Präsentation der Forschungsergebnisse: „Queeres Leben in Lichtenberg − gestern und heute“

Pressemitteilung vom 12.11.2025

In einer Zeitreise durch 100 Jahre präsentieren am Dienstag, 18. November 2025 um 19:00 Uhr die Historiker Karl-Heinz Steinle und Andreas Pretzel Spuren zur queeren Geschichte des Bezirks Lichtenberg. Ihre Ergebnisse des Recherche- und Vermittlungsprojekts „Queer Lichtenberg – gestern und heute“, erhellen die bisher wenig bekannte und erforschte Geschichte der Schwulen- und Lesbenbewegung im Bezirk Lichtenberg. Mit einer Bilderschau werden Personen, Orte und Zusammenschlüsse vorgestellt, die in den 1920er Jahren, dem Nationalsozialismus, der DDR und im wiedervereinten Berlin die queere Geschichte Lichtenbergs mit geprägt haben. Zur Sprache kommen Sichtbarkeit, Selbstbehauptung und Freundschaften ebenso wie Verfolgung und Repression.
Bezirksbürgermeister Martin Schaefer spricht zur Eröffnung ein Grußwort, moderiert wird der Abend von Kathrin Schultz von QueerHome*, Deutschlands erster Wohnraumberatung für LSBTIQ+, die in Lichtenberg beheimatet ist.

Neben der Recherche bildete die Auswertung von Zeitzeugeninterviews die Grundlage der Forschungsarbeit. In einem öffentlichen Aufruf wurden Zeitzeugen ermittelt, die Auskunft über ihre Erlebnisse und Eindrücke aus der DDR-Zeit, den Wendejahren bis zur Gegenwart geben konnten. Die Historiker recherchierten seit Februar 2025 u.a. die Beziehung des bekannten Reformers und Sexualforschers Magnus Hirschfeld zum Bezirk Lichtenberg. Sie identifizierten Lichtenberger Orte der Verfolgung wie das Arbeitshaus Rummelsburg und das Gefängnis Lichtenberg. Gleichzeitig beschreiben Sie Lichtenberg mit seinen Veranstaltungsorten und Treffpunkten als lebendigen Bezirk der Schwulen- und Lesbenbewegung in der DDR bis heute. Das Forschungsprojekt wurde initiiert von der Diversity- und Queerbeauftragten des Bezirks und dem Museum Lichtenberg, unterstützt von der Senatsverwaltung für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt zur Förderung zeitgeschichtlicher und erinnerungskultureller Projekte.

Die Veranstaltung im Ratssaal des Rathauses Lichtenberg in der Möllendorffstr. 6 beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten entweder per E-Mail unter info@museum-lichtenberg.de oder Telefon unter 030 57 79 73 88 11