Das Bezirksamt Lichtenberg von Berlin hat die fünf Auszeichnungen für den Lichtenberger Frauenpreis sowie den Integrations-, Queer-, Inklusions-, und Demokratiepreis in einer gemeinsamen Preisverleihung am Donnerstag, 8. Oktober 2026, im Kulturhaus Karlshorst in der Treskowallee 112, 10318 Berlin, verliehen.
Bezirksbürgermeister Martin Schaefer (CDU): „Das ehrenamtliche Engagement bereichert unsere Gesellschaft ungemein. Gerade in einem vielfältigen Bezirk wie Lichtenberg sorgen engagierte Menschen und Initiativen dafür, dass das Miteinander täglich gelebt wird. Ehrenamtliche übernehmen Verantwortung, schenken Zeit und bringen Menschen zusammen. Dafür gebührt ihnen mein Respekt und Dank.“
Altoun Kara Man wurde für ihr ehrenamtliches Engagement in Hohenschönhausen-Nord und darüber hinaus mit dem Frauenpreis geehrt. Sie hat bei BENN in Hohenschönhausen-Nord das nachbarschaftliche Frauenfrühstück aufgebaut und über Jahre getragen. Auch beim Frauenfrühstück in der Gemeinschaftsunterkunft Hagenower Ring übernimmt sie eine wichtige Funktion. Für kurdische Frauen ist sie dort eine vertrauensvolle Ansprechperson. Seit zwei Jahren ist sie als Stadtteilmutter tätig. Dort berät sie Frauen mit Kindern in Alltagsfragen, stellt Kontakte zu weiterführenden Angeboten her und macht Zugänge zu Einrichtungen leichter nutzbar.
Der Integrationspreis wurde an Victoria Jeffries verliehen. Sie bindet Kinder und Jugendliche mit Flucht- und Migrationsgeschichte in demokratische Teilhabe ein und entwickelt Angebote gemeinsam mit ihnen, statt sie ihnen vorzugeben. So werden junge Menschen zu Mitgestaltenden ihres Lebensumfelds. In ihrer Arbeit hat Victoria Jeffries Zugänge geschaffen, die Jugendliche darin bestärken, ihre eigenen Interessen einzubringen. In Workshops zu Rassismus, Klimaungerechtigkeit und gesellschaftlicher Ungleichheit schafft sie geschützte Räume, in denen junge Menschen eigene Erfahrungen benennen, Zusammenhänge verstehen und Handlungsmöglichkeiten entwickeln. Damit leistet Victoria Jeffries einen Beitrag zur demokratischen Teilhabe von Menschen mit Migrationsgeschichte in Lichtenberg und zu einem Miteinander, das auf Mitsprache und Verantwortung beruht.
Der Queer Preis Lichtenberg 2026 ging an den Verein für aktive Vielfalt e.V. (VaV e.V.). Der VaV e.V. mit seinen vielen unterschiedlichen Projekten engagiert sich seit vielen Jahren für queere Menschen und will mit seinem Engagement die Sichtbarkeit von Vielfalt und Akzeptanz im Stadtteil und im Bezirk stärken. Darüber hinaus öffnet er seine Türen auch für Menschen unabhängig ihrer sexuellen Orientierung und ist dabei Vorbild in der bezirklichen Arbeitswelt und als Arbeitgeberin. Ebenso ist er Partner für andere Akteure wie das schwule Anti-Gewalt-Projekt MANEO oder dem LesLeFam e.V.. So können Betroffene von Gewalt, Kriminalität und Diskriminierung erste Informationen direkt vor Ort erhalten oder gezielte Angebote nutzen.
Den Lichtenberger Inklusionspreis 2026 erhielt Daniel Horneber, der den Internetblog „Inklusion statt Integration” unter https://inklusion-statt-integration.de/daniel-horneber/ betreibt, auf dem er Beiträge über Inklusion, Barrierefreiheit und Teilhabe verfasst. Als Experte in eigener Sache bringt er sich in seinem Wohnumfeld ein, macht auf Themen aufmerksam, erklärt Begriffe und Zusammenhänge und schafft mit seinem Blog Öffentlichkeit und Wissen. Der Internetblog wird ohne finanzielle Förderung betrieben. Das Preismotto „Demokratie inklusiv gestalten“ wird dadurch erfüllt, dass er sich aktiv einbringt und andere ermutigt dasselbe zu tun. Die Laudatio für die Ehrung hielten Riccarda Freund und Ingo Gust vom Projekt „Kiez inklusiv! leben“ des Verbandes für sozial-kulturelle Arbeit e.V..
Elke Schuster erhielt den Demokratiepreis Lichtenberg 2026. Sie setzt sich nicht nur über Jahrzehnte hinweg für bürgerschaftliches Engagement in verschiedenen Themenbereichen ein, sondern stellt mit ihrem breit gefächerten, fundierten Wissen und ihrem Erfahrungsschatz gewissermaßen das Gedächtnis für das Engagement der Bürgerschaft im Bezirk bei uns im Norden des Bezirkes dar. Diese reichen von Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen über Mobilität bis hin zu Teilhabe und Partizipation im Bezirk und insbesondere im Stadtquartier Neu-Hohenschönhausen. Thomas Stange von der Stadtteilkoordination Hohenschönhausen Nord und Odilia Sturm von BENN Wartenberg schickten ihre Laudatio als Videogrußwort.