Arten von Urkunden - Begriffserklärung

Beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenregister

ist eine Personenstandsurkunde (Fotokopie). Sie spiegelt das Grundregister und alle Veränderungen des Personenstandes (Namensänderungen, Adoptionen) wieder.
Sie ist von den Verlobten bei der Anmeldung der Eheschließung vorzulegen. Bei der Anmeldung der Eheschließung soll sie nicht älter als sechs Monate sein.

Geburtsurkunde

ist ebenfalls eine Personenstandsurkunde, die aus dem Geburtenregister erstellt wird. Sie enthält aber nur den wesentlichen Inhalt des Geburtseintrages. Die Geburtsurkunde gibt nicht die leibliche Abstammung des Kindes wieder. (Zum Beispiel bei angenommenen Kindern)

Beglaubigte Abschrift aus dem als Eheregister fortgeführten Familienbuch

ist eine Personenstandsurkunde, die aus dem Familienbuch erstellt wird. Das Familienbuch in seiner heutigen Form wurde am 01.01.1958 in den alten Bundesländern und am 03.10.1990 in den neuen Bundesländern eingeführt und wird seit dem 01.01.2009 als Eheregister fortgeführt.
Das Familienbuch ist eine Karteikarte, auf welcher die Angaben

  • zum Ehepaar,
  • seiner Eheschließung,
  • Staatsangehörigkeit,
  • seiner Namensführung,
  • gegebenenfalls auch Namensänderungen und Hinweise
    vermerkt werden.
    Die Angaben zu den Eltern und gemeinsamen Kinder nehmen an der Beweiskraft nicht teil.

Es ist nicht zu verwechseln mit dem Stammbuch der Familie!

Bei der Anmeldung der ersten Eheschließung des Verlobten ist eine beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenregister vorzulegen.

Verlobte die bereits verheiratet waren haben u.a. eine beglaubigte Abschrift aus dem als Eheregister fortgeführten Familienbuch ihrer Vorehe vorzulegen, wenn die letzte Ehe in den alten Bundesländern nach dem 01.01.1958 beziehungsweise in den neuen Bundesländern nach dem 03.10.1990 geschlossen wurde.

Die beglaubigten Abschriften sollen neuesten Datums sein. (nicht älter als 1. Jahr)
Sie erhalten jederzeit neue Abschriften beim jeweiligen Heiratsort. Das Familienbuch wird immer bei dem Standesamt geführt, welches die Ehe geschlossen hat.

ist eine Personenstandsurkunde, die aus dem Eheregister erstellt wird. Sie enthält wesentliche Informationen über die Eheschließenden, den Tag und den Ort der Trauung.

Für die Beurkundung von Personenstandsfällen reicht meistens die Vorlage einer alten Eheurkunde.

Eheurkunde mit Vermerk über die Auflösung der Ehe

nach erfolgter rechtskräftiger Ehescheidung informiert das zuständige Gericht das Standesamt der Eheschließung über diesen Sachverhalt.
Das Heiratsstandesamt fertigt nunmehr am Rand Ihres Eheeintrages einen Vermerk über die Auflösung der Ehe. Bei jeder späteren Ausstellung der Eheurkunde wird auf dieser neben den Daten zur Eheschließung auch die Auflösung vermerkt.

Scheidungsurteil

ist der schriftliche Nachweis durch das zuständigen deutschen Amts- Kreis- oder Landgericht, dass die geschlossene Ehe/Lebenspartnerschaft aufgelöst hat. Nach Zugang des Scheidungsurteils haben die beteiligten Parteien die Möglichkeit, gegen das ergangene Urteil Rechtsmittel einzulegen. Wird nach Zugang des Scheidungsurteils kein Rechtmittel eingelegt so wird das Urteil rechtskräftig.

Rechtskraftvermerk

ist die Bestätigung des zuständigen Gerichtes, dass das ergangene Urteil nunmehr Bestandskraft hat und unabänderlich gilt.

Sollte Ihr Scheidungsurteil den Aufdruck der Rechtskraft nicht aufweisen, wenden Sie sich an das Amtsgericht, welches Ihre Ehe geschieden hat und lassen sich die Rechtskraft Ihres Scheidungsurteils bestätigen.

Sollte Ihre Ehe noch nicht so lange geschieden sein, wenden Sie sich an Ihren Rechtsanwalt.

Lebenspartnerschaftsurkunde

ist eine Personenstandsurkunde, die aus dem Partnerschaftsregister erstellt wird. Sie enthält wesentliche Informationen über die Lebenspartner/innen den Tag und den Ort der Registrierung.

Sterbeurkunde

ist eine Personenstandsurkunde und enthält die wesentlichen Informationen des Sterberegister. Sie wird von dem Standesamt ausgestellt in dessen Zuständigkeitsbereich der Betreffende verstorben ist. (unabhängig vom Wohnort)

Vaterschaftsanerkennung

ist nur zu einem nichtehelichem Kind möglich. Sie ist schon vor der Geburt des Kindes möglich. Zuständig für die Entgegennahme der Vaterschaftsanerkennung sind die Jugendämter, Notare, Standesämter und Amtsgerichte. Bitte beachten Sie, dass die Vaterschaftanerkennung im Standesamt gebührenpflichtig ist. Nach der Beurkundung wird eine Mitteilung an das Geburtsstandesamt gefertigt. Dieses vermerkt die Vaterschaft am Rand des Geburtsregisters. Jede später ausgestellte Geburtsurkunde enthält nun neben den Angaben zum Kind und der Mutter auch die Angaben zum Vater.

Sorgeerklärung

die elterliche Sorge umfasst die Personen- und Vermögenssorge der Eltern des Kindes. Eltern eines Kindes, die nicht miteinander verheiratet sind können die Elterliche Sorge gemeinsam übernehmen. Hierzu müssen Sie vor den Jugendämtern eine gemeinsame Erklärung abgeben. Eine entsprechende Bescheinigung über diese Beurkundung wird gefertigt.

Internationale Eheurkunde/Geburtsurkunde/Sterbeurkunde

ist eine mehrsprachige Personenstandsurkunde, die nach dem Übereinkommen zur Erteilung gewisser, für das Ausland bestimmter Auszüge, aus Personenstandsbüchern erstellt wird. Deutschland gehört neben zehn weiteren europäischen Staaten diesem Abkommen an. Die Urkunde wird in neun Sprachen erstellt.