„Zeich(n)en gegen das Vergessen“ Biografien von NS-Zwangsarbeitenden in Berlin-Lichtenberg – Eine Graphic-Novel-Ausstellung

Pressemitteilung vom 26.09.2025

Plakat "Zeichnen gegen das Vergessen"

Am Donnerstag, 9. Oktober 2025, um 17 Uhr eröffnet in der Anton-Saefkow-Bibliothek, Anton-Saefkow-Platz 14, 10369 Berlin, die Ausstellung „Zeich(n)en gegen das Vergessen“. Gezeigt werden erstmals die Ergebnisse zweier Graphic-Novel-Workshops, die im Mai 2025 anlässlich des 80. Jahrestages der Befreiung vom Nationalsozialismus stattfanden. Unter Anleitung der Historikerin Ellen Fischer und des Comic-Künstlers Mikael Ross haben Jugendliche und Erwachsene auf Grundlage historischer Quellen Szenen zu vier Biografien entwickelt von Menschen, die in Berlin-Lichtenberg Zwangsarbeit leisten mussten.

Im Mittelpunkt stehen die Lebensgeschichten von Lidia A., Theodor W. Michael, Gertrud Kolmar und Wilhelm v.R.D., die exemplarisch unterschiedliche Erfahrungen von NS-Zwangsarbeit sichtbar machen. Die Ausstellung zeigt nicht nur die entstandenen Werke, sondern auch, wie kreatives Arbeiten ein Zugang zur Erinnerungskultur sein kann: zuhören, verstehen, fragen – und historische Erfahrungen in eine Sprache der Gegenwart übersetzen.

Über 13 Millionen Menschen aus mehr als 20 Ländern wurden im Nationalsozialismus zur Zwangsarbeit gezwungen. Auch in Berlin-Lichtenberg existierten zahlreiche Lager und Einsatzorte, die heute fast vergessen sind. Das Projekt „Zeich(n)en gegen das Vergessen“ macht diese Geschichten sichtbar und zeigt, dass Erinnerungskultur nur gemeinsam gestaltet werden kann.

Die Ausstellung ist vom 9. Oktober bis 8. November 2025 während der Öffnungszeiten der Bibliothek zu sehen. Sie wird ermöglicht durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Programms Demokratie Leben. Unterstützt wurde das Projekt außerdem von der Stiftung für Toleranz und Völkerverständigung, Runder Tisch Politische Bildung Lichtenberg der Fach- und Netzwerkstelle Licht-Blicke, dem Förderkreis der Lichtenberger Bibliotheken e.V. sowie dem Antisemitismusbeauftragten des Bezirks Lichtenberg.