Ergänzend zur Workshopreihe „Familiengeschichte zur Zeit des Nationalsozialismus erforschen“ vom Runden Tisch für politische Bildung Lichtenberg in Kooperation mit dem Antisemitismusbeauftragten des Bezirksamtes Lichtenberg gibt es von Juli bis Oktober 2026 mehrere Begleitveranstaltungen.
In unterschiedlichen Formaten werden die Themen NS-Täterschaft in den Familien, persönliche Erinnerungspraktiken und Auseinandersetzung mit der Erinnerung von Shoah-Überlebenden thematisiert:
Dienstag, 21. Juli 2026, 19 Uhr, Film und Gespräch: „Nestwärme – mein Opa, der Nationalsozialismus und ich“. Fotos und Filmaufnahmen zeigen den Großvater in den 1940er-Jahren, in einem der Filmausschnitte am Jackenaufschlag ein Hakenkreuz. Wie verändert sich der Blick auf einen geliebten Menschen durch ein Symbol, das für millionenfaches Morden steht? Wie viel wissen wir über unsere Großeltern und wie lässt sich ein Puzzle aus Fotos und Filmaufnahmen, Erinnerungen und Familiennarrativen sowie Archivalien zu einem Bild zusammensetzen, in dem Geschichte und Familiengeschichte zusammenfindet? Im Anschluss gibt es ein Gespräch mit dem Filmemacher Eric Esser. Ort: Raum für Beteiligung im Hubertusbad, Hubertusstraße 47 in 10365 Berlin.
Donnerstag, 24. September 2026, 18 Uhr, Buchvorstellung und Gespräch: „Present Past. Wie Nachfahren ihre NS-Familiengeschichte erforschen.“ Im Buch „Present Past“ von Claudia Krieg und Johannes Spohr berichten zehn Nachfahren, wie sie ihre Familienrecherche angegangen sind und wie sie mit den Erkenntnissen umgehen. Herausgeber Johannes Spohr betreibt in Berlin den Archivrecherchedienst „Present Past” und begleitet Menschen auf der Suche nach der NS-Geschichte in ihrer eigenen Familie. Das Buch zeigt einen Ausschnitt seiner Arbeit und gibt Einblick in persönliche Erinnerungspraktiken. In einer Lesung mit anschließendem Gespräch diskutieren Johannes Spohr und Claudia Krieg aktuelle Entwicklungen in der Erinnerungskultur. Ort wird noch bekanntgegeben.
Donnerstag, 22. Oktober 2026, 19 Uhr, Film und Gespräch: „Displaced“. Für die gebürtige Münchnerin Sharon Ryba-Kahn ist die Vergangenheit nicht vergangen, sie ist allgegenwärtig. Mit den Augen der dritten Generation nach der Shoah blickt Sharon auf sich selbst, auf ihre Familie und ihr deutsches Umfeld. Anlass gibt der Kontakt zu ihrem Vater; viele Jahre lag die Beziehung auf Eis. Er lebt in Tel Aviv, sie in Berlin. Im Film beleuchtet sie mit oft unbequemen Fragen das schwierige Familienverhältnis und das Unbehagen, das sie in Deutschland empfindet. Im Anschluss gibt es ein Filmgespräch mit Regisseurin Sharon Ryba-Kahn. Ort wird noch bekanntgegeben. Anmeldung unter: mitmachen@licht-blicke.org
Wenn Veranstaltungsorte noch nicht feststehen, werden diese rechtzeitig auf der Seite des Antisemitismusbeauftragten des Bezirksamtes Lichtenberg veröffentlicht: https://www.berlin.de/ba-lichtenberg/politik-und-verwaltung/beauftragte/antisemitismus/.