West- Nil- Virus (WNV)

„Erstmalig Infektion bei einem Menschen in Berlin nachgewiesen.“

Seit 2018 wurde der Erreger in mehreren deutschen Regionen bei zahlreichen Vögeln und Pferden nachgewiesen. Im August 2019 trat das Virus bereits bei einem 70-Jährigen Mann in Sachsen auf.
Aus gegebenen Anlass rät das Veterinäramt Berlin-Lichtenberg zur Vorsicht bei allen verendeten Wildvögeln, ebenso beim Verbringen von kranken Wildvögeln. Fassen Sie bitte keine toten Wildvögel mit bloßen Händen an.

Kurzer Steckbrief:

Viren
Bild: Jezper – Fotolia.com
  • gefährlicher Zoonoseerreger für Mensch und Tier
  • Übertragung durch Stechmücken (Herkunft: Afrika)
  • Anzeigepflichtige Tierseuche
  • Meldepflichtige Erkrankung beim Menschen
  • hauptsächlich bei Wildvögel (auftreten oft parallel mit der Usutu-Virus Infektion)
  • Mensch und Pferde fungieren als Fehlwirte
  • In den meisten Fällen verläuft die Krankheit unsichtbar
  • Klinik Vögel: oft symptomlos, aber bei Ausbruch ist der Verlauf meist tödlich – zeigen gehäuft Doppelinfektion mit dem Usutu- Virus
  • Problem: bei Wildvögel vermehrt sich das Virus und bleibt infektiös
  • Klinik Pferd: in der Regel keine Symptome, jedoch zentralnervöse Ausfallserscheinungen möglich
  • Klinik Mensch: 20% der Infizierten zeigen meist leichte grippeähnliche Symptome (Gehirnhautentzündung im schweren Verlauf möglich)
    • Eine spezifische Behandlungsmöglichkeit existiert bis zur Stunde nicht
Mücke
Bild: Henrik Larsson – Fotolia.com

Das Friedrich-Löffler-Instituts und die StiKo Vet (ständige Impfkommision) rät bereits bei allen Pferden in gefährdeten Bezirken eine Impfprophylaxe vornehmen zu lassen.

Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an Ihren praktischen Tierarzt.

Des Weiteren führt das Friedrich-Loeffler-Institut auf seiner Homepage aus, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen sei, dass das WNV erfolgreich in einheimischen Stechmücken in Deutschland überwintert hat. Somit kann von einem endemischen Geschehen ausgegangen werden.

In den Sommermonaten ist demnach in den nächsten Jahren mit weiteren Krankheitszahlen zu rechnen.

Schützen Sie sich mit ausreichend wirksamen Repellentien sowie langärmliger Kleidung, langen Hosen an warmen Abenden, Moskitonetzen und Fliegengittern.

Weitere Informationen finden Sie im Internet auf: