Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Martin Schaefer und Bezirksstadträtin Filiz Keküllüoğlu werden am Dienstag, 1. September 2026 in Alt-Hohenschönhausen eine „Rote Bank“ einweihen. Die Aktion ist Teil einer bezirksweiten Initiative gegen geschlechtsspezifische Gewalt und Femizide. Die Einweihung beginnt um 17:30 Uhr im Quartierspark Altenhofer Dreieck. Dort, in der Grünanlage nahe der Altenhofer Straße, wurde am frühen Morgen des 9. Februar 2026 eine 40-jährige Frau tot aufgefunden – sie wurde Opfer einer Gewalttat.
Die Rote Bank steht symbolisch für Solidarität mit Betroffenen und für die gemeinsame Verantwortung, Gewalt frühzeitig zu erkennen, ihr umgehend entgegenzutreten und Betroffene nicht allein zu lassen. Die Bank soll zugleich das öffentliche Bewusstsein im Kampf gegen Gewalt an Frauen stärken und zu mehr Aufmerksamkeit und Zivilcourage ermutigen.
Bezirksbürgermeister Martin Schaefer (CDU): „Gewalt gegen Frauen und Femizide sind abscheuliche Verbrechen, die in unserer Gesellschaft keinen Platz haben. Jede Frau hat das Recht, frei von Angst und Gewalt ihren eigenen Lebensentwurf zu leben. Als Bezirk stehen wir an der Seite von Betroffenen, stärken Prävention und Opferschutz und setzen uns – nun auch mit dem Projekt der Roten Bänke – für eine Kultur des Hinsehens statt Wegsehens ein. Gewalt beginnt nicht erst mit der physischen Tat, sie kündigt sich oft durch Kontrolle, Einschüchterung, verbale Attacken und Bedrohungen an. Wir tragen alle Verantwortung, nicht zu schweigen, wenn wir dies bemerken. Der Schutz von Frauen ist eine gemeinsame gesellschaftliche Verpflichtung.“
Bezirksstadträtin für Verkehr, Grünflächen, Umwelt und Naturschutz, Filiz Keküllüoğlu (Bündnis 90/Die Grünen): „Gewalt gegen Frauen ist kein privates Problem. Sie ist ein gesellschaftliches und politisches Problem, das wir nicht hinnehmen dürfen. Frauen müssen frei und selbstbestimmt leben können, ohne Angst vor Gewalt. Dafür braucht es mehr als Anteilnahme nach einer Tat: Wir müssen Betroffene schützen, Hilfsangebote stärken und Gewalt frühzeitig stoppen. Die Rote Bank erinnert an eine Frau, die hier ihr Leben verloren hat. Sie ist für mich zugleich ein klarer Auftrag: Wir schauen nicht weg. Wir schweigen nicht. Und wir kämpfen dafür, dass Frauen sicher leben können.“
Der Standort der Roten Bank wurde gemeinsam mit dem Frauenbeirat des Bezirks Lichtenberg ausgewählt. Mit ihrer Aufstellung im Quartierspark Altenhofer Dreieck entsteht ein Ort des Erinnerns und der Mahnung.
Das Projekt der Roten Bänke geht auf die Initiative „Panchina Rossa“ aus Italien zurück und hat sich inzwischen in vielen Städten und Gemeinden etabliert. Rot gestrichene Bänke machen auf geschlechtsspezifische Gewalt aufmerksam und erinnern an Frauen, die infolge dieser Gewalt ihr Leben verloren haben. Außerdem weisen die Bänke auf Hilfs- und Beratungsangebote für Betroffene hin.
Interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind eingeladen, an der Einweihung teilzunehmen.