In den ersten Jahren nach Fertigstellung des Rathaus Lichtenberg 1898 war hier auch die Polizeiverwaltung untergebracht. Sie befand sich im ersten Obergeschoss in den Räumen 106 und 106a des hinteren Traktes. Die Räume 105 und 108 waren Vernehmungszimmer. Der Raum 111 diente vermutlich als Arrestzelle.
Die Polizei war in dieser Zeit eng mit der Gemeindeverwaltung verwoben. Sie unterstand dem Gemeindevorsteher Oskar Ziethen. Zu den polizeilichen Aufgaben gehörten auch die Gesundheits- und Sozialfürsorge sowie die Gewerbe- und Bauaufsicht. Sie überwachte nicht nur politische Organisationen, sondern auch das Theater und die Presse. Das Einwohnermeldeamt und die Feuerwehr waren ihr ebenfalls angegliedert.
Nachdem Lichtenberg die Stadtrechte erhalten hatte, wurde sie 1908 zur königlichen Polizeidirektion und 1912 zum Polizeipräsidium erhoben. Die Polizei war nun nicht mehr Teil der Gemeindeverwaltung, sondern unterstand dem preußischen Staat und erhielt ein eigenes Gebäude in der Alfredstraße 3-5. Auch das Personal wurde erweitert und verteilte sich neben der Dienststelle in der Alfredstraße auf sechs Reviere. Im Zuge des Zusammenschlusses zu Groß-Berlin im Jahr 1920 wurde das Lichtenberger Polizeipräsidium zum Polizeiamt einer einheitlichen Berliner Polizeiverwaltung.
Rathaus Lichtenberg - ehemalige Polizeiverwaltung
Preußischer Polizeiwachtmeister mit Offizierssäbel
Bild: Rolf Selzer, www.seitengewehr.de
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Quelle:
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Polizeipräsidium Alfredstraße mit Einschusslöchern aus den Revolutionskämpfen 1919
Bild: Archiv Museum Lichtenberg