Drucksache - DS/1124/VIII  

 
 
Betreff: Dezentrale Regenwasserbewirtschaftung an unseren Schulen
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:BVO Bündnis 90/Die GrünenBVO Bündnis 90/Die Grünen
   
Drucksache-Art:Antrag zur BeschlussfassungAntrag zur Beschlussfassung
Beratungsfolge:
Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg von Berlin Entscheidung
21.02.2019 
27. Sitzung in der VIII. Wahlperiode der Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg von Berlin überwiesen   
Umwelt und Klimaschutz mitberatend
06.03.2019 
10. Sitzung in der VIII. Wahlperiode des Ausschusses Umwelt und Klimaschutz vertagt   
08.05.2019 
13. Sitzung in der VIII. Wahlperiode des Ausschusses Umwelt und Klimaschutz      
Haushalt und Personal Entscheidung
13.03.2019 
28. Sitzung in der VIII. Wahlperiode des Ausschusses Haushalt und Personal vertagt   
10.04.2019 
29. Sitzung in der VIII. Wahlperiode des Ausschusses Haushalt und Personal vertagt   
09.05.2019 
30. Sitzung in der VIII. Wahlperiode des Ausschusses Haushalt und Personal      
Schule und Sport mitberatend
19.03.2019 
28. Sitzung in der VIII. Wahlperiode des Ausschusses Schule und Sport vertagt   
16.04.2019 
29. Sitzung in der VIII. Wahlperiode des Ausschusses Schule und Sport      

Sachverhalt
Anlagen:
Antrag BVO Bündnis 90/Die Grünen PDF-Dokument
Stellungnahme Schule und Sport PDF-Dokument
Stellungnahme AS Umwelt/Klima PDF-Dokument

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

 

Das Bezirksamt wird ersucht an allen Schulen des Bezirks, bei denen in den kommenden Jahren Sanierungs- und Baumaßnahmen anstehen, eine dezentrale Regenwasserbewirtschaftung einzuführen. Statt das anfallende Regenwasser in die Kanalisation abzuleiten, soll es durch geeignete Maßnahmen (Versickerung, Dachbegrünungen, Nutzung als Grauwasser etc.) vor Ort genutzt werden. Entsprechende Entsiegelungen im Freigelände sind dabei vorzusehen.

An den übrigen Schulen sollen entsprechende Maßnahmen auf ihre Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit hin geprüft werden.

Hierbei ist die vom Senat gegründete „Berliner Regenwasseragentur“ für Beratung und Unterstützung mit einzubeziehen.

Zur Finanzierung solcher Vorhaben wird dem Bezirksamt vorgeschlagen, die Möglichkeiten und die Rentabilität von „Contracting“ zu prüfen, wie es bereits bei energetischen Sanierungen praktiziert wird.

 

Begründung:

Die starken Regenfälle der letzten Zeit haben noch einmal verdeutlicht, dass die überwiegende Einleitung von Regenwasser in die Kanalisation kontraproduktiv und dringend reformbedürftig ist, zumal mit den zu erwartenden Klimaverschlechterungen derart intensive und langanhaltende Regenfälle voraussichtlich häufiger auftreten werden.

Entsprechende Maßnahmen werden durch den Senat unterstützt, der sich programmatisch auf eine Förderung dezentraler Regenwasserbewirtschaftung festgelegt und dazu die Gründung einer stadtweiten Regenwasseragentur angekündigt hat.

Die Kosten entsprechender Maßnahmen verringern sich merklich, weil die von den Berliner Wasserbetrieben eingeforderte Regenwasserabgabe entfällt bzw. sich erheblich verringert. Bei gegenwärtigen Kosten von 1,80 € m², würde eine Modellschule (2500 m² Dach, 3.500 m² versiegelte Fläche) pro Jahr 10.800 € einsparen. Bei einer kalkulatorischen Nutzungsdauer von 20 Jahren ergäbe das ein Einsparvolumen von 216.000 €. Künftige Preissteigerungen bei der Regenwasserentwässerung sind dabei nicht berücksichtigt.

Das erforderliche Investitionsvolumen hängt selbstredend von den jeweiligen lokalen Gegebenheiten ab und muss in jedem Einzelfall geprüft und berechnet werden. Andererseits können ganz erhebliche Kosten eingespart werden, wenn ohnehin eine Umgestaltung der Außenanlagen geplant ist oder auch eine Sanierung der Gebäude und Freiflächen ansteht. Unter geschickter Ausnutzung der Gegebenheiten wären voraussichtlich an einer ganzen Reihe von Schulen solche Projekte selbst ohne Zuschüsse wirtschaftlich. In weniger günstigen Fällen sollte auf entsprechende Fördermittel zurückgegriffen werden, die der Senat aufgrund seiner Selbstverpflichtung zur dezentralen Regenwasserbewirtschaftung ohnehin bereitstellen muss.

 

Die vorgeschlagenen Maßnahmen an den Schulen wären auch zur Klima-Vorsorge und aus umweltpädagogischen Gründen höchst sinnvoll. Im Übrigen würde die öffentliche Hand mit ihnen Impulse für entsprechende Aktivitäten privater Immobilieneigentümer geben können.

 

 
 

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