Das Bezirksamt Lichtenberg lädt am Montag, 9. November 2026, um 9:00 Uhr, zum Gedenken an die Opfer der Novemberpogrome 1938 ein. Ort ist der Gedenkstein für die ehemalige Synagoge in der Konrad-Wolf-Straße 92 in 13055 Berlin-Hohenschönhausen.
Bezirksbürgermeister Martin Schaefer (CDU): „Antisemtismus erstarkt von Neuem in erschreckendem Ausmaß. Wenn Jüdinnen und Juden sich nicht mehr sicher fühlen, dürfen wir nicht schweigen. Wir stehen fest an der Seite unserer jüdischen Nachbarinnen und Nachbarn und lassen niemals zu, dass der Schrecken der Shoah in Vergessenheit gerät oder sich gar wiederholt. Ich lade die Lichtenbergerinnen und Lichtenberger ein, gemeinsam der Opfer von Hass, Hetze und Menschenfeindlichkeit zu gedenken: Gegen das Vergessen.“
Hintergrund: In Hohenschönhausen gab es in den 1930er-Jahren nur eine kleine jüdische Gemeinde. Als die Nationalsozialisten begannen, Jüdinnen und Juden zu verfolgen, wandelten die Gemeindemitglieder ihren Betraum in der heutigen Konrad-Wolf-Straße in eine Synagoge um. Die erst 1935 geweihte Gemeinde musste bereits 1938 ihre Tätigkeit einstellen. In den folgenden Jahren wurde ein Großteil der Mitglieder in Konzentrationslager deportiert. Nur wenige überlebten den Holocaust.
Nach 1945 geriet die Synagoge in Vergessenheit. Erst mit den Forschungen zur jüdischen Geschichte, die in den 1990er-Jahren mit der Ausstellung „Juden in Weißensee und Hohenschönhausen“ im damaligen Heimatmuseum an die Öffentlichkeit gelangten, kam auch die Synagoge wieder in Erinnerung. Im Zusammenhang mit dem 100. Geburtstag von Victor Aronstein entstand die Broschüre „Juden in Hohenschönhausen. Eine Spurensuche“, die auf das jüdische Leben in Hohenschönhausen aufmerksam machte. Zum 51. Jahrestag der Novemberpogrome entstand die Idee, am vergessenen Ort einen Gedenkstein zu errichten. Enthüllt wurde der Stein im Jahr 2000.