Der Befall mit dem Eichenprozessionsspinner stellt die Berliner Bezirke in diesem Jahr vor große Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund haben sich die für Straßen- und Grünflächen zuständigen Bezirksstadträtinnen und Bezirksstadträte aller zwölf Berliner Bezirke mit der Bitte um eine stärkere gesamtstädtische Unterstützung gemeinsam an den Senat gewandt.
Bezirksstadträtin für Verkehr, Grünflächen, Ordnung, Umwelt und Naturschutz, Filiz Keküllüoğlu (Bündnis 90/Die Grünen): „Es bedarf der Anerkennung des Eichenprozessionsspinners als Gesundheitsgefahr, einer berlinweiten Informations- und Aufklärungskampagne, klarer Zuständigkeiten, verbindlicher Leitlinien für die Bezirke sowie einer abgestimmten Strategie hinsichtlich Prävention, Monitoring und Bekämpfung und finanzieller Unterstützung! Wir erleben die Folgen eines sich verändernden Klimas und eines Befalls, der inzwischen eine neue Dimension erreicht hat. Die Bezirke handeln mit großem Engagement und erheblichem Aufwand. Was fehlt, ist eine gemeinsame Strategie des Landes Berlin. Wir erwarten, dass der Senat seiner gesamtstädtischen Verantwortung gerecht wird. Die Menschen wollen zu Recht wissen, wie ihre Gesundheit geschützt wird.“
Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners ist aufwendig und es sind viele Arbeitsschritte notwendig, bevor ein Auftrag ausgelöst werden kann. So starten die Straßen- und Grünflächenämter (SGA) bereits ab Mitte bis Ende Mai mit der Erfassung der Befallsorte und den Vorbereitungen. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich die Raupen in der sogenannten Prozessionsphase. Sie können dabei große Strecken zurücklegen. Die Raupen bereits während der Wanderung zu bekämpfen, ist aufgrund der immensen Ausbreitung nicht zu leisten. Erst wenn sich die Nester an den Bäumen gebildet haben, ist eine wirksame Bekämpfung möglich.
Jeder gemeldete Standort wird geprüft. Dafür werden unter anderem die genaue Lage, die Baumnummer, die Höhe der Nester, die Erreichbarkeit des Standorts und die Zuständigkeit erfasst. Dabei stehen die Bezirke täglich vor konkreten Fragen: Wann müssen Flächen gesperrt werden? Wie schützen wir Kinder, Anwohnende und Beschäftigte? Welche Prioritäten gelten bei einem Befall in diesem Ausmaß? Welche Maßnahmen sind sinnvoll und rechtssicher? Welche Gesundheitsrisiken sind zu berücksichtigen?
In diesem Jahr gingen in Lichtenberg allein innerhalb von zwei Wochen rund 400 Meldungen und Anfragen ein. Die Bearbeitung erfordert Zeit. Zudem müssen die Standorte mit den Revieren abgestimmt, Zugänge organisiert – insbesondere an Schulen geprüft – Fachfirmen koordiniert sowie Nachkontrollen durchgeführt werden. Gleichzeitig sind Stellungnahmen, Anfragen aus Politik und seitens der Bürgerinnen und Bürger, Presseanfragen und die laufende Kostenkontrolle zu bearbeiten. Die zuständigen Kolleginnen und Kollegen arbeiten seit Wochen unter hoher Belastung daran, die Bevölkerung bestmöglich zu schützen. Daher bittet das Bezirksamt um Verständnis dafür, dass die Bearbeitung einzelner Meldungen Zeit benötigt.
Für den Bezirk Lichtenberg bleibt der Schutz der Gesundheit der Bevölkerung oberstes Ziel. Die Bekämpfung wird fortgesetzt, Gefahrenbereiche gesichert und Meldungen konsequent bearbeitet. Zudem werden weitere mögliche Maßnahmen geprüft, um die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners in Zukunft in einem früheren Stadium zu verhindern.