Bau-Turbo stärkt Trägerwohnen für junge Volljährige

Pressemitteilung vom 11.06.2026

In der Stadtentwicklung ist das Trägerwohnen ein wichtiger Bestandteil nachhaltiger Quartiersplanung. Mit dem Bau- und Planungsbeschleunigungsgesetz – dem sogenannten Bau-Turbo – erhalten Kommunen und Bundesländer ab sofort die rechtliche Grundlage, Bauträger zu verpflichten, einen Anteil ihrer Bauprojekte für soziale Zwecke zu errichten. Diese Neuerung soll den dringend benötigten Wohnraum für besondere soziale Zwecke in angespannten Wohnungsmärkten sichern und die soziale Durchmischung in Städten und Gemeinden stärken.

Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung, Bauen und Facility Management, Camilla Schuler (Die Linke): „Wir möchten diese neue Möglichkeit aktiv nutzen, um jungen Volljährigen den Start in ein selbstständiges Leben zu erleichtern. So schaffen wir nicht nur dringend benötigten Wohnraum, sondern stärken auch den sozialen Zusammenhalt in unseren Quartieren. Das ist eine Investition in lebenswerte und integrative Nachbarschaften.“

Denn mit dem Erreichen der Volljährigkeit stehen junge Menschen, die bisher in einem betreuten Wohnen der Jugendhilfe gelebt haben, vor einem zentralen Übergang. Während sie rechtlich als erwachsen gelten, bestehen in vielen Fällen weiterhin Unterstützungsbedarfe – insbesondere im Hinblick auf Verselbstständigung und eine eigenständige Lebensführung. Der Übergang aus stationären Hilfen in einen eigenen Haushalt stellt dabei eine besondere Herausforderung dar.

Die Zielgruppe sind vorrangig junge Volljährige, bei denen der pädagogische Unterstützungsbedarf bereits deutlich reduziert ist. In vielen Fällen verfügen diese jungen Menschen über grundlegende Kompetenzen zur Haushaltsführung und Alltagsbewältigung und benötigen keine intensiven erzieherischen oder stabilisierenden Maßnahmen mehr.

Der fortbestehende Unterstützungsbedarf ergibt sich jedoch maßgeblich aus dem fehlenden Zugang zu geeignetem Wohnraum. Trotz vorhandener Fähigkeit zur Verselbstständigung finden viele jungen Volljährigen keine Wohnung auf dem regulären Wohnungsmarkt. Ursachen hierfür sind strukturelle Engpässe auf dem Wohnungsmarkt, fehlende finanzielle Sicherheiten, geringe Chancen bei der Wohnraumvergabe sowie begrenzte soziale Netzwerke.