Kritik an der Streichung der Mittel für das Parkmanagement in den Bezirken

Pressemitteilung vom 29.08.2025

Die Bezirksstadträtinnen und –stadträtre für Grünflächen der Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg, Lichtenberg, Mitte, Steglitz-Zehlendorf, Treptow-Köpenick und Tempelhof-Schöneberg kritisieren die Streichung der Finanzmittel für das Parkmanagement in den Bezirken.

Gemeinsames Statement von Annika Gerold, Filiz Keküllüoğlu, Christopher Schriner, Urban Aykal, Dr. Claudia Leistner und Saskia Ellenbeck:

„Die Entscheidung, die Finanzierung der Parkläufer*innen und Kiezhausmeister*innen in Berlin einzustellen, ist ein bedauerlicher Rückschritt für die Bezirke, die in hohem Maße auf eine sichtbare und ansprechbare Präsenz im öffentlichen Raum angewiesen sind. Die Parkbetreuung durch Parkmanager*innen und Parkläufer*innen trägt maßgeblich zu Ordnung und Sicherheit in den Grünanlagen bei, wirkt präventiv gegen Vandalismus und Vermüllung und fördert die öffentliche Wertschätzung unseres Stadtgrüns. Die Präsenz vor Ort, die direkte Kommunikation sowie die Vermittlung von Regeln und Verantwortlichkeiten stärken das Bewusstsein für den Wert öffentlicher Grünflächen. Die Parkläufer*innen sind in den Grünanlagen präsent, ansprechbar und tragen entscheidend dazu bei, dass sich Menschen jeden Alters in unseren Parks sicher und wohl fühlen. Allein ihre sichtbare Präsenz schafft Aufmerksamkeit für die Regeln der Parknutzung, fördert Rücksichtnahme und verhindert Eskalationen.

Dabei flankieren die Parkläufer*innen ganz konkret die Arbeit der einzelnen Fachämter: Sie unterstützen das Ordnungsamt bei der Durchsetzung der Regeln der Parknutzung, entlasten das Straßen- und Grünflächenamt durch präventive Ansprache zur Sauberkeit und Müllvermeidung und ergänzen die Sozialarbeit des Bezirksamtes, etwa im Bereich Suchtprävention und Obdachlosigkeit. Damit schaffen sie spürbare Synergien – mehr Wirkung für die Verwaltung, mehr Lebensqualität für die Bürger*innen. Der Wegfall der Parkläufer*innen würde das Stadtgrün im Bezirk erheblich schwächen. Eine Kompensation durch eigenes Personal der Bezirksämter ist nicht möglich.

Die Folgen der Streichung sind absehbar: Mehr Müll, mehr Konflikte, weniger Sicherheit und eine spürbar sinkende Aufenthaltsqualität in unseren Grünanlagen. Die ohnehin schon stark belasteten Straßen- und Grünflächenämter würden zusätzlich unter Druck geraten.
Die vom Senat geplante Streichung der Mittel im Doppelhaushalt 2026/27 ist ein schwerer Rückschritt für die Berliner Grünflächenpolitik und wäre ein fatales Signal. Zudem droht ein deutlicher Rückschritt bei der Umsetzung der Berliner Charta für das Stadtgrün. Wir appellieren daher an den Senat und das Abgeordnetenhaus, die Entscheidung zu überdenken und den Mehrwert dieser Programme anzuerkennen. Der öffentliche Raum braucht verlässliche Ansprechpartner*innen – für die Menschen, die ihn täglich nutzen, ebenso wie für jene, die ihn schützen und pflegen wollen. Wir fordern daher, die Parkläufer*innen dauerhaft zu sichern und als festen Bestandteil der Berliner Grünflächenpolitik zu verankern.

Ansonsten reiht sich diese drastische Kürzung ein in die strukturelle Unterfinanzierung der Bezirksämter, die die Bürger*innen jeden Tag zu spüren bekommen.“