2. Preis im Wettbewerb

2. Preis: 27.000,00 €

heneghan peng architects, Dublin, Irland
Shih-Fu Peng, Doreen Adler, Cormac Miller

Juca Landschaft und Architektur, Berlin
Carolin Fickinger

adb Steffen Obermann Büro für Architektur, Denkmalpflege und Bauforschung, Berlin
Steffen Obermann, Lauritz Ewerien, David Keogh

Fachplanung/ Beratung:

Ingenieurgruppe Bauen, Berlin
Simeon Burkhardt, Frank Ohm

  • Beurteilung durch die Jury

    Die Arbeit entwickelt ein städtebaulich klares und eigenständiges Gebäude, das sich überzeugend in das bestehende Ensemble einfügt. Positiv bewertet wird insbesondere die schmale und reduzierte Anbindung an den Bestand. Die gewählte Distanz wahrt die Eigenständigkeit des Neubaus. Gezielte Blicke in Landschaft und Natur stärken die atmosphärische Qualität und die Verbindung von Architektur und Freiraum.

    Der stützenfreie Ausstellungsraum bietet hohe Flexibilität für unterschiedliche Ausstellungssituationen. Die beiden großen Fenster schaffen Aufenthaltsqualitäten und verbinden Kunst und Natur auf selbstverständliche Weise. Kritisch wird die funktionale Organisation gesehen: Die Verteilung der Büros auf zwei Gebäude führt zu einer wenig kompakten Betriebsstruktur; Besucherservice, Vermittlung und Café lassen sich nicht zusammenschalten. Die sehr präsente Anlieferung vor dem Café des Kunsthauses Dahlem beeinträchtigt die Aufenthaltsqualität. Auch die Erweiterung des Hausmeisterhäuschens erscheint im Gesamtkonzept nicht vollständig überzeugend. Die verfügbare Hängefläche im Ausstellungsraum ist vergleichsweise begrenzt. Die Verlagerung der WCs aus dem Bestand verbessert zwar Besucherfluss und Orientierung im Foyer, führt jedoch zu längeren Wegen und funktionalen Nachteilen.

    Der freiraumplanerische Ansatz überzeugt durch den behutsamen Umgang mit dem lichten Hallenwald. Dieser wird weitestgehend erhalten und durch Pflege und punktuelles Auslichten weiterentwickelt, wodurch differenzierte Ausblicke in die Landschaft entstehen. Die Setzung des Neubaus ermöglicht zudem den Erhalt des Waldrundgangs. Auch die Lage des Cafés ist räumlich und atmosphärisch gut gelöst und schafft einen qualitätsvollen Aufenthaltsort mit unmittelbarem Naturbezug.

    Die denkmalfachlichen Belange werden – soweit im Verfahren möglich – grundsätzlich berücksichtigt, auch wenn die Distanz zwischen Kunsthaus Dahlem und Neubau mitunter kritisch ist. Denkmalfachlich begrünt wird der erhaltene Bezug zwischen Ausstellungsräumen im Bestand und Wald.

    Teilweise werden die Kriterien des nachhaltigen Bauens berücksichtigt. Der Baukörper erscheint kompakt und wird da wo möglich aus nachwachsenden Rohstoffen erstellt. Die großen Öffnungen in der Ausstellung tragen zu erhöhten thermischen Lasten bei, das fehlende Sonnenschutzkonzept bestärkt diese. Die Möglichkeit für eine Querlüftung und Nachtluftkühlung der Arbeitsplätze im Verwaltungsbereich wurde nicht umgesetzt. Die Energiebedarfsdeckung erscheint mäßig. Die ausschließliche Integration von PVFlächen in das Sheddach wirkt unzureichend.

    Insgesamt überzeugt die Arbeit durch ihre städtebauliche Klarheit, die architektonische Konzeption und die sensible Einbindung in den Landschaftsraum. Die Verbindung von Kunst, Architektur und Natur schafft eine besondere atmosphärische Qualität. Schwächen zeigen sich vor allem in der funktionalen Organisation und den daraus resultierenden betrieblichen Wegen.

  • 2. Preis Modellfoto 1

    Modellfoto

  • 2. Preis Modellfoto 2

    Modellfoto

  • 2. Preis Perspektive 1

    Perspektive

  • 2. Preis Perspektive 2

    Perspektive

  • 2. Preis Perspektive 3

    Perspektive

  • 2. Preis Perspektive 4

    Perspektive

  • 2. Preis Lageplan

    Lageplan

  • 2. Preis Grundriss EG

    Grundriss EG

Kontakt

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Referat Architektur, Stadtgestaltung, Wettbewerbe