1. Preis im Wettbewerb

1. Preis: 43.000,00 €

Barkow Leibinger Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
Sven Hecht, Francesca Robustelli, Katrin Voermanek, Andreas Moling

fabulism GbR, Landschaftsarchitektur, Berlin

Fachplanung/ Beratung:

Peter Stanek, Berlin

Licht Kunst Licht AG, Berlin
Andreas Schulz, Julian Diaz

Transsolar Energietechnik GmbH, Stuttgart
Felix Thumm, Lola Abalos


SCHNETZER PUSKAS BERLIN GMBH, Berlin
Kai Petzold

Architekturhistorische Beratung: Kerstin Wittmann-Englert

  • Beurteilung durch die Jury

    Das, eingebettet in die umgebende Landschaft, nun mit einem Erweiterungsbau zu ergänzende Kulturensemble von Kunsthaus Dahlem und dem 1967 erbauten Brücke-Museum überzeugt die Jury durch seine präzise städtebauliche Setzung und seine maßstäblich angemessene Anbindung an das bestehende Museum.

    Die Jury bewertet die sich wie selbstverständlich ergebenden Wege in die Museumerweiterung als besonders positiv. Durch den vertrauten Haupteingang kommend, werden die Besucherinnen und Besucher durch das Foyer, am bereits bestehenden Ausstellungsraum vorbei durch einen lichten Cafébereich in den neu zu errichtenden Bauteil geführt, wo sich die neuen Ausstellungsräume, aber auch Vermittlungssaal und Studienraum befinden. Alles ebenerdig, offen für die Besucherinnen und Besucher, barrierefrei und mit allseitigen Gartenausblicken durch großzügige Verglasungen verbunden.

    Die Jury würdigt im Besonderen die maßstäbliche baukörperliche Ausdifferenzierung des Erweiterungsbaus, der sich in vier miteinander verbundene Einzelbauten gliedert. Höhengestaffelt, größendifferenziert, mit unterschiedlichen Dachüberstanden kompositorisch beendet, setzt sich der Neubau in einen fruchtbaren Dialog mit dem Denkmalbestand. Und dies sowohl zum Innenbereich des Kulturcampus hin als auch zur Westseite, den angrenzenden Grunewald.

    Funktional äußerst sinnvoll sind die im Untergeschoß angesiedelten Nebennutzungen mit Anlieferung, Depot, Werkstätten, Lager in den nicht tagesbelichteten Räumen und die Arbeitsräume für Teile der Verwaltung und den Hausmeister in den aus der Topografie heraus gewonnenen tagesbelichteten Räumen. Im ehemaligen Pförtnerhaus wird ebenso ein Teil der Verwaltungsräume untergebracht.

    Dem Freiraum zwischen dem Kunsthaus Dahlem und dem Ergänzungsbau kommt eine besondere gliedernde und gestalterische Bedeutung für die Gesamtanlage zu. Insofern ist es in keinem Falle darstellbar, dass die Anlieferung für das Brücke Museum als dienende Funktion derart prominent angeordnet wird. Zumal sich an der Westseite des Kunsthaus Dahlem, anders als in den Plänen dargestellt, dessen Haupteingang befindet.

    Die in den Plänen dargestellten kleinen atmosphärischen Nutzungspiktogramme geben einen positiven Raumeindruck für das Eingangs-Foyer und das Café Düttmann, die insgesamt einen intimen Raumcharakter ausweisen. Der Übergangsbereich zwischen Bestandsbau und Neubau wird insofern in Frage gestellt, als dass der Shop in seiner Funktionalität mangelhaft ist. Die Fassaden erhalten ihre haptische Stofflichkeit und warme Farbigkeit als Stampflehmwände, der direkt an Ort und Stelle aus dem Baugrund gewonnen werden soll.

    Die Jury diskutiert das vorgeschlagene wartungsarme Materialkonzept mit einer Stahlbetonkonstruktion in erdberührten und belasteten Bereichen, tragenden Innenund Außenwänden als Stampflehmkonstruktion ob seiner Schlüssigkeit sowie die vereinfachte Darstellung der Geschoßdecke, die nicht die notwendigen Aufbauten für eine Museumsnutzung zeigt und daher in der weiteren Planung zu überprüfen ist.

    Der überzeugende Freiraum als Park ist konzeptionell gut entwickelt und die vorgesehenen Nutzungsangebote sind dem Ort angemessen. Für die Museumsinnenräume werden die quantitativ nicht ausreichenden Ausstellungswandflächen ebenso kritisiert, wie die Tageslichtdecken in einer Kombination mit den geschoßhohen Fassadenöffnungen.

    Insgesamt erfüllt diese Wettbewerbsarbeit die in der Auslobung genannten Anforderungen an eine qualitätvolle räumliche Fortschreibung und ein richtiges Maß an Nähe und Distanz zwischen Alt und Neu mit großer architektonischer Gelassenheit und einfacher konstruktiver Ruhe.

    Die denkmalfachlichen Belange werden – soweit im Verfahren möglich – grundsätzlich berücksichtigt, auch wenn die Distanz zwischen Kunsthaus Dahlem und Neubau mitunter kritisch ist.

    Der Entwurf berücksichtigt die Aspekte des nachhaltigen Bauens bedingt. Der Vorschlag der Zusammenlegung von Studiensaal (natürlich belüftet) und Bibliothek (konditioniert) mit raumgroßen Öffnungen nach Nord-West erscheint raumklimatisch ungünstig. Die Büroflächen im Untergeschoss weisen keine Möglichkeit der Querlüftung auf und die Tageslichtverfügbarkeit im hinteren Bereich (Besprechungsraum) wirkt ungünstig. Das Konzept der Tageslichtverfügbarkeit im Erdgeschoss besonders in den Ausstellungsräumen wurde mit den großen Fassadenöffnungen und einem nutzungsunabhängigen Sheddach überdimensioniert und wirkt sich negativ auf den Energiebedarf aus. Unterstützt wird das Überhitzungspotential durch das ineffiziente Sonnenschutzkonzept bei raumhohen Verglasungen. Die in das großflächige Sheddach integrierte PV-Fläche wirkt sich positiv auf die Energiebedarfsdeckung aus.

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  • 1. Preis Lageplan

    Lageplan

  • 1. Preis Grundriss EG

    Grundriss EG

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Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Referat Architektur, Stadtgestaltung, Wettbewerbe