Gedenken an der Rummelsburger Bucht

Gedenkort-Rummelsburg

Auf dem großen Areal an der Hauptstraße 8 im Ortsteil Rummelsburg befanden sich zeitlich aufeinander folgend von 1879 bis 1990 verschiedene Anstalten, die vor allem der Reglementierung, Unterdrückung und Strafe dienten.

Aus Mitteln des Bezirksamts Lichtenberg wurde im Rahmen eines Wettbewerbs auf dem Geländer der “Gedenkort Rummelsburg” geschaffen. Schautafeln erinnern an die bewegende Geschichte des ehemals größeten deutschen Arbeitshauses und späteren DDR-Männergefängnisses.

Es besteht kein Zweifel daran, dass es sich um einen der geschichtspolitisch bedeutendsten Stätten in Berlin handelt, die in dieser Spezifik und Nutzungsfolge ohnegleichen in der Stadt ist.

21 Stelen zeigen anhand ausgewählter Biographien die Geschichte des Ortes vom deutschen Kaiserreich bis zur Friedlichen Revolution 1989.

1879 von der Stadt Berlin eröffnet, beherbergte das Arbeitshaus vorwiegend Bettler, Obdachlose und Prostituierte, die zur unentgeltlichen Arbeit auf den Feldern der Stadt gezwungen wurden. Nachdem Hitler an die Macht kam, wurde das Arbeitshaus zur „kommunalen Sammelanstalt“ für sog. „Asoziale“. Unter anderem wurden hier auch Euthanasiemorde der „Aktion T4“ durchgeführt.

Zur Zeit der DDR befand sich hier das zentrale Ost-Berliner Männergefängnis, unter den Inhaftierten waren hauptsächlich politische Häftlinge sowie Fluchthelfer aus dem Westen. Geplant war noch in den 1980er Jahren ein zentrales Gefängnis für alle ausländischen Häftlinge.

Vom Arbeitshaus über die DDR-Haftanstalt zum Gedenkort Rummelsburg

  • Arbeitshausanlage 1892
  • Arbeitshausanlage 1894
  • DDR-Haftanstalt Rummelsburg, Arrestzelle (aufgenommen im Stasi-Museum Normannenstraße)
  • DDR-Haftanstalt Rummelsburg
  • Begrenzungsmauer DDR-Haftanstalt Rummelsburg
  • Wohnbebauung um den ehm. Wasserturm
  • Wohnbebauung
  • Umbau der DDR-Haftanstalt.
  • Umbau der DDR-Haftanstalt.
  • Umbau der DDR-Haftanstalt.
  • Der neue Wohnort. Bild1
  • Der neue Wohnort. Bild 2

Rummelsburg-App

Die Rummelsburg-App thematisiert die Unterdrückung sozialer Randgruppen mit Rundgängen, historischen Fotoaufnahmen und Zeitzeugenberichten. Zudem gibt es Beiträge in Leichter Sprache und vertonter Form sowie eine englische Version. Ein Rundgang für Kinder und Jugendliche widmet sich dem Thema altersgerecht. Die App ist kostenfrei.