Drucksache - DS/0737/VIII  

 
 
Betreff: Mehr Auszubildende im Kita Eigenbetrieb NordOst
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:Fraktion CDUBezirksamt
  BzStRin FamJugGesBüD,
Drucksache-Art:Antrag zur BeschlussfassungVorlage zur Kenntnisnahme (Zwb.)
Beratungsfolge:
Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg von Berlin Entscheidung
17.05.2018 
19. Sitzung in der VIII. Wahlperiode der Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg von Berlin mit Änderungen in der BVV beschlossen   
Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg von Berlin Entscheidung
20.09.2018 
22. Sitzung in der VIII. Wahlperiode der Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg von Berlin überwiesen   
Jugendhilfeausschuss Entscheidung
02.10.2018 
22. Sitzung in der VIII. Wahlperiode des Jugendhilfeausschusses vertagt     
06.11.2018 
23. Sitzung in der VIII. Wahlperiode des Jugendhilfeausschusses mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlagen:
Antrag CDU PDF-Dokument
VzK (Zwb.) PDF-Dokument
VzK - Anlage  

Das Bezirksamt wurde ersucht,

 

sich über den Verwaltungsrat bei der Geschäftsleitung und dem Personalrat des Kita Eigenbetriebs NordOst (Kindergärten NordOst – Eigenbetrieb von Berlin) dafür einzusetzen, die Zahl der Ausbildungsplätze deutlich zu erhöhen.

 

Das Bezirksamt bittet die Bezirksverordnetenversammlung, Folgendes zur Kenntnis zu nehmen:

 

Die Geschäftsleitung des Kita Eigenbetriebs NordOst begrüßt die Debatte der BVV Lichtenberg, die Anzahl von Erzieher*innen in der berufsbegleitenden Ausbildung, sowie die Förderung von Quereinsteiger*innen aus verwandten Berufsgruppen mit Fachkraftoption, gem. § 11 Abs.3 Nr.3 VOKitaFöG zu erhöhen bzw. zu steigern.

 

Der Eigenbetrieb hat früh erkannt, dass sich ein Fachkräftemangel abzeichnet, der jedoch in seiner Intensität durch Bauvorhaben der Stadt, politische Rahmenvorgaben und die Aufnahme Geflüchteter so nicht abzusehen war. Der Standortvorteil eines kommunalen Betriebes wurde auch als Wettbewerbsvorteil wahrgenommen, so dass sich der Fachkräftemangel erst 2015/2016 deutlich auch im Eigenbetrieb bemerkbar machte.

 

In 2011 und 2016 wurden Geschäftsanweisungen erlassen, die die Rahmenbedingungen für den Einsatz von Quereinsteiger*innen in den Kindergärten des Eigenbetriebes und später zur Umsetzung des ESF-Bundesprogramms „Quereinstieg-Mehr Männer und Frauen in Kitas“ festlegten, um damit den Quereinstieg zu befördern.

 

Gleichzeitig schloss der Eigenbetrieb 2013 einen langfristigen Kooperationsvertrag mit Procedo-Berlin GmbH über die Durchführung des berufsbegleitenden Fachschulstudiums zum/zur staatlich anerkannten Erzieher*in an der Pro Inklusio – Fachschule für Sozialpädagogik ab. Diese Kooperationsvereinbarung war Vorlage des Gremiums KOOP-KiTa zu einem Kooperationsvertrag aller Eigenbetriebe von Kindergärten des Landes Berlin im Jahr 2016.

 

Insofern entwickelte sich aus Sicht der Geschäftsleitung die Anzahl von Erzieher*innen, die durch berufsbegleitende Ausbildung oder als Quereinsteiger*innen im Eigenbetrieb tätig sind, deutlich (siehe Anlage).

 

Wie die Statistik erkennen lässt, gibt es seit 2016 einen erheblichen Zuwachs an Erzieher*innen in berufsbegleitender Ausbildung (Wachstumsraten von über 100% in 2016 und 2017, sowie in 2018 über 40%). Vom Stellenansatz des Wirtschaftsplanes 2018 ausgehend, werden damit in 2018 von 1.233 Erzieher*innen insgesamt 267 Neueinstellungen als Quereinsteiger*innen eingestellt sein (2010-2018).

 

Dabei ist dringend zu beachten, dass die Geschäftsleitung bei der Gewinnung von Fachkräften nie isoliert den einzelnen Bezirk betrachtet, sondern immer in seiner Funktion als Eigenbetrieb in der Gesamtversorgung gegenüber seinen 76 Kindergärten in den Bezirken Pankow, Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf. Dabei geht es darum, die jeweiligen Bedingungen und Möglichkeiten von einzelnen Kindertagesstätten auszuschöpfen, das vorgehaltene freiwillige Angebot zur Wahrnehmung von Praxisanleitung zu eruieren und die Leistungspotentiale der jeweiligen Kindertagesstätten zu betrachten.

 

So gibt die Anzahl der in den einzelnen Bezirken tätigen Auszubildenden (39 in Lichtenberg) keine Aufschlüsse darüber, in welchem Bezirk die ausgebildeten Fachkräfte dann auch tatsächlich arbeiten werden.

 

Der Eigenbetrieb praktiziert überwiegend das Konzept der Ausbildungskindergärten und Ausbildungsregionen. Eine freigestellte Fachkraft (Mentor*in) ist als Praxisanleitung für vier Auszubildende verantwortlich. Dies ist Ergebnis des Verhandlungsprozesses mit den Beschäftigtenvertretungen (BV). Der Personalrat betrachtet den Einsatz von Auszubildenden und Quereinsteiger*innen weiterhin als zusätzliche Belastung und steht einer weiteren Steigerung kritisch gegenüber, bzw. fordert bessere Rahmenbedingungen für die Fachkräfte vor Ort, z.B. Quereinsteiger*innen nicht auf den Fachkräfteschlüssel anzurechnen.

 

Mit insgesamt 11,2 % Anteil am Gesamtpersonal (Stand: 20.07.2018) ist der Eigenbetrieb laut Geschäftsleitung auf einem guten Weg. Sollten sich Rahmenbedingungen ändern, z.B. durch Erlass der zusätzlichen Stunden für Quereinsteiger*innen oder sollte die Landesebene Möglichkeiten schaffen, Mentor*innenschaften zu honorieren, ist davon auszugehen, dass es gelingen wird, weitere Quereinsteiger*innen einzustellen. Hierbei ist auch die Beschäftigtenvertretung gefragt.

 

Abschließend sei angemerkt, dass der Eigenbetrieb NordOst auf den verschiedensten Wegen um Fachkräfte wirbt, wie z.B. Homepage, Messen, Sport und mit Verdeutlichung der Vorteile, Fachkraft im Eigenbetrieb zu werden (TVL; Fortbildungsmaßnahmen, Karrieremöglichkeiten, etc.).

 

 

 
 

Legende

Ausschuss Tagesordnung Drucksache
Bezirksparlament Aktenmappe Drucksachenlebenslauf
Fraktion Niederschrift Beschlüsse
Kommunalpolitiker Auszug Realisierung
   Anwesenheit Kleine Anfragen