wäre verkürzt, den Handlungsbedarf allein auf die Gebäudesanierung zu beschränken. Der Museumsbetrieb hat sich in den vergangenen fünfzig Jahren grundlegend gewandelt: Die moderne museale Praxis hat das Museum als Ort der Kultur um Funktionen einer Bildungseinrichtung erweitert. Das Brücke-Museum ist heute ein lebendiger Ort für ein vielfältiges Publikum in Berlin. Nach wie vor besuchen viele ältere Menschen das Museum, doch vor allem Familien mit Kindern, Schul- und Studienklassen sowie Gruppen von Seniorinnen und Senioren prägen heute ein ausgesprochen lebendiges Haus.
Unter den aktuellen Gegebenheiten werden im Brücke-Museum jährlich drei bis vier wechselnde thematische Präsentationen erarbeitet, die unterschiedliche Perspektiven auf die Sammlung zeigen. Eine dauerhafte Präsentation der international bedeutenden Sammlung wird jedoch erst durch ein erweitertes Raumangebot möglich. Ausgehend vom denkmalgeschützten Bestand soll das Brücke-Museum zu einem modernen Museum weiterentwickelt werden, das auf einer verdoppelten Ausstellungsfläche Raum für eine Dauer- und Wechselausstellungen bietet. Es sollen überdies zusätzlich Räume für die Vermittlungsarbeit und der Größe der Sammlung angemessene Depotflächen geschaffen sowie mit Café und Museumsshop das Haus für die internationale Besucherschaft noch attraktiver gestaltet werden. Im Zuge dieser Erweiterung wird der Bestand grundlegend saniert und technisch modernisiert.
Im Mittelpunkt dieses Wettbewerbs steht die Auseinandersetzung mit der Frage, wie der bedeutende Bau Werner Düttmanns in einer zeitgenössischen Architektursprache denkmalgerecht erweitert werden kann. Das bestehende Ensemble mit dem benachbarten, ebenfalls denkmalgeschützten Kunsthaus Dahlem soll im Sinne eines Museumscampus gestärkt werden. Es gehört zu den zentralen konzeptionellen Fragen, mit welcher architektonischen Haltung eine bauliche Erweiterung zwischen den zwei gegensätzlichen Baudenkmalen vermitteln kann.
Dass der gesamte Museumskomplex den Anforderungen an ein modernes Museum entsprechen und baulich Antworten auf die Herausforderungen von Klimaschutz und Nachhaltigkeit geben muss, ist weit mehr als ein technisch-funktionales Erfordernis – es ist Auftrag, der Nutzerschaft diese Relevanz in einem öffentlichen Gebäude zugänglich zu machen. Demnach sind bereits in der frühen Planungsphase anspruchsvolle Zielvorgaben zum energieeffizienten und nachhaltigen Bauen zu berücksichtigen.
Für die Planung und Realisierung wird ein Generalplanungsteam gesucht, das die Sanierung des Denkmals und die Erweiterung ganzheitlich bearbeitet.
PDF-Dokument (182.5 kB)
Hinweis: Änderung der Abgabetermine der 1. Phase
PDF-Dokument (2.0 MB)
PDF-Dokument (20.0 MB)
Kategorie
Architektur, Landschaftsarchitektur
Typologie
Kultur
Ort
Steglitz-Zehlendorf Berlin
Verfahrenstitel
Erweiterung und Sanierung Brücke-Museum
Verfahrensart
Offener, zweiphasiger, hochbaulicher, freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb
Teilnehmerkreis
1. Phase Architekt:innen
2. Phase Architekt:innen mit Landschaftsarchitekt:innen
Auslober:in
Land Berlin vertreten durch die
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
In Abstimmung mit:
Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt
Brücke-Museum
Bauherr:in
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Abteilung V Hochbau
Fehrbelliner Platz 4
10707 Berlin
Auftraggeber:in
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Abteilung V Hochbau
Fehrbelliner Platz 4
10707 Berlin
Ausgewählter Beitrag
Barkow Leibinger Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
fabulism GbR, Landschaftsarchitektur, Berlin
Phase 1:
Ausgabe der Unterlagen
Ortsbesichtigung
Frist für schriftliche Rückfragen
Digitale Abgabe Plan und Unterlagen
Physische Abgabe Plan und Unterlagen
Physische Abgabe Modell
Preisgerichtssitzung
27.03.2026
02.04.2026
07.04.2026, 16:00 Uhr
11.05.2026, 16:00 Uhr
13.05.2026, 16:00 Uhr (Eingangsstempel)
18.05.2026, 16:00 Uhr (Eingangsstempel)
01. und 02.06.2026
Phase 2:
Frist für schriftliche Rückfragen
Rückfragenkolloquium
Abgabe der Pläne (Poststempel) und digitale Unterlagen
Abgabe des Modells
Preisgerichtssitzung
Ausstellung
15.06.2026, 16:00 Uhr
19.06.2026
31.07.2026, 16:00 Uhr
31.07.2026, 16:00 Uhr
02.09.2026
29.09.-09.10.2026
PDF-Dokument (23.9 MB)
Bild: SenStadt
Die Entwürfe beider Wettbewerbsphasen werden ab Ende September 2026 in einer öffentlichen Ausstellung präsentiert:
29. September – 09. Oktober 2026, Mo-Fr von 11 -19 Uhr
Eröffnung: 28. September 2026, 18.00 Uhr
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Fehrbelliner Platz 4, Raum 4151
10707 Berlin
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Referat Architektur, Stadtgestaltung, Wettbewerbe