Gemeinsam eröffnen die künstlerischen Positionen neue Perspektiven auf Archive, die sich aus Erfahrung, Erinnerung und Wahrnehmung speisen und die Körper, Orte und Materialien zu Träger:innen von Geschichte(n) und Wissen erklären. Dabei treten Archive als offene Prozesse des Erinnerns, Übersetzens und Weitergebens in Erscheinung.
Den Zeichnungen auf gebrauchtem Schleifpapier, die Ali Rıza Ceylan seit über 40 Jahren realisiert, sind Erfahrungen von industrieller Arbeit, Migration und rassistischer Gewalt eingeschrieben. Sie führen Kunst als Akteurin von Erinnerung, Reflexion und Widerstandskraft vor Augen.
Hadas Tapouchi untersucht mit ihrer fotografischen und installativen Arbeit Poznań Force, wie ehemalige Orte nationalsozialistischer Zwangsarbeit bis heute im Stadtraum und in ländlichen Gebieten fortwirken. Architekturen und Landschaften treten dabei als Trägerinnen von Geschichte und Erinnerung in Erscheinung. https://www.hadastapouchi.com
Für die Langzeitperformance Ad hoc Re-Performance Berlin von Anna Berndtson werden Berliner Künstlerinnen und Künstler über einen Open Call eingeladen, eigene bereits realisierte Performances zur spontanen Wiederaufführung vorzuschlagen. Die Re-Performance der ausgewählten Arbeiten befragt Körper und Bewegung als lebendige Archive sowie Wiederholung als diskursive und gegenwärtige Praxis. https://annaberndtson.com
Im Rahmen ihrer künstlerischen Forschung erkundet Effrosyni Kontogeorgou den Geruch von Menschen an ihrem Arbeitsplatz. An den Übergängen zwischen materiellen und immateriellen Spuren räumlich-körperlicher Erfahrung entwickeln ihre Versuchsanordnungen unvorhersehbare Bilder mit individuellen, eigenwilligen Ästhetiken. https://effrosyni.net