Anerkennungen im Wettbewerb

Anerkennung

ARGE NOTO, Hamburg + Büro Wortmann Gork, Berlin
Maike Basista, Anna Wortmann, Christian Gork, Henrik Becker,
Jacob Jansen, Zhiwei Liu, Lenny Zivkovic, Nele Martens

POLA Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin
Jörg Michel, Sara Perovic, Stefan S. Weber

Fachplanung/ Beratung:

DREWES + SPETH Beratende Ingenieure im Bauwesen Part mbB, Hannover
Martin Speth

Transsolar Energietechnik GmbH, Stuttgart
Matthias Schuler

FEUERSCHILD BRANDSCHUTZ GmbH, Berlin
Johanna Schack, Meike Voigt

  • Beurteilung durch die Jury

    Aus städtebaulicher Sicht zeugt das Projekt von einer gründlichen Analyse des Umfelds, indem es eine Spannung zwischen dem Bereich des Haupteingangs und dem neuen Bauwerk schafft, das zum Tal hin ausgerichtet ist. Das Projekt sieht nämlich eine Neugestaltung des Eingangsbereichs vor, wobei das Café im ehemaligen Hausmeisterhaus untergebracht wird. Dies ermöglicht eine öffentliche Nutzung, die unabhängig von den Öffnungszeiten des Museums ist und schafft eine Schnittstelle zum Umfeld. Von hier aus beginnt der Rundgang des Besuchers durch das Düttmann-Museum in Richtung des Neubaus, der Sichtachsen in Richtung Tal eröffnet.

    Ein positiver Aspekt des funktionalen Konzepts ist die Tatsache, dass sich der Ausstellungsrundgang im bestehenden und im neuen Gebäude auf derselben Ebene befindet. Der Erlebnisablauf verläuft nahtlos. Ein kritischer Aspekt ist aber die Anordnung der Ausstellungsräume im neuen Gebäude. Dieser wie eine Pergola wirkende Baukörper scheint in der Tat ein dekoratives Element zu sein, das die Fassade stört.

    Nicht überzeugend ist auch die Lage der Cafeteria am Eingang, die zwar einen öffentlichen Übergangsbereich zur Stadt bildet, aber weit vom Vermittlungsraum entfernt ist.

    Der Entwurf hat eine industriellen Formensprache, bei der die Überdachung der Räume aus einer Shed-Konstruktion besteht. Diese Auswahl der Materialien passt nicht zu der Umgebung. Ebenfalls nicht überzeugend ist die Aufteilung der Fassadenstruktur.

    Der Wechsel vom großmaßstäblichen Waldraum und den kleinen Gärten und Höfen ist eine überzeugende Haltung im Umgang mit dem Freiraum. Nicht besonders überzeugend ist die Choreografie der Erschließung.

    Generell hebt sich der Neubau formal und volumetrisch vom Gebäude des Brücke-Museums ab. Dadurch kommt die Originalität des bestehenden Museums besser zur Geltung. Der Verbindungsflur ist nicht überzeugend, da er auf einer Seite geschlossen ist und keinen Blick auf den Garten bietet. Räumlich betrachtet schafft der Neubau im Grundriss eine neuartige Abfolge von Ausstellungsräumen und verleiht dem Ausstellungsrundgang eine besondere Erlebnisqualität. Nicht überzeugend ist jedoch die Höhe des neuen Gebäudes, die das Brücke-Museum überragt und daher vom Bussardsteig aus zu gut sichtbar ist.

    Der Wechsel vom großmaßstäblichen Waldrand, dem kleinen Garten und den Hofräumen ist eine überzeugende Haltung im Umgang mit dem Freiraum. Nicht überzeugen vermag ebenfalls die Geografie der Erschließung. Die denkmalfachlichen Belange werden – soweit im Verfahren möglich – grundsätzlich berücksichtigt. Kritisch sind die geplanten Eingriffe im Foyer wie auch die angedeuteten Maßnahmen im Umgang mit der Fassade des Bestandsgebäudes.

    Der mittlere Fensterflächenanteil lässt eine gute Tageslichtverfügbarkeit zu, günstig erscheint ebenfalls die Wahl der Baustoffe. Das Café wird durch den hohen Glasflächenanteil nach Süd/West ein hohes Überhitzungspotential aufweisen. Ebenfalls wirkt sich die große Öffnung im Westen mit hohen Wärme- und Kälteeinträgen negativ auf die konditionierte Ausstellungsfläche dahinter aus. Für eine mittlere Energiebedarfsdeckung wurde Photovoltaik in das Sheddach über der Ausstellungsfläche integriert.

  • Anerkennung NOTO Wortmann Gork Modellfoto 1

    Modellfoto

  • 2. Preis Modellfoto 2

    Modellfoto

  • Anerkennung NOTO Wortmann Gork Perspektive 1

    Perspektive

  • Anerkennung NOTO Wortmann Gork Perspektive 2

    Perspektive

  • Anerkennung NOTO Wortmann Gork Perspektive 3

    Perspektive

  • Anerkennung NOTO Wortmann Gork Perspektive 4

    Perspektive

  • Anerkennung NOTO Wortmann Gork Lageplan

    Lageplan

  • Anerkennung NOTO Wortmann Gork Grundriss EG

    Grundriss EG

Anerkennung

FRÖLICHSCHREIBER Architekten GmbH, Berlin
Benjamin Eberhardt, Leopold Baum, Georg Mewes, Catherin Nunez,
Janosch Becke, Meret Lange, Leah Auracher

Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden
Martin Mengs, Annemarie Henssler

Fachplanung/ Beratung:

fd-Ingenieure, Berlin

Innius RR GmbH, TGA-Planung Bauphysik, Rossbach v.d.H.

  • Beurteilung durch die Jury

    Der Neubau schließt mit Bedacht an den Bestand des Brücke-Museum an und schafft über einen ebenerdigen Verbindungsbau den Annex an einen klar ablesbaren, wohl proportionierten Baukörper als Ausstellungsraum im Park mit Einbindung des funktionalen Bürotraktes in die Landschaft. Entsprechend der Nutzung als Ausstellungsraum zeigt sich eine geschlossene Typologie, welche im Zusammenspiel mit Verbindungsbau und Kunsthaus Dahlem ein stimmiges Ensemble mit hoher Aufenthalts- und Verweilqualität schafft. Während sich der Ausstellungsraum klar im Raum positioniert, nutzt der Gebäudeteil mit den Büror.umen und dienenden Bereichen die Topographie des Grundstücks und erhält somit die Eigenständigkeit des Bestandsgebäudes in seiner Kubatur wie auch die für den Bau identitätsprägenden Blickachsen aus den Innenräumen in den Freiraum.

    Der Anschluss des Verbindungsbaus geht respektvoll mit dem Bestand um, die räumlichen Zusammenhänge von Café und Vermittlungsraum, die als Einheit auch eigenständig genutzt werden können, wird positiv bewertet. Ebenso gut nachvollziehbar und funktional umgesetzt ist die Erschließung der Garderoben bis hin zu den Büroräumen im Untergeschoss. Auch ergeben sich aus der Kubatur des Ausstellungsraums viele Potentiale für die Museumsnutzung. Dieser Klarheit widersprechen die ausgegliederten Funktionen des Leitungsbüros und die Verlagerung der Hausmeisterräume in das Pförtnerhaus. Diese Zerklüftung von Funktionen ist nicht nachvollziehbar und stellt für den Betrieb große Herausforderungen dar.

    Kontrovers diskutiert das Preisgericht die Dachkonstruktion des Ausstellungsraumes sowie die Anmutung der Fassaden und gestaltprägenden Dachanschlüsse. Hierbei wird insbesondere die Sinnhaftigkeit der vollverglasten Eckräume im Ausstellungsraum kritisch hinterfragt. Die Jury sieht hierin eine widersprüchliche Ausformulierung des stringenten Neubaus. Bieten die klaren räumlichen Strukturen ein hohes Potential für Ausstellung und Museumsbetrieb, schwächen die Einschnitte und kleinteiligen Gesten das Risiko einer fehlenden Aussage und Strahlkraft.

    Die denkmalfachlichen Belange werden – soweit im Verfahren möglich – grundsätzlich berücksichtigt. Die Anbindung des Neubaus an das Bestandsfoyer vermag allerdings nicht zu überzeugen.

    Der Entwurf erscheint im Nachhaltigkeitsbereich mäßig. Raumklimatisch kritisch wirkt die Verwaltung aufgrund von fehlender Querlüftungsmöglichkeit, sowie der hohe Fensterflächenanteil des Vermittlungsraums nach Nord-West, er birgt ein erhöhtes Überhitzungspotential.

    Es wurde eine Idee zur Verschattung der Oberlichter im Ausstellungsbereich entwickelt, die Realisierbarkeit der Dachkonstruktion ist fraglich. Der Verbindungsbau zwischen Neuplanung und Bestand wird durch die Glasfassade erhöhte Transmissionswärmeverluste aufweisen. Der Energiebedarf wird durch horizontale PV-Flächen über der Ausstellungsfläche mäßig gedeckt.

    Besonders positiv diskutiert die Jury den Vorschlag im Umgang mit dem Freiraum. Die Wegeführung auf dem Grundstück entsprechend einem Landschaftspark in Kombination mit dem wertvollen Baumbestand formuliert einen eigenständigen Charakter und transportiert den Ort zukunftsfähig. Entgegen dieser angemessenen und würdigen Antwort in Städtebau und Freiraum, erscheint der vorgeschlagene Staudengarten als Dachdeckung des eingegrabenen Baukörpers manieriert und konterkarierend zur Grundidee.

    Insgesamt würdigt die Jury die sehr gute städtebauliche Positionierung des Neubaus und den Umgang mit dem Bestand. In Teilen bleibt jedoch die Funktionalität fraglich und der dem Ort angemessenen klaren Position steht die Frage nach Klarheit im Ausdruck des Erweiterungsbaus unbeantwortet gegenüber.

  • Anerkennung Froelichschreiber Modellfoto 1

    Modellfoto

  • Anerkennung Froelichschreiber Modellfoto 2

    Modellfoto

  • Anerkennung Froelichschreiber Perspektive 1

    Perspektive

  • Anerkennung Froelichschreiber Perspektive 2

    Perspektive

  • Anerkennung Froelichschreiber Perspektive 3

    Perspektive

  • Anerkennung Froelichschreiber Perspektive 4

    Perspektive

  • Anerkennung Froelichschreiber Lageplan

    Lageplan

  • Anerkennung Froelichschreiber Grundriss EG

    Grundriss EG

Anerkennung

rw+ Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
Daniel Haarmann, Clemens Gerritzen, Jule Gilde, Moritz Klimburg

YLA Ando Yoo Landschaftsarchitektur, Hamburg
M. Sc. Amanda Serrano Silvério, Ando Yoo

pin – planende ingenieure GmbH, Berlin
Tim Müller

Hartwich Bernhardt Ingenieure GmbH, Berlin
Arkadiusz Jaschke 



Fachplanung/ Beratung:

Peter Stanek, Berlin
Christian Richter

Transsolar Klima Engineering, Stuttgart
Stefanie Reuss

Helmboldt Modellbau, Berlin

  • Beurteilung durch die Jury

    Die horizontal gelagerte Komposition des Brücke-Museums wird nicht im Duktus des Bestandes behutsam erweitert und fortgeschrieben, sondern im Südwesten um ein kompaktes, freistehendes quadratisches Volumen von stattlicher Größe und Höhe ergänzt. Der neue Museumsbaustein schafft damit ein neues Gravitätszentrum und ein Gegengewicht zu der kubischen Masse des monumentalen Kunsthauses.

    Anstelle der Zergliederung des Raumprogramms in unterschiedliche Volumina gibt es die eine sehr dezidierte Geste. Statt Unterordnung unter das Baudenkmal wird das bestehende Museum um einen kraftvollen Baustein ergänzt, der die Beziehung zwischen dem Brücke-Museum und dem ehemaligen Breker Atelier neu definiert. Durch die Konzentration der Neubaumasse in einem Baukörper bleibt das historische Museum dreiseitig freigestellt und bleiben die für den Bau so wichtigen Ansichten und Beziehungen zum umgehenden Landschaftsraum unverstellt.

    Die selbstbewusste Ergänzung wurde im Preisgericht intensiv und kontrovers diskutiert, doch dürfte insgesamt die Erweiterung in dieser Form zu einer Überprägung des Bestandes führen. Die gewählte dezidierte Museumstypologie und die Höhe und Massigkeit des Neubaus sind aus Sicht des Preisgerichts eine unpassende Antwort auf die spezifische Eigenheit des Ortes wie der Aufgabenstellung.

    Mit der Eleganz seiner Durchbildung und der sorgfältigen Proportionierung ist der Neubau dennoch ein bemerkenswertes Architekturstück der Gegenwart. In seiner Typologie, den Materialen und Motiven nimmt er reflektiert Bezug auf die (Museums-) Architektur der 1960er Jahre. Insbesondere verweist der schwebend anmutende abstrakte Körper über einem verglasten Erdgeschoss auf Werner Düttmanns Akademie der Künste am Hanseatenweg.

    Das anspruchsvolle Raumprogramm wird selbstverständlich und schlüssig organisiert. Im Erdgeschoss sind das Café und die Vermittlung in einem offenen Raumkontinuum leicht zugänglich angeordnet und auf den Zwischenraum zwischen Brücke-Museum und Kunsthaus orientiert. Auf der Westseite zum Teich hin ist die Verwaltung in zweiter Reihe aber dennoch zentral angeordnet. Eine repräsentative Treppe führt vom Foyer in den Wechselausstellungsbereich im Obergeschoss. Um einen zentralen offenen Skulpturenhof sind gut proportionierte Galerien in einem geschlossenen Rundgang angeordnet, die nach den jeweiligen Erfordernissen als fließender Raum, als klassische Galerien oder Kompartimente freier Wahl gegliedert werden können. Vollflächige Lichtdecken ohne Tageslichtanteile sind eine gleichermaßen wirtschaftliche wie technisch flexible Lösung. Zwei großformatige Fenster inszenieren Ausblicke nach Norden und Süden.

    Im Untergeschoss sind die Bibliothek, Besucher-WCs, das Depot und weitere Funktionsräume des „Back of house“ über den zentralen Erschließungskern gut angebunden.

    Der Übergang zum Bestand erfolgt im Erdgeschoss auf kurzem Weg und lapidar vom historischen Foyer aus. Das Materialkonzept folgt in seinen Grundzügen mit Beton und geputzten weißen Wänden dem historischen Bau und setzt dennoch punktuell mit schwarzen Ziegeln, Holzdielen und Streckmetalldecken eigene Akzente.

    Denkmalfachlich wird der Beitrag als nicht adäquate Antwort auf das Ensemble von Brücke-Museum und Kunsthaus Dahlem bewertet. Größe als auch Ausdruck zerstören die Charakteristika des Ortes.

    Dieser Entwurf berücksichtigt die Aspekte des nachhaltigen Bauens. Der Baukörper ist kompakt und setzt mit einem geringen Fensterflächenanteil in Ost/West-Richtung gezielt Öffnungen für einen Außenbezug. Eine formale Gebäudeintegration der Photovoltaik-Flächen ist nicht vorhanden. Die potenzielle PV-Fläche ist mäßig, daraus ergibt sich eine mittlere Energiebedarfsdeckung.

    Der reduzierte, also zurückhaltend gestaltete Umgang mit dem Freiraum wird positiv bewertet. Die Neupflanzung von Bäumen wird dezidiert ausgewiesen. Der Zwischenraum zum Kunsthaus wird durch Plattenbeläge und wassergebundene Flächen im Sinne der aktiveren Nutzbarkeit ausgestaltet. Die vorgesehenen Neupflanzungen könnten mehr Identität entwickeln.

    Insgesamt wird der Entwurf kontrovers diskutiert. Denn auch wenn es einerseits gelingt, die funktionalen Anforderungen sehr gut zu erfüllen, so wird die Wirkmächtigkeit des Neubaus als Teil des Ensembles als entschieden zu dominant empfunden und der Sensibilität des Ortes schlussendlich nicht hinreichend gerecht.

  • Anerkennung rw+ Modellfoto 1

    Modellfoto

  • Anerkennung rw+ Modellfoto 2

    Modellfoto

  • Anerkennung rw+ Perspektive 1

    Perspektive

  • Anerkennung rw+ Perspektive 2

    Perspektive

  • Anerkennung rw+ Perspektive 3

    Perspektive

  • Anerkennung rw+ Perspektive 4

    Perspektive

  • Anerkennung rw+ Lageplan

    Lageplan

  • Anerkennung rw+ Grundriss EG

    Grundriss EG

Kontakt

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Referat Architektur, Stadtgestaltung, Wettbewerbe